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Burgau

13.09.2019

Lkw-Großkontrolle an A8: Abgefahrene Reifen und zu hohes Tempo

An der Zufahrt zur Rastanlage Burgauersee war eine Laserstelle eingerichtet. Die Polizeibeamten kontrollieren auch einige Autofahrer. Der Fokus lag an diesem Tag aber auf dem Schwerlastverkehr.
Bild: Peter Wieser

Bei einer Schwerpunktkontrolle an der Rastanlage Burgauer See legt die Polizei den Fokus auf den Schwerlastverkehr. Warum manche Fahrzeuge eine „tickende Zeitbombe“ sind.

Mittagszeit an der A8-Rastanlage Burgauer See: Auf einem der Parkplätze steht ein Lastwagen. Der Fahrer hat zur Auflage bekommen, am Auflieger einen abgefahrenen Reifen zu wechseln. Erst dann darf er seine Fahrt fortsetzen. Größere Beanstandungen habe es bis jetzt nicht gegeben, sagt Polizeikommissar Lars Bernhardt von der Autobahnpolizei Günzburg, der mit sechs weiteren Beamten vor Ort ist.

Der Kontrolltag am Donnerstag an der A8 steht unter der Überschrift „Die Brummis im Blick“, und ist Teil einer deutschlandweiten Verkehrssicherheitsaktion.

Auch Fernbusse werden kontrolliert

„Wir haben die Brummis immer im Blick“, erklärt Werner Schedel, Leiter der Autobahnpolizei. „Der Schwerverkehr ist für uns das ganze Jahr über Schwerpunkt und wir kennen die Problematiken, die dahinterstecken.“ Zur Zielgruppe gehöre dabei nicht nur der gewerbliche Güterverkehr, sondern auch der Personenverkehr, speziell Fernbusse werden kontrolliert.

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Die Ladung der Lastwagen wurde genau unter die Lupe genommen.
Bild: Peter Wieser

Schedel nennt drei Punkte, auf die die Beamten besonders achten: die Lenk- und Ruhezeiten, den technischen Zustand des Fahrzeugs wie abgefahrene Reifen oder gebrochene Bremsscheiben, und vor allem die Ladung. Gerade diese müsse ordnungsgemäß verstaut und gesichert sein. Gerate diese bei dem ohnehin schon schweren Fahrzeug einmal in Bewegung, wäre der Schaden ein noch viel größerer.

Die Speditionen arbeiten unter hohem Kosten- und Zeitdruck. Die Termine bestimmen nicht die Spediteure, sondern die Kunden. Der Lastwagenfahrer ist dabei das letzte Glied in der Kette, der das extrem zu spüren bekommt, machten die Polizeibeamten deutlich.

Die Kontrolle dauert etwa eine halbe Stunde

Zwischen den Autobahnanschlussstellen Zusmarshausen und Burgau hat sich mittlerweile wieder ein Polizeikombi, ein sogenanntes Fängerfahrzeug, positioniert. Zeigt ein Lkw oder ein Transporter Auffälligkeiten, wird das Fahrzeug zur Rastanlage gelotst. Soeben fährt der Kombi ein, gefolgt von einem Laster mit bulgarischem Kennzeichen. Auch wenn dieser optisch einen sehr guten Eindruck macht, wird er einer Kontrolle unterzogen. Eine halbe Stunde könne da schnell vorbei sein, erklärt Werner Schedel.

Dabei fordere man den Beamten vieles an Fachwissen ab. Manchmal sprechen die Ladepapiere eine ganz andere Sprache als die Ladung und bei einer Manipulation am Kontrollgerät, das die Lenk- und Ruhezeiten aufzeichnet, handelt es sich um eine Straftat, die mit mehreren 1000 Euro geahndet werden kann. Bei dem bulgarischen Lastwagen ist von all dem nichts der Fall.

Der Zustand der Fahrzeuge, speziell der Reifen, wurde kontrolliert.
Bild: Peter Wieser

Aber: Die Beamten stellen anhand des Gerätes mehrere Geschwindigkeitsübertretungen mit bis zu 101 Kilometern in der Stunde fest. Dies bedeutet: 98,50 Euro, die der Fahrer vor Ort bezahlen muss. Seine Ladung Kabeltrommeln muss er ebenfalls nachzurren, erst dann darf er seine Fahrt fortsetzen. Bezahlt wird übrigens in bar oder mit Hilfe eines sogenannten Card-Cash-Geräts, das Kredit, EC- oder Tankkarten akzeptiert. Schwieriger wird es, wenn der Fahrer nicht bezahlen kann.

Wenn der Laster stehen bleibt, reagieren die Speditionen sehr schnell

Dann bleibt das Fahrzeug in der Regel stehen, bis Geld transferiert wird. Dann reagieren die meisten Speditionen sehr schnell. Erreicht die Fracht nicht termingerecht den Empfänger, könnte es noch teurer werden.

Keine Beanstandungen gibt es bei den beiden Transportern aus Rumänien mit Fahrzeugteilen für einen Automobilhersteller in Frankreich. Der Laderaum ist verplombt, auf die Ladung hat bereits der Zoll ein Auge geworfen. Der Fernbus auf dem Weg von Wien nach Saarbrücken darf nach einer stichprobenartigen Kontrolle, auch einige der Insassen werden kontrolliert, ebenfalls seine Fahrt fortsetzen.

Hundefutter auf Paletten ist nicht ausreichend gesichert

Anders sieht es bei dem Laster aus der Ukraine aus, dessen Ladung, Hundefutter auf Paletten, nicht ausreichend gesichert ist. Auch der Zustand des Aufliegers ist nicht mehr der beste, befindet sich aber noch im Bereich des Erlaubten und Bremsscheiben und Reifen sind in Ordnung. Es gebe Fahrzeuge, die seien tickende Zeitbomben, sagt Polizeihauptmeister Thomas Hofmann. In diesem Fall muss sich der Fahrer weitere Zurrgurte besorgen, erst dann darf er seine Fahrt fortsetzen. Es gehe nicht darum, Bußgelder zu verteilen, sondern Entwicklungen aufzudecken und sich zu vergegenwärtigen, wo die Gefahren steckten, erklärt Werner Schedel. Dabei gehe man auch in den präventiven Bereich, man rede mit den Fahrern und sei mit diesen in Kontakt.

Der Kontrolltag konzentrierte sich am Donnerstag zwar auf den Schwerverkehr, in die Tasche greifen mussten aber auch einige Autofahrer. An der auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern in der Stunde begrenzten Zufahrt zur Rastanlage war eine Laserstelle eingerichtet. Spitzenreiterin war eine Mercedes-Fahrerin, die mit 128 Kilometern in der Stunde dort eingefahren war. Das Ergebnis: 188 Euro Bußgeld, einen Punkt in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

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