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02.04.2009

Das teuerste Fleisch der Welt

Neuburg-Wattenweiler (ageis) - Für Feinschmecker und Liebhaber eines guten Roastbeefs oder feinen Rinderfilets gab es jetzt eine Premiere. Sie fand im kleinen Wattenweiler, einem Ortsteil von Neuburg an der Kammel, statt. Erstmals wurde in Deutschland ein Rind der Rasse "Wagyu" geschlachtet. "Wa" heißt übersetzt "Japan" und "Gyu" ist das Rind. Diese Rinderrasse stammt aus Japan und unter Kennern gilt ihr Fleisch mit seiner ausgeprägten Marmorierung und exzellenter Qualität als das Exklusivste der Welt.

Zucht in Glött

Naomi Goi, ein Japaner, züchtet diese Rasse auf seinen Betrieb in Glött. Jetzt wurde der erste Ochse, mit einem Alter von 35 Monaten und 450 Kilogramm Lebendgewicht in der Metzgerei Anton Mändle in Wattenweiler geschlachtet. Metzgermeister Mändle zerlegte das Rind unter fachgerechter Anleitung von Naomi Goi, der wiederum ein reich bebildertes, japanisches Fachbuch zu Hilfe nahm. Verkauft wird das Fleisch nach Bestellung fertig portioniert vor allem an Gourmetrestaurants in ganz Deutschland.

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Ein Kilogramm Filet kostet 150 Euro, in Japan sind auch Preise bis 1000 Euro und mehr möglich. Durch einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren gilt das Fleisch als sehr gesund.

Diese Rinderrasse entwickelte sich während der langen Isolation Japans über 250 Jahre völlig autark und ohne äußere Einflüsse. Erst mit der Öffnung Japans ab 1860 wurden die ersten asiatischen und europäischen Rinder importiert und mit den heimischen Wagyus gekreuzt.

Es gibt aber eine kleine Insel im Norden Japans, auf der noch eine kleine, unberührte Herde existiert. Diese 85 weiblichen und 14 männlichen Tiere werden als nationales Erbe betrachtet und stehen unter "Denkmalschutz".

Ausfuhr streng kontrolliert

Japan ist sehr zurückhaltend, was die Ausfuhr von Wagyu-Rindern betrifft. Auch Samen und Embryonen können nicht aus Japan bezogen werden. Dennoch hat sich in Nordamerika und besonders in Australien eine größere Nachzucht entwickelt, die aber nicht mehr als reinrassig bezeichnet werden kann. Meist handelt es sich dabei um Kreuzungen mit westlichen Rassen, wie dem Black Angus. Auch Naomi Goi bezieht seine Nachzucht als Embryonen und lässt sie durch Leihmütter anderer Rassen austragen.

Im Jahre 2002 importierte er den ersten Embryo aus Australien. Das gute Fleisch entsteht durch die besondere Aufzuchtform. Als Futter bekommen die Rinder nur Getreide, Rüben, Kartoffeln und Luzerneklee. Wachstumshormone und Antibiotika werden nicht eingesetzt. Täglich werden die Tiere mit einem speziellen Handschuh bis zu zwei Stunden lang massiert und mit Reiswein eingerieben. So entwickelt das Rind nur eine dünne Fettauflage und es entsteht die typische feine Marmorierung und Zartheit des Fleisches.

Der 58-jährige Naomi Goi lernte als Austauschstudent in einem israelischen Kibbuz eine deutsche Studentin kennen und heiratete sie. Seitdem lebt er in Deutschland, arbeitete in der Gastronomie und erkannte so diese Marktlücke. Als Tierärztin ist seine Frau sowieso mit Tieren vertraut.

Im Herbst 2008 haben sie in Glött (Kreis Dillingen) einen neuen Standort gefunden und sind mit ihrer kleinen Herde aus Hessen nach Bayern gezogen. Hilfe fand er beim Biobetrieb Matthias Kraus in Baumgarten, dieser nahm mehrere Rinder in Pension und zieht sie groß.

Im japanischen Fernsehen

Auch das japanische Fernsehen hat sich schon für die Wagyu-Zucht in Deutschland interessiert und darüber einen 25-minütigen Bericht gesendet.

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