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Jettingen-Scheppach

20.10.2016

Ein Leuchtturm-Projekt

Für die Erweiterung und Umgestaltung des Verwaltungsgebäudes der Gemeinde Jettingen-Scheppach wurde ein Architekturwettbewerb ausgerufen. Das Foto zeigt das Modell des Siegers, eines Architekturbüros aus Berlin.
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Für die Erweiterung und Umgestaltung des Verwaltungsgebäudes der Gemeinde Jettingen-Scheppach wurde ein Architekturwettbewerb ausgerufen. Das Foto zeigt das Modell des Siegers, eines Architekturbüros aus Berlin.
Bild: Bernhard Weizenegger

Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde fand ein Architektenwettbewerb statt. Die Entscheidung fiel dem Preisgericht nicht leicht.

Am Donnerstagvormittag hatte der Himmel über Jettingen-Scheppach seine Schleusen geöffnet, doch im Rathaus sah den Regen niemand. „Über Jettingen scheint heute die Sonne“, freute sich Zweiter Bürgermeister Hermann Högel, Rathauschef Hans Reichhart sprach von einem „besonderen Tag“. Denn nachdem die Gemeinde erstmals in der Geschichte einen Architektenwettbewerb für den Rathausumbau ausgelobt hatte, stand gestern endlich der Sieger fest. Ein Architekturbüro aus Berlin hat mit seinen Plänen die gesamte Jury überzeugt, für Reichhart sollen sie „eine Initialzündung für die Stadtsanierung“ und ein Startschuss für ein „Leuchtturm-Projekt“ sein.

Neu: Aufzug, Archiv und Aufenthaltsraum

Bewusst hatte sich die Kommune für einen Wettbewerb entschieden, um für diese städtebauliche Herausforderung ein breiteres Spektrum und überraschendere Entwürfe zu erzielen. Wie berichtet, will die Kommune das an das Rathaus grenzende Gebäude zugunsten eines Erweiterungsbaus abreißen. Nicht nur ein Aufzug ist geplant, neben einem zeitgemäßen Personalraum – der jetzige ist im Keller –, einem Archiv und einem Besprechungszimmer sollen Büros untergebracht werden. Der Umbau birgt jedoch gewaltige Probleme, die die Wettbewerbsteilnehmer in ihren Beiträgen lösen sollten: Das Rathausgebäude steht nicht nur mitten im Zentrum, sondern auch unter Denkmalschutz. Der Neubau soll ans Ortsbild angepasst werden und sich dem Altbau unterordnen. Auch für das Zeinerhaus soll langfristig eine andere Nutzung gefunden werden.

Ein Leuchtturm-Projekt

Ursprünglich hatte die Gemeinde geplant, die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer auf zehn zu begrenzen. Weil der Andrang aber so groß war, wurde die Liste auf 15 Architekten erweitert. Vier Büros aus Schwaben waren gesetzt, für die anderen elf Plätze hatten sich fast 100 Vertreter aus ganz Deutschland beworben, am Ende entschied das Los. Die Architekten hatten vom 8. Juli bis 13. September Zeit, ihren Wettbewerbsbeitrag auszuarbeiten und einzureichen. Um Chancengleichheit zu sichern, wurden die Entwürfe anonym abgegeben

Harte Arbeitfür die Jury

Die Entscheidung, wer den ersten Preis und damit 13500 Euro gewinnt, machte sich das Preisgericht nicht leicht. Die Jury, der neben dem Bürgermeister und drei Mitgliedern des Gemeinderats sechs externe erfahrene Architekten angehörten, tagte am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit fast zehn Stunden lang. „Es war harte Arbeit“, gestand Reichhart und lobte die Juryvorsitzende Uta Graff, Professorin an der TU München, dass sie die Teilnehmer „in hitzigen Diskussionen immer wieder zusammengeführt“ habe. Gestern wurde im Franziskushaus der Sieger öffentlich verkündet, „ausgerechnet ein Berliner“, wie Reichhart im Scherz sagte. Ausschlaggebend war, dass Architekt Arthur Numrich nicht nur funktional geplant, sondern als einer der wenigen die Option eingebaut habe, das Zeinerhaus zu erhalten oder zu versetzen. Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung Stadtsanierung. Numrich, der gestern aus Berlin eingeflogen war, gestand bei der Preisverleihung: „Selten haben wir uns so gequält, es war sehr schwierig.“ Dass er, der schon diverse Preise gewonnen hat, hier die Nase vorn haben werde, damit habe er nicht gerechnet. Seiner Meinung nach sollten viel mehr Kommunen Architektenwettbewerbe machen, nur so gebe es Baukultur.

Auf 27 000 Euro hat die Gemeinde die Preisgelder aufgestockt, jeder Teilnehmer erhielt pauschal 1500 Euro, neben Preisen für den Erst- und Zweitplatzierten gab es zwei Anerkennungen für Büros, die besonders innovative oder überraschende Arbeiten abgegeben hatten. Reichhart versprach am Ende, dass die Gemeinde jetzt „Gas geben“ werde. „Nächstes Jahr wollen wir bauen und weit kommen.“

Bis zum 28. Oktober können die Werke im Franziskushaus in der Weberstraße 18 angeschaut werden. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

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