Newsticker

US-Forscher: Weltweit eine Million Corona-Tote seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Islamisten formieren sich wieder

14.10.2009

Islamisten formieren sich wieder

Neu-Ulm/Ulm Wer geglaubt hatte, durch die Schließung des Multikulturhauses in Neu-Ulm und das Verbot des Trägervereins hätten die islamistischen Umtriebe in der Region ein Ende, der sieht sich getäuscht: Die Religionsfanatiker, von denen etliche noch in der Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm wohnen, formieren sich neu und beabsichtigen, wieder einen Verein zu gründen. Die Polizei beobachtet diese Bemühungen aufmerksam: "Wir bleiben dran und sind sehr wachsam", sagte gestern Polizeioberrat Armin Mayer, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion für zentrale Aufgaben (KPIZ).

Die im Polizeijargon als "Gefährder" bezeichneten Islamisten, die als gefährlich und gewaltbereit gelten, gibt es in der Region nach Einschätzung von Armin Mayer nicht mehr: "Die sind nach der Schließung des Multikulturhauses abgetaucht, nachdem ihnen der Boden hier zu heiß geworden ist." Ein nicht genau zu beziffernder Personenkreis von Sympathisanten, die sich früher im Umkreis des Multikulturhauses bewegt haben, gibt es aber noch.

Die aber haben offensichtlich keinen zentralen Treffpunkt mehr, sondern tauschen sich vorwiegend in Internetplattformen aus, was die polizeiliche Arbeit nicht gerade erleichtert. "Da gibt es Videos, Lieder und Texte", weiß Armin Mayer.

Die bei der Ulmer Polizeidirektion angesiedelte Sonderermittlungsgruppe "Donau", in der auch bayerische Polizisten sitzen, beobachten ebenso wie der Verfassungsschutz die neuen Bemühungen zur Gründung eines Vereines genauestens. Sollte dieser neue Verein die alten, aus dem Multikulturhaus bekannten Ziele verfolgen, so falle er ebenso unter das verhängte Verbot und wäre demnach illegal.

Islamisten formieren sich wieder

Betrieben wird die Gründung eines neuen Vereins von ehemaligen Anhängern des Multikulturhauses und des geschlossenen Islamischen Informationszentrums (IIZ) in Ulm. Es soll nach vorliegenden Informationen auch enge Verbindungen zum inzwischen verhafteten Fritz Gelowitz geben, dem als Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe derzeit in Düsseldorf der Prozess gemacht wird. Der Ulmer Student soll mit weiteren Islamisten einen Sprengstoffanschlag auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Inzwischen sind auch wieder Hetzschriften aufgetaucht, in denen zum "Heiligen Krieg" aufgerufen wird. Dieses Material ist beschlagnahmt worden und wird nun ausgewertet, um möglicherweise Erkenntnisse über die Ziele der Anführer zu gewinnen.

Für Armin Mayer und seine Kollegen bei der KPIZ steht fest, was zu tun ist, wenn die Religionsfanatiker einen Nachfolgeverein für die verbotene Trägerorganisation des Multikulturhauses gründen wollen: "Dann werden wir schnell einschreiten." Polizei und Sicherheitsbehörden wollen vermeiden, dass Ulm und Neu-Ulm wieder zu einem Sammelbecken solcher Extremisten werden. Durch das Verbot des Multikulturhauses und durch die Erhöhung des Ermittlungsdruckes konnte erreicht werden, dass sich die Lage beruhigt hat.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren