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Burgau

25.03.2019

Hommage an Heinz Erhardt: Dieser Abend ist ein Gedicht

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Eine Band, ein Schauspieler und natürlich Heinz gleich zweifach im Bilde: Jazz-up und Olaf Ude vom Neuen Theater Burgau gestalteten einen höchst amüsanten Abend zu Ehren des unvergessenen Heinz Erhardt.
Bild: Rebekka Jakob

Viel zu schön für nur einen einzigen Auftritt: Warum „Ein Abend für Heinz“ im Neuen Theater Burgau unbedingt eine Fortsetzung braucht.

Was war er doch für ein Schelm, dieser Heinz Erhardt! Einer der größten Wortkünstler der Republik, einer, ohne den es den wortakrobatischen Humor eines Otto Waalkes oder eines Willy Astor vielleicht gar nicht geben würde. Vor 110 Jahren wurde er in Riga geboren, im Juli jährt sich zum 40. Mal sein Todestag. Doch auch ganz ohne diese Jubiläen ist Heinz Erhardt es wert, immer wieder auf der Bühne geehrt zu werden – eine Aufgabe, der sich die Formation Jazz-up und das Neue Theater Burgau in Gestalt von Olaf Ude angenommen haben. Und schon während „Ein Abend für Heinz“ am vergangenen Freitag stattfand, war klar: Bei einem einzigen Abend darf es nicht bleiben.

Jazz-up unterstützt auch beim Vortrag der Gedichte

Das Werk des Wortarbeiters Heinz Erhardt wäre schließlich umfangreich genug für eine ganze Serie – Olaf Ude hat sich einzelne Perlen daraus herausgepickt und erhält dabei auch von den Musikern tatkräftige Unterstützung: Andreas Wieland untermalt das Unwetter, bei dem Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube versammelt sind, mit Donnern und Blitzen am Schlagzeug. Und Dominik Wiedenmann gibt den Liszten-reichen Pianisten, ein echter Akkord-Arbeiter eben, der nach Anweisung des Meisters sein weises Haupt wirft.

Die Texte von Heinz Erhardt kennt das Publikum auswendig

Ob es der Schauspieler ist, der darüber klagt, dass er nie eingerahmt, nie fett gedruckt in der Zeitung stehe – bis ihm das dann, ganz ohne Probe selbstverständlich, via Todesanzeige gelingt. Oder das Bergmassiv, das aus allen Bergen der Welt aufgestapelt zu seinen eignen Füßen in ein Gewässer stürzte – „na, das würde spritzen!“: Meistens ist es das Publikum, das mit hörbarem Vergnügen die vorgetragenen Texte zu Ende bringt. Oft gehört und heiß geliebt – so wirken die Texte Heinz Erhardts ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung heute noch. Und wem – dank später Geburt – das Sprachuniversum des Heinz Erhardt noch unerschlossen ist, dem hilft Olaf Ude auch. Er ordnet die Texte in die Lebensdaten des großen Humoristen ein. Bei der ein oder anderen Worterklärung hilft auch das Publikum gerne mit.

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Klassiker wie "Summertime" und "Take Five"

Man spürt es sofort – da stehen Fünfe zusammen auf der Bühne, die sich ausnehmend gut verstehen. Darum funktioniert auch nicht nur der Augenkontakt unter den Musikern von Jazz-up so gut. Auch der Wortkünstler Olaf Ude darf darin einsteigen, während er – zusammen mit den Zuhörern im ausverkauften Neuen Theater einfach nur genießt, was die Band da serviert:

Jazz up und Schauspieler Olaf Ude gestalteten mit Musik und Texten eine Hommage an Heinz Erhardt, der vor 110 Jahren geboren wurde und vor 40 Jahren gestorben ist: Ein Abend mit Heinz im Neuen Theater Burgau.
Bild: Rebekka Jakob

Klassiker wie „Summertime“ oder „Take Five“ gibt es zu hören, aber auch Eigenkompositionen von Dominik Wiedemann, die Jazz-Up-Fans so lieben: den „Boogie on Vacation“ und die „Train to Swabia“ oder auf Samtpfoten „Coco’s Melody“ von der aktuellen CD „on vacation“ zum Beispiel. Und am Ende stimmt dann auch Olaf Ude mit ungeahnten stimmlichen Satchmo-Qualitäten noch in „What a wonderful world“ ein – vielleicht ist da ja schon die Idee für das Thema der nächsten Kollaboration geboren?

Doch bleiben wir erst einmal bei Heinz Erhardt, der in Kombination mit der Musik einen hoch amüsanten Abend in Burgau liefert. Viel zu schnell sind die zwei Stunden rum, inklusive dem obligaten Betthupferl von Jazz-up. Man hätte Tönen und Texten noch stundenlang zuhören können. Darum die Bitte, frei nach dem großen Heinz Erhardt: Noch’n Gedicht! Noch’n Lied! Und bitte: recht bald.

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