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Burgau

06.11.2019

Essen auf Rädern: Die Nachfrage ist groß

Der Krankenpflegeverein Burgau bietet auch den Lieferservice Essen auf Rädern an. Das Foto zeigt Fahrerin Viola Klement.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Krankenpflegeverein Burgau bringt Menüs auch bis an die Kreisgrenze. Auch in anderen Bereichen steigt der Bedarf.

Nach einem turbulenten Vorjahr ist jetzt wieder Ruhe beim Krankenpflegeverein Burgau eingekehrt, betont der Vorsitzende Josef Knöpfle. Mehr noch: Das Angebot sei ausgebaut worden, wozu beispielsweise eine Ausweitung von Essen auf Rädern zählt. Nicht mehr nur Burgau und die direkten Nachbarorte, sondern auch Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Haldenwang und somit an der Kreisgrenze würden bedient. Die Nachfrage sei groß, 30 bis 40 Essen am Tag würden gebracht, wobei die Zahl der Lieferungen nicht mit der der Kunden übereinstimme. Schließlich ordere nicht jeder von Montag bis Sonntag, mancher friere sich beispielsweise die Hälfte des Essens für den nächsten Tag ein.

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Am Anfang des Angebots, das es seit 1991 gibt, wurde frisch Gekochtes aus einer Kreisaltenheim-Küche geholt und dann verteilt, inzwischen kommt das Essen vom Therapiezentrum Burgau. Das sei nach den vielen Jahren schon eine Umgewöhnung gewesen, sagt die Zweite Vorsitzende Helga Bolg. Ohnehin seien die Geschmäcker verschieden.

Die Kunden können aus zwei Menüs wählen

Deshalb können die Kunden auch aus zwei verschiedenen Menüs auswählen, zu denen immer eine Vor- und Nachspeise sowie ein Hauptgericht gehören – eine ausgewogene Ernährung ist den Verantwortlichen wichtig. Maximal müssen 10,20 Euro bei der weitesten Entfernung gezahlt werden, im Burgauer Kernstadtgebiet ist es günstiger. Dafür gibt es Porzellangeschirr, Warmhaltegarnituren und ein persönliches Gespräch. „Viele warten schon mit dem Besteck in der Hand“, weiß Bolg.

Essen auf Rädern: Die Nachfrage ist groß

Essen auf Rädern sei bei vielen der Einstieg in weitere Hilfen des Vereins, und oft seien es die Angehörigen, die für ihre Lieben den Service buchen. Nicht nur, damit etwas Gutes auf den Tisch kommt, sondern auch, weil dann jemand einmal am Tag nach dem Rechten schaut. Keine Ehrenamtlichen, sondern angestelltes Personal als feste Fahrer kümmern sich, „das schafft Vertrauen“. So werden mitunter Probleme gemeldet, die in Haushalten auffallen, „das ist ein soziales Netz“.

Die Tagespflege könnte erweitert werden

Auch die Pflegeberatung wurde ausgebaut. Was früher nebenher lief, ist für eine Mitarbeiterin zur festen Aufgabe geworden. „Alles ist so komplex in diesem Bereich, da steigen die Angehörigen meist alleine nicht mehr durch“, sagt Karlheinz Mayländer, Beisitzer im Krankenpflegeverein und Seniorenreferent im Burgauer Stadtrat. Auch den Kassen sei es ein Anliegen zu wissen, dass die fachgerechte Pflege von einer Fachkraft begleitet wird, ergänzt Helga Bolg.

An einen weiteren Ausbau wird auch bei der Tagespflege mit ihren derzeit 13 bis 15 Plätzen gedacht, ein Wintergarten mit zusätzlichem Raumangebot ist vor einiger Zeit bereits dazu gekommen. Doch letztlich hänge das vom nötigen Geld und von weiterem Platz ab. Es gebe Wartelisten, „aber die Belegung schwankt von Tag zu Tag“, erläutert Pflegedienstleiterin Christa Buggele-Wagner. Bei Notfällen sei man sowieso flexibel.

Grundsätzlich kann der Krankenpflegeverein für viele Bereiche Ehrenamtliche brauchen, das Fehlen von Zivildienstleistenden merke man auch Jahre nach dem Aussetzen der Wehrpflicht und somit des Ersatzdienstes noch immer. Gerade in der Tagespflege wären Männer sehr willkommen, die etwa mit anderen Herren beispielsweise Karten spielen könnten. In Zukunft würde Helga Bolg auch einen Mittagstisch für Senioren und ein Seniorencafé anbieten. Aber noch sind das Ideen, die Strukturen brauchten.

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