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14.09.2007

Jetzt doch: Leipheimer Linde soll erhalten werden

Leipheim (heo) - Am Ende wollte jeder der Retter der Linde sein. Zum Beispiel Bürgermeister Christian Konrad (CSU) und sein Stellvertreter Willi Riedel (SPD). Egal ob das Themas auch ohne Antrag der SPD und auf Initiative der CSU auf der Tagesordnung Platz gefunden hätte: Die Leipheimer Stadträte kippten (mit fünf Gegenstimmen) ihren Beschluss vom 19. Juli diesen Jahres und und beschlossen stattdessen erhaltende Maßnahmen.

Vermutlich wird es, so Konrad, auf einen "Kronensicherungsschnitt" herauslaufen, bei dem der Baum um etwa 40 bis 50 Prozent reduziert werde.

Mit starkem Pilzbefall, Einsturzgefahr und einer selbst bei fachmännischer Sanierung maximalen Lebensdauer von nur noch acht bis zehn Jahren - so ein Gutachten - war im Stadtrat die geplante Fällaktion begründet worden.

Daran gibt es nun Zweifel. Es soll zudem nach anderen Möglichkeiten als einem Kronensicherungschnitt gefahndet werden. Selbst einen kompletten Erhalt der Linde halten einige Stadträte für möglich.

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So berichtete etwa Stadtrat Hans Schwind (FWB) von neusten Erkenntnissen über die Erhaltung alter Bäume, die er der Verwaltung zukommen lassen wolle. So habe er gelesen, dass Ummantelungen, wie sie an der Leipheimer Linde zur Sicherung angebracht sind, unter Umständen auch den "Fluss" des Baumes schädigen könnten. Und so einer Lebensverlängerung der Naturdenkmäler eher im Wege stehen.

Der geschasste SPD-Fraktionschef Hansjörg Weick legte den Stadträten einen Zeitungsartikel mit dem Titel "Viele werden zu früh abgeschrieben" vor. Darin kommt der Baumforscher Michael Brunner zu Wort, der in seinem Buch "400 Baumriesen Deutschlands" auch die Leipheimer Linde verewigt hat. "Das Wissen über alte Linden ist beängstigend rar", schreibt Brunner darin. Zu schnell würde an alten, ausgehöhlten Bäume aufgrund mangelnder Erfahrung die Säge angesetzt. Auch Konrad - wie alle bis auf fünf Stadträte - auf die Seite der Baumretter gewechselt, sprach sich dagegen aus, "Tabula Rasa" zu machen. So habe ihm ein Experte gesagt, dass man noch nie eine Linde an jenem Pilz (mit dem die Leipheimer Linde befallen ist) habe sterben sehen.

Rückschnitt nicht teurer

Fünf Stadträte stimmten gegen die Rücknahme des Beschlusses. Das Argument: Es gebe keine neuen Erkenntnisse. Das Problem werde nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, sagte etwa Hansjörg Reiff (CSU). Thomas Hallmann (FWB) betonte, dass ein Baum, der mit einem Bauzaun geschützt werden müsse, nicht mehr erlebbar sei. "Lieber eine neue Linde pflanzen."

Der Kronensicherungsschnitt kostet nach Verwaltungsangaben 4400 Euro. Eine Beseitigung würde etwa das gleiche kosten wie der Rückschnitt mit Schutz-Zaun.

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