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26.08.2020

Drei Shopping-Abende in Günzburg und viel Stress davor

Stefan Fross von der Cityinitative Günzburg wollte im Sommer erst an vier Sonntagen und später an vier Donnerstagen bis 22 Uhr den Kunden in Günzburg ein Einkaufserlebnis anbieten. Beides wurde nicht genehmigt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Plus Wie die Günzburger Cityinitiative die Innenstadt eigentlich beleben wollte. Und welche Hürden es dabei gab.

Nächsten Donnerstag wird alles so sein, wie bereits in den beiden Monaten zuvor: Auch im Juli und August belebte jeweils an einem Donnerstag ein von der Cityinitiative Günzburg initiierter Sommer-Shopping-Abend die Günzburger Innenstadt: Musiker, die an verschiedenen Stellen in der Stadt im Viertelstundentakt einen kleinen Teil ihres Repertoires zum Besten geben. Stelzenläufer. Und am 3. September dann ein mobiles Stabfigurentheater sind die kulturelle Zuckerwatte für ein Ereignis, das vor allem den Händlern und der Gastronomie rund um den Marktplatz nützen soll.

Das, was alles so leicht daherkommt, war ursprünglich gar nicht so geplant. Denn eigentlich hatte Stefan Fross, im Ehrenamt Vorstandsvorsitzender der Cityinitiative, im Sinn, den Sommer über an vier Sonntagen in Günzburg offene Läden anzubieten. Ein entsprechender Antrag wurde von der Regierung von Schwaben abgelehnt – unter anderem deshalb, weil man den Sonntag in Bayern als „Tag der Einkehr“ betrachte. Und damit war nun nicht in erster Linie das Wirtshaus und schon gar nicht der Einzelhandel gemeint.

Öffnen bis 22 Uhr war auch nicht möglich

Während Fross das noch nachvollziehen konnte, stieß die zweite Ablehnung der Bezirksregierung auf keinerlei Verständnis mehr bei ihm. Die Alternative war: „Wir wollten es auch dem Handel ermöglichen, ein paar Mal an Einkaufsabenden im Sommer bis 22 Uhr zu öffnen.“ Auch dieser Wunsch wurde mit Verweis auf die bestehende Gesetzeslage zu den Ladenschlusszeiten nicht erfüllt. „Dass es hier keine Ausnahmegenehmigungen gibt, ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt der Chef der Cityinitiative, im Hauptberuf Vorstand der VR-Bank Donau-Mindel.

Nach einer langen Corona-Durststrecke würde hier wieder ein kräftiges Lebenszeichen gesendet. Die Behörde spielte aber nicht mit. Da schon viel Zeit verstrichen war, verzichtete die Cityinitiative auf einen ins Auge gefassten ersten Einkaufsabend im Juni.

Die Erlaubnis gab's erst kurz vor der Veranstaltung

Und auch der im Juli wurde – diesmal vom Landratsamt – sozusagen auf den letzten Drücker genehmigt. „Eine knappe Stunde vor Veranstaltungsbeginn haben wir die Erlaubnis erhalten.“ Dazu musste erst Günzburgs Bürgermeister Gerhard Jauernig eingeschaltet werden. Und der setzte sich nach Informationen unserer Zeitung mit Landrat Hans Reichhart in Verbindung. „Ohne deren Vermittlung wäre das wohl nicht gelungen“, vermutet Fross. Damit die Distanz zwischen den engagierten Musikern und dem Publikum garantiert gewahrt blieb, musste die Cityinitiative eigens jemanden beauftragen und bezahlen, der kontrolliert, dass die Abstände auch passen.

Die Mühen hätten sich dennoch gelohnt, urteilt der Vorsitzende der Cityinitiative nach den ersten beiden Einkaufsabenden. „Die Stadt hat sich jeweils gut gefüllt.“ Das gilt jedenfalls bis 20 Uhr so. Dann gingen die einen nach dem Einkauf nach Hause. Und die anderen beschlossen, den Abend in einem Gasthaus ausklingen zu lassen, nachdem die Ladentüren zugesperrt werden mussten.

Lesen Sie auch den Kommentar von Till Hofmann:

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