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Verkehr

11.10.2019

Trotz Bedenken der Anlieger: Planung für GZ 5 startet

Das Planfeststellungsverfahren und damit die Vorbereitung für die Verlegung der GZ5 beginnt.

Die Verlegung der Straße in Kleinkötz gefällt nicht allen. Warum der Landkreis dennoch damit beginnen will

Restlos glücklich sind nicht alle. Trotzdem wird nun das sogenannte Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Kreisstraße GZ 5 im Bereich Kleinkötz eingeleitet. Das hat der Kreisausschuss bei einer Gegenstimme beschlossen. Wie berichtet, hatten Anlieger der künftigen Umgehungsstraße, darunter die Firma Alko, massive Bedenken angemeldet. Der Nutzen für die Allgemeinheit überwiege aber die Interessen einzelner, hieß es am Mittwoch im Ausschuss.

Anfang Juli dieses Jahres war eine Entscheidung im Kreisausschuss vertagt worden. Denn zu ihrer Überraschung hatten die Kreisräte hier erfahren, dass es Widerstand gegen die Verlegung der Kreisstraße gibt – von Privatpersonen wie von Unternehmen. Seinerzeit war beschlossen worden, zunächst weitere Gespräche mit den Kritikern zu führen.

Die haben inzwischen stattgefunden, wie der beim Staatlichen Bauamt Krumbach zuständige Abteilungsleiter Alex Eder im Ausschuss sagte. Wie zu erwarten: Die Bedenken seien nicht restlos ausgeräumt worden. Einige Kritikpunkte seien in die Planung eingearbeitet worden, andere nicht. „Aber man kann vorab nicht jedes Detail mit den Betroffenen klären“, betonte Eder. „Sonst kommen wir nicht voran.“

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Mit Ausnahme von Grünen-Rat Harald Lenz sahen das die übrigen Mitglieder des Kreisausschusses ebenso. Bestärkt wurden sie in ihrer Haltung durch den Kötzer Bürgermeister Ernst Walter, der zusammen mit einigen Bürgern als Zuhörer bei der Sitzung anwesend war. Auf Nachfrage von CSU-Rat Matthias Kiermasz erklärte Walter, die Gemeinde fordere schon seit Jahren die Verlegung der Kreisstraße, nicht zuletzt, um die Anwohner der Bahnhofstraße vom (Schwerlast-)Verkehr zu entlasten. Die Umgehungsstraße solle deshalb „schnellstmöglich“ gebaut werden, sagte Walter.

Der Ichenhauser Bürgermeister und CSU-Rat Robert Strobel sowie der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (SPD) hoben zudem die überörtliche Bedeutung der geplanten Umgehung hervor. Unter anderem werde damit das „Nadelöhr“ bei der Waldsiedlung und der Muna-Senke beseitigt. Ähnlich äußerten sich Josef Brandner (Freie Wähler) und Herbert Blaschke (FDP). Aus Gründen des Naturschutzes sprach sich einzig Harald Lenz gegen den Bau der neuen Straße aus.

Nach Angaben von Eder wird der Bau der Umgehung etwa sieben Millionen Euro kosten, hinzu kommen gut 1,7 Millionen für den noch nicht vollständig abgewickelten Grunderwerb. Die technische Planung sei abgeschlossen, folgen müsse noch die Planung in puncto Naturschutz. Das alles werde mit der Regierung von Schwaben abgesprochen, anschließend könne das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Im Rahmen dieses Verfahrens hätten dann auch die Kritiker Gelegenheit, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.

Der Burgauer Bürgermeister und Freie Wähler-Kreisrat Konrad Barm fragte, wie Eder die Erfolgsaussichten des nun beschlossenen Planfeststellungsverfahren einschätzt. „Ich habe keine Glaskugel“, erwiderte Eder. Er sehe aber einen großen „Gesamtnutzen“ durch die Umgehungsstraße. Werde dagegen aber vor Gericht geklagt, „dann zieht sich das über Jahre“. (kai)

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