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Landkreis Günzburg

11.09.2019

Floristen: Die Konkurrenz blüht auch im Internet

Christine Demmelmaier führt seit 1996 ihr Geschäft „Pusteblume Floristik“ in Röfingen. Blumenläden haben es auch künftig nicht leicht, sich gegen die bestehende Konkurrenz zu behaupten.
Bild: Peter Wieser

Floristik-Betriebe im Landkreis Günzburg haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Christine Demmelmaier verrät, wie sie und ihre „Pusteblume“ in Röfingen damit umgehen.

Ein Blumenstrauß ist etwas Schönes. Warum nicht öfters einmal Blumen sprechen lassen und in einen Blumenladen gehen? Unter dem Überbegriff Einzelhandel mit Blumen, Sämereien und Düngemittel gibt es nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Schwaben im Landkreis Günzburg derzeit 42 Betriebe, zu denen auch die Blumengeschäfte zählen. Doch diese haben es zunehmend schwerer. Wie bei allen Unternehmen im Einzelhandel ist bundesweit auch hier von sinkenden Zahlen die Rede. Wie sieht das bei uns aus?

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Hinter den Blumensträußen steckt viel mehr Arbeit, als man sieht

Christine Demmelmaier führt bereits seit 1996 ein Blumengeschäft: Pusteblume Floristik in der Augsburger Straße in Röfingen, direkt am Ortseingang. Der Standort spiele dabei nicht die große Rolle, das spreche sich einfach herum. „Wer einen besonderen Blumenstrauß haben möchte, der geht in ein Blumengeschäft. Wir haben richtig schöne Blumenläden“, sagt die gelernte Floristin. Jeder der Kollegen bemühe sich, schöne Sachen anzubieten und seine Kunden zufriedenzustellen, jeder habe seinen eigenen Stil, gehe auf Schulungen und nehme an Kursen teil. Das seien Dinge, die viele nicht sähen: Qualität, die man eben auch mit bezahlen müsse. Christine Demmelmaier fügt hinzu: Wenn die Leute dies nicht sähen und wenn viele meinten, nur noch beim Discounter einkaufen zu müssen, dann würden irgendwann auch die Blumenläden weniger.

Wenn Floristen einen schönen Stammkundenbereich haben, dann funktioniert das, fährt sie fort. Wenn dieser aber einmal wegfalle, dann werde es schwierig. Sie spricht dabei auf den Generationenwandel an: Das Denken vieler ist heute ein anderes als im Vergleich zu früher, als man zum Gärtner ging, um seine Beet- und Balkonpflanzen zu kaufen.

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Früher wurde auf den Friedhöfen mehr Wert auf Pflanzen gelegt

Ähnlich ist es bei der Gestaltung auf den Friedhöfen, wo gerade von der älteren und mit der Zeit immer weniger werdenden Generation ein sehr großer Wert auf die Bepflanzung gelegt wurde. Die Gräber werden heute kleiner und eine Grabplatte aus Stein erleichtert die Pflege. Hinzu kommt das nicht unerhebliche Angebot an Blumen und Pflanzen in den Discountern, in Supermärkten und Baumärkten. Vor allem der Online-Handel stellt inzwischen eine Konkurrenz dar.

„Ein bisschen armselig“ finde sie es schon, wenn man seinen Muttertagsstrauß im Internet kaufe, so sieht es Christine Demmelmaier. Auf der einen Seite wollten die Leute eine Beratung, auf der anderen Seite gingen sie dann dorthin, wo die Ware ein paar Cent billiger sei.

So können Floristen gegenüber Billiganbietern punkten

Wie kann man sich dann gegen diese Konkurrenz behaupten? „Dass man die Ware, auch kombiniert oder in Verbindung mit Deko- oder Geschenkartikeln, schöner und geschmackvoller präsentiert als andere. Nur so könne man gegenüber Billiganbietern und Massenartikeln punkten“, sagt Christine Demmelmaier. Das bestätigt auch die Kundin aus Burgau, die gerade einen kleinen Blumenstrauß kauft: „Wenn ich etwas besonderes möchte, was auch so gebunden ist, wie ich es haben will, gehe ich in ein Blumengeschäft. Ich weiß, dass es frisch ist und etwas Individuelles ist, das ich in einem Supermarkt nicht bekomme.“

„Wenn wir nicht die Saisongeschäfte, wie Muttertag oder Allerheiligen, hätten, dann wäre es noch schwieriger“, fährt Christine Demmelmaier fort. Auch sei der Beruf des Floristen nicht immer der, wie viele Menschen diesen wahrnehmen würden.

Man binde nicht den ganzen Tag nur Blumensträußchen. Zur Arbeit gehöre auch das Bepflanzen von Schalen und das Schleppen von Friedhofskränzen – auch das Arbeiten im Freien und nicht, wie in anderen Berufen, nur drinnen im warmen Büro.

Die meisten Blumenläden im Landkreis Günzburg bestehen schon seit vielen Jahren. Und es wird sie auch weiterhin geben, auch wenn es für viele nicht einfacher wird. Den frisch und mit viel Liebe gebundenen Blumenstrauß aus dem Blumengeschäft werden die Kunden weiterhin zu schätzen wissen.

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