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Wirtschaft

03.06.2017

Gemischte Aussichten für die VR-Bank Donau-Mindel

Licht und Schatten: Das trifft auch auf die VR-Bank Donau-Mindel zu. Noch ist sie gut aufgestellt, aber die Zeiten werden noch schwieriger.
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Licht und Schatten: Das trifft auch auf die VR-Bank Donau-Mindel zu. Noch ist sie gut aufgestellt, aber die Zeiten werden noch schwieriger.
Foto: Bernhard Weizenegger

Das Geldhaus steht noch gut da. Aber der Druck wird wohl weiter zunehmen. Bei der Vertreterversammlung gab es jetzt auch kritische Worte.

Die Zeiten werden für Banken, ihre Beschäftigten und die Kunden vermutlich noch frostiger. „Aber wir ziehen uns warm an, um für die Zukunft gewappnet zu sein“, erklärte Alexander Jall bei der Vertreterversammlung der Volksbank-Raiffeisenbank (VR-Bank) Donau-Mindel. Das Mitglied des dreiköpfigen Bank-Vorstandes erläuterte den Geschäftsbericht für 2016 – ein Jahr, das trotz aller Widrigkeiten unter dem Strich erfolgreich verlaufen sei. Weshalb unter anderem beschlossen wurde, den Mitgliedern der VR-Bank eine Dividende von 2,5 Prozent auf ihre Geschäftsanteile auszuschütten. Doch der Druck auf die Bank werde weiter zunehmen, prognostizierte Jall.

Drei Stunden saßen 140 Vertreter der mittlerweile mehr als 34700 VR-Bank-Mitglieder im Panoramasaal der Hauptgeschäftsstelle in Günzburg beisammen, um sich die wesentlichen Daten des Geschäftsjahres 2016 erläutern zu lassen. Und dabei auch die eine oder andere Kritik zu äußern. Am weitesten ging der Burgauer Arzt Dr. Heinrich Jerg. Wegen der „massiven Gebührenerhöhungen“ in den vergangenen Jahren legte er noch während der Versammlung sein Amt als Vertreter nieder. Jerg: „Wir sind keine Bank der Reichen.“

Eine Insel der Seligen ist die VR-Bank freilich auch nicht, wie den Ausführungen von Alexander Jall zu entnehmen war. Wegen der Niedrig- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank ging der Zinsüberschuss der VR-Bank binnen Jahresfrist von 32,25 auf 31,38 Millionen Euro zurück, das Betriebsergebnis verringerte sich von 15,55 auf 14,86 Millionen. „Dieser Trend wird sich fortsetzen.“ Nach Angaben von Jall wird allein 2018 mit einer weiteren Minderung des Betriebsergebnisses von zehn Prozent gerechnet. Um die Zukunft der Bank zu gewährleisten, seien eine ganze Reihe von (Spar-) Maßnahmen ergriffen worden, führte Jall weiter aus. Die Betriebskosten wurden von 26 auf 25 Millionen gesenkt, auch die Personalkosten gingen auf gut 16 Millionen zurück. Im Gegenzug gab es ein Wachstum bei den Einlagen, neue Kredite in Höhe von 215 Millionen seien zugesagt worden. Notwendig sei aber auch eine Erhöhung der Gebühren für die Kunden gewesen. Jall: „Das ist uns nicht leicht gefallen.“ Der Schritt sei aber unumgänglich gewesen.

Bleibt der Geldautomat erhalten?

Zu den Spar-Maßnahmen gehörte auch die Schließung von vier Geschäftsstellen zum 1. April, darunter fällt auch die in Wettenhausen. Bei der Versammlung kritisierte ein Vertreter aus dem Bereich Kammeltal, dass die Mitglieder der Bank erst einen Tag vor einer Veröffentlichung in unserer Zeitung schriftlich über die Schließung informiert worden seien. Nachdem die Filiale geschlossen ist, sei auch zu befürchten, dass der Geldautomat abmontiert werde. Vorstandssprecher Ingo Eberhardt erwiderte, der Käufer des Hauses wolle künftig keinen Geldautomaten mehr in dem Gebäude. „Aber noch steht er“, sagte Eberhardt. Deshalb gebe es Zeit, nach möglichen alternativen Standorten für den Automaten zu suchen. Eine feste Zusage, dass ein Automat der VR-Bank in Wettenhausen erhalten bleibt, machte Eberhardt nicht.

Mehr als 30 Jahre war Friedrich Baumeister aus Remshart im Aufsichtsrat der heutigen VR-Bank Donau-Mindel. Bei der Vertreterversammlung wurde er feierlich verabschiedet.
Foto: Walter Kaiser

Allein für die von der EU und den Aufsichtsbehörden beschlossene Regulierung der Banken fielen für die VR-Bank 1,3 Millionen pro Jahr an, ferner seien die Banken gezwungen, ihr Eigenkapital zu erhöhen, um gegen Risiken gewappnet zu sein – und das bei sinkenden Erträgen. Hinzu kämen große Investitionen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung, etwa beim Online-Banking oder dem telefonischen Service- und Beratungszentrum. „Gewaltige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit, die ohne die Fusionen nicht möglich wären“, so Jall. Alles in allem sei die Bank gut aufgestellt, was sich auch in der Bilanzsumme ausdrücke, die sich auf 1,434 Milliarden Euro erhöht hat, wie auch der Vize-Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Baumeister in seinem Bericht betonte. So sei es möglich, weitere Rücklagen zu bilden und rund 300000 Euro als Dividende für die Mitglieder auszuschütten.

Als Aufsichtsräte wiedergewählt wurden die Vorsitzende Vera Feustle (Günzburg), Irene Ehmann (Burgau), Kilian Biechele (Aletshausen), Konrad Eberhardt (Ichenhausen) und Gebhard Ihle (Leipheim). Aus Altersgründen schied Friedrich Baumeister (Remshart) aus dem Gremium aus. Zum Dank für 30-jährige Tätigkeit wurde er mit einer Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbandes bedacht.

Das ist die VR-Bank

Personal Die Volksbank-Raiffeisenbank (VR-Bank) Donau-Mindel beschäftigt derzeit 253 Mitarbeiter sowie 14 Auszubildende. Im Geschäftsjahr 2016 waren für sie 13,5 Millionen Euro an Bruttolöhnen ausbezahlt worden, zudem 2,3 Millionen als Arbeitgeberanteil an die Sozialkassen.

Standorte In den Landkreisen Günzburg und Dillingen unterhält die VR-Bank 14 Geschäftsstellen, sechs SB-Zweigstellen sowie fünf SB-Zweigstellen in Kooperation mit den Sparkassen Günzburg-Krumbach und Dillingen. Zum 1. April waren aus Kostengründen vier Geschäftsstellen geschlossen worden. Trotzdem unterhalte die Bank noch immer das größte Geschäftsstellennetz in der Region, betonte Vorstandsmitglied Alexander Jall bei der Vertreterversammlung.

Steuern An Steuern entrichtete die VR-Bank voriges Jahr 3,9 Millionen Euro, davon entfielen 1,7 Millionen auf kommunale Gewerbesteuern. Rund 120 000 Euro hat die Bank vergangenes Jahr an Schulen sowie an sozial engagierte Einrichtungen und gemeinnützige Vereine gespendet.

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