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Landesliga

22.11.2019

Nach Tätlichkeit: Bekommt der Ichenhauser Sturm acht Spiele Sperre?

So wird man Benjamin Sturm wohl länger nicht mehr sehen. Dem Kicker des SC Ichenhausen drohen acht Spiele Sperre.
Bild: Ernst Mayer

Den SC Ichenhausen bangt um einen seiner besten Spieler. Benjamin Sturm droht wegen einer Tätlichkeit eine lange Zwangspause. Wie der Verein darauf reagiert.

Beim SC Ichenhausen hatte man sich die letzten Wochen vor der Winterpause eigentlich etwas entspannter vorgestellt. Nach vier Punkten aus den jüngsten drei Spielen und einer mehr als ordentlichen Vorstellung gegen Tabellenführer Gundelfingen schien das Jahr für den Fußball-Landesligisten trotz der Abstiegsgefahr in der Liga versöhnlich zu enden.

Nun droht aber Ungemach. Das für Samstagnachmittag geplante Heimspiel müssen die Königsblauen absagen, obwohl sie gegen die ebenfalls stark gebeutelten Olchinger gerne einen Sieg geholt hätten. „Der Platz ist in einem wirklich schlechten Zustand“, sagte Abteilungsleiter Henning Tatje gegenüber unserer Redaktion. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Sturms Ausfall wäre für Ichenhausen eine Katastrophe

Viel mehr beschäftigt die Ichenhauser aber der Ausfall ihres Außenverteidigers Benjamin Sturm. Für seine Tätlichkeit im Derby gegen den FC Gundelfingen drohen dem 31-Jährigen laut Abteilungsleiter Tatje acht Spiele Sperre. Für den SC Ichenhausen eine kleine Katastrophe. Denn Sturm zählt zu den absoluten Säulen der Mannschaft. Der ehemalige Regionalliga-Spieler bringt nicht nur jede Menge Erfahrung mit, sondern bildet mit Yannick Maurer auf der linken Seite auch eine schnelle Achse, die immer für gefährliche Angriffe sorgt. Auch in der Abwehr ist der ausgebuffte Linksverteidiger nicht wegzudenken.

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Doch woher kommt die harte Strafe? Es läuft die 77. Minute im Gundelfinger Schwabenstadion. Im Kampf um den Ball kommen Sturm und sein Gegenspieler Jonas Schneider im Ichenhauser Strafraum zu Fall. Der Ball ist zu dem Zeitpunkt schon sicher bei SCI-Keeper Rrecaj. Ein Foul lag nicht vor, wie die Bilder von sporttotal.tv nahelegen. Sturm rollt auf den Rücken und stößt mit Schwung beide Beinen gegen den Brustkorb des gegenüber am Boden sitzenden Jonas Schneider. Der krümmt sich am Boden, während Sturm die Szenerie verlässt. Schiedsrichter Rico Spyra stellt den Ichenhauser sofort vom Platz und gibt Elfmeter, den Manuel Müller zum Endstand von 2:0 für die Gastgeber verwandelt. Schneider kann nach kurzer Behandlung weitermachen.

Sportgericht könnte höchste Strafe der bisherigen Saison verhängen

Rechtfertigt das nun die härteste Strafe, die das Sportgericht Bayern bisher in den höchsten drei Ligen auf Verbandsebene ausgesprochen hat? Nein, findet man beim SC Ichenhausen. „Ich glaube nicht, dass es Absicht war“, sagt Abteilungsleiter Tatje. Nach seiner Darstellung habe Sturm auf diese Weise aufstehen wollen. Diese Bewegung mache der 31-Jährige dabei wohl des Öfteren. Womöglich habe er nicht gesehen, dass der Gundelfinger direkt vor ihm gesessen habe. Diese Darstellung, so Tatje, habe der SCI auch in seiner Stellungnahme für das Sportgericht beschrieben. Er hofft, dass es bei vier Spielen Sperre bleibt.

Ob das Gericht deshalb die Strafe mildert, stand am Freitagabend noch nicht fest. Sollte es bei den acht Spielen bleiben, könnte Trainer Oliver Unsöld den Linksverteidiger erst Mitte April 2020 wieder einsetzen. Eins zu eins ist der Schlüsselspieler nicht zu ersetzen. Kleiner Trost: Im neuen Jahr kehrt Marco Schlittmeier nach einem Auslandssemester wieder in die Mannschaft zurück. Wie sein Fitnesszustand ist und inwieweit er dem Team in der Rückrunde weiterhelfen kann, ist allerdings offen.

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