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Bauprojekt

13.02.2015

Halbzeit auf der Münsterbaustelle

Halbzeit auf der Münsterbaustelle: In den Modellwerkstätten des Günzburger Legolands entsteht derzeit das Ulmer Münster im Maßstab 1:70.
Bild: Legoland

Im Günzburger Legoland entsteht das Ulmer Wahrzeichen als Nachbau im Maßstab 1:70. Warum das Kirchenschiff rot wird

Der erste große Meilenstein ist erreicht: Nach sechs Wochen und damit der Hälfte der geplanten Bauzeit haben die beiden Lego-Modelldesignerinnen Vera Feldmann und Anastasia Trautwein das Kirchenschiff, das seit Ende 2013 in der Modellbauwerkstatt von Legoland in Günzburg entsteht, oberhalb der ersten Fensterreihe geschlossen. Das Modell ist nun stolze 26 Zentimeter hoch. Momentan liegen die beiden im Zeitplan, es dürfen jedoch keine größeren Komplikationen auftreten, damit das Modell pünktlich zum Legoland Saisonstart am 28. März fertiggestellt und der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Der Nachbau des Ulmer Wahrzeichens verlangt den Modelldesignerinnen nicht nur Geduld, sondern auch großes Vorstellungsvermögen und Kreativität ab. Das Münster ist ein sehr filigranes Gebäude, das mit einer Vielzahl an Verzierungen und kleinen architektonischen Elementen ausgestattet ist. Dieses komplexe und faszinierende Gebilde aus Stein mit handelsüblichen Legosteinen nachzubauen und dabei den Wiedererkennungswert zu erhalten, erweist sich als große Herausforderung.

Eine Schwierigkeit ist der Maßstab 1:70. Oftmals ist es schlichtweg nicht möglich, alle Details der Fassade zu reproduzieren – weil selbst das kleinste Bauelement, die Lego-Noppe, für den Nachbau mancher Elemente des echten Münsters immer noch zu groß ist. „Dann gilt es abzuwägen zwischen dem Zwang zur Abstraktion und dem Anspruch, die Wiedererkennung zu gewährleisten. Denn: Steine zu verändern und diese passend zu machen, kommt für uns nicht in Frage – das ist Berufsehre!“, erklärt Feldmann, die bereits seit Parköffnung als Modelldesignerin im Günzburger Freizeitpark tätig ist.

Ein weiteres Problem ist, dass das auf den ersten Blick formvollendet wirkende Münster nicht symmetrisch ist. Der Bauplan der einen Seite ist nicht auf die andere übertragbar, kein Element wiederholt sich, fast alle Fenster, Türen und auch die Höhen weichen voneinander ab. Dieser Umstand verursachte viel Arbeit bei der Planung, vor allem aber beim Bau selbst, um bei-spielsweise Höhenunterschiede auszugleichen. Ein besonders diffiziler Fall war der Bau der Kapelle. „Es ist immer schwierig, mit eckigen Steinen etwas Rundes zu bauen“, erzählt Designerin Trautwein.

Die erste Herausforderung ist also die Form, der zweite wichtige Aspekt beim Modellbau ist aber natürlich die Farbe. Welche Farbe hat das Münster eigentlich? Leider an vielen Stellen grau, weil der Sandstein durch Umwelteinflüsse seine ursprüngliche Farbe verliert. Was viele jedoch erst beim zweiten Hinschauen sehen: Die Fassade des Kirchenschiffs besteht aus vielen ehemals roten Ziegelsteinen. Diesen Originalzustand versuchen die De-signerinnen mit der Farbe: „New dark red“ nachzuempfinden. Das Modell wird also deutlich „bunter“ werden als das echte Münster. Ziel ist es, dass der Nachbau in der Gesamtwirkung nahe an die Optik aus dem 14. und 15. Jahrhundert herankommt.

Als nächstes Element gehen die Designerinnen die Galerie an, dann folgt der Bau des Daches, ehe, quasi als Krönung des Projekts, der Bau der Türme in Angriff genommen wird. Am 28. März ist das Modell zum Saisonstart in Günzburg zu sehen, ehe es Ende Mai nach Ulm transportiert und dann im Münster zu bewundern sein wird.

Wer den Designerinnen nacheifern und sich zu Hause an einen Münsterbau mit Legosteinen wagen möchte, kann auch etwas gewinnen: Die Stadt Günzburg verlost unter den besten Einsendungen Modellbauführungen im Legoland sowie außergewöhnliche Führungen durch das Münster. Wer mitmachen möchte, schickt bis zum 20. März ein Bild seines Lego-Münsters per Mail an ulm125@ulm.de oder postet es auf Facebook oder Instagram mit #legomuenster. (zg)

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