Die Auswirkungen des Coronavirus treffen nun auch das Legoland. Der beliebte Freizeitpark vor den Toren Günzburgs wird nun nicht wie ursprünglich geplant am 28. März öffnen. Die Pforten bleiben nun mindestens bis zum 19. April, dem Ende der Osterferien, geschlossen.
Von den Verfügungen des Bundes und der Länder sind nun auch Freizeiteinrichtungen betroffen. Als eine „Veranstaltung“ hatte das bayerische Gesundheitsministerium den Freizeitpark bislang nicht betrachtet, wie aus einem Behördenschreiben hervorgeht. Das geht mit einer Definition des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen einher. Kennzeichen einer Veranstaltung sei demnach etwa, wenn man einen längeren Zeitraum neben einer Person sitze oder den Blick auf eine Bühne gerichtet habe. „Das gilt für das Legoland nicht“, sagt Parksprecherin Marion Pachmann, die die Einrichtung – großteils unter freiem Himmel – eher mit einer Innenstadt vergleicht. Konzerte oder ähnliche Darbietungen waren schon länger untersagt worden.
Es gibt kein "Auftaktgeschäft" im Legoland
Dennoch kann der Start nun nicht so erfolgen, wie es die Legoland-Verantwortlichen geplant haben. Damit gibt es kein „Auftaktgeschäft“. Wie viel Geld deswegen nicht eingenommen wird und ob der Park in irgendeiner Form eine Kompensation erhalten kann oder diese einfordert, dazu wollte Pachmann nichts sagen.
Auch „Trainingseinheiten“ für mehrere Hundert Saisonkräfte sind aufgeschoben worden. Sie sind deshalb wichtig, weil jeder Legoland-Mitarbeiter ein „Botschafter des Parks“ ist und sich bei den Hygienestandards genau so gut auskennen soll wie bei den Verhaltensregeln Besuchern gegenüber. 270 festangestellte Mitarbeiter sind für das Deutschlandressort Legoland tätig. In der Hochsaison sind zusätzlich bis zu 1300 Kräfte beschäftigt.
Auch die Gastronomie und das Hotel sind zu
Im Feriendorf sind der Gastrobereich und das Hotel mit dem 15. März geschlossen worden. Das war ohnehin geplant, um sich auf den vorhergesehenen Saisonstart vorbereiten zu können. Bis dahin gab es als Teil des Winterprogramms spezielle Familienarrangements und gastronomische Angebote, die mit den Bowlingbahnen verknüpft waren. Ob die Gastronomie/Hotelerie im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sich vom Freizeitpark abkoppeln lässt und ob die Parkleitung das überhaupt wünscht, wurde bislang nach Informationen unserer Zeitung nicht erörtert.
Trotz der Verschiebung sind die saisonalen Kräfte weiter vor Ort und bereiten sich auf die Öffnung vor. „Wir sitzen in den Startlöchern und können jederzeit loslegen“, sagt Pachmann. Das Legoland Deutschland sei in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Politik. Noch vor zwei Wochen habe man diese Dynamik so nicht vorhersehen können, sagt die Sprecherin. „Das ist eine unglaubliche Entwicklung. Jeden Tag gibt es eine Flut an neuen Informationen.“ Daher sei auch nicht voraussagbar, ob der Park dann nach den Osterferien öffnen könne – was natürlich der Wunsch des Betreibers ist.
Mit der Verschiebung des Starts wird auch die neue Attraktion des Parks nicht zwei Tage vorher präsentiert. Dabei handelt es sich um ein Fahrgeschäft, das den „Ninjago“-Themenbereich erweitern wird. Im „Spinjitzu Spinner“ geht es vorwärts oder rückwärts, im Uhrzeigersinn, gegen die Zeit oder ganz ohne Drehung. Wilde Wirbel und 360-Grad-Überschläge können nach Lust und Laune per Knopfdruck aktiviert werden. Aber, bis es so weit ist, müssen sich die kleinen und großen Gäste des Freizeitparks (geschätzte Besucherzahl im Jahr: 1,8 Millionen) noch ein wenig gedulden. Wie lange diese Geduld reichen muss, weiß niemand.
Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.
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