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Kreis Günzburg

16.01.2017

Übernahme von Mitbewerber soll Alko voranbringen

Bei Achsen kennt sich Alko Fahrzeugtechnik aus. Bis Ende 2016 wurden 26 Millionen produziert. Jetzt soll mit einem Teil der BPW-Gruppe ein weiterer Mitbewerber übernommen werden.
Bild: Alko/André Becker (Archiv)

Der Chassis- und Achsenhersteller Alko aus dem Kreis Günzburg expandiert weiter und stärkt sich mit einer Firma aus Paderborn. Eine Behörde könnte allerdings noch etwas dagegen haben.

Seit gut einem Jahr sind Alko Fahrzeugtechnik und das US-Unternehmen Dexter Axle unter dem Dach von Dexko Global vereinigt – und damit weltweit größter Hersteller von Anhängerachsen beispielsweise für Reisemobile, Wohnwagen, leichte Nutzfahrzeuge und Nutzanhänger. Diese Position will nun Dexko Global ausbauen. Beabsichtigt ist, die BPW Fahrzeugtechnik aus Paderborn zu übernehmen. Die Firma ist etabliert am Markt und beschäftigt sich in erster Linie mit der Entwicklung und Fertigung von Fahrwerkstechnologie im niedrigen Achslastbereich. Rund 200 Mitarbeiter sind am nordrhein-westfälischen Standort Paderborn tätig.

Eine Entscheidung soll es in vier bis sechs Wochen geben

Harald Hiller, Geschäftsführer der Alko Fahrzeugtechnik, sieht in der Zusammenführung große Vorteile: „Wir stärken das Portfolio unseres Kerngeschäfts, gewinnen bewährtes Know-how und garantieren unseren Kunden Spitzenprodukte von höchster Qualität.“

Die Übernahme ist noch nicht in trockenen Tüchern, denn die Kartellbehörde muss dem Zusammengehen erst noch zustimmen. Mit einer Entscheidung wird in vier bis sechs Wochen gerechnet.

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Das Unternehmen sieht mehrere Vorteile

Die Manager der beteiligten Unternehmen heben die Vorteile hervor. So auch Markus Schell, persönlich haftender Gesellschafter der BPW Bergische Achsen KG. Die BPW Fahrzeugtechnik ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft. Durch die Übernahme könne sich die BPW-Firmengruppe der Entwicklung von Systemlösungen und Dienstleistungen für Gütertransport und Logistik stärker widmen als bisher. Und weiter: „Von dieser Übernahme profitieren alle Beteiligten. Die Mitarbeiter der BPW Fahrzeugtechnik werden mit der Alko Fahrzeugtechnik weiterhin Teil eines weltweit tätigen Traditionsunternehmens mit langfristiger strategischer Ausrichtung bleiben.“ Ob und wie sich die Übernahme durch Dexko Global langfristig auf die Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen auswirken wird, wurde am heutigen Abend nicht kommuniziert.

Der Alko Fahrzeugtechnik gereicht dieser Deal jedenfalls nicht zum Nachteil, schätzen Beobachter ein. Der Expansionskurs wird damit nach dem Kauf der Winterhoff-Gruppe im Sommer des vergangenen Jahres fortgesetzt. Damals hatte die Fahrzeugtechnik von Alko den gesamten Bereich der Produktsparten Stützräder, Kupplungen und Beschläge übernommen. Mit BPW verschwindet nun ein weiterer Mitbewerber. Der Konzentrationsprozess in diesem Marktsegment setzt sich fort.

Die meisten Mitarbeiter sind im Landkreis Günzburg tätig

Alko Fahrzeugtechnik ist bei Dexko Global für das gesamte außer-amerikanische Geschäft zuständig. Von den insgesamt rund 2500 Mitarbeitern sind 1070 in Deutschland beschäftigt – und davon der Löwenanteil (850) im Landkreis Günzburg an den drei Standorten Kötz, Ettenbeuren und Ichenhausen. Das Technologieunternehmen ist in mehreren Kontinenten (Europa, Südamerika, Asien und Australien) ansässig und agiert global.

In einer Betriebsversammlung in Paderborn wurden die BPW-Beschäftigten heute über die anstehende Übernahme informiert. Keine Auskunft gab es allerdings darüber, mit wie viel Geld das verbunden sein wird. „Zur Höhe des Transaktionsvolumens“, schreibt Alko Fahrzeugtechnik in einer Pressemitteilung, „haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.“

Das ist die Alko-Fahrzeugtechnik

Fahrzeugtechnik ist bei Alko die bedeutendste Sparte. Am 1. Januar 2016 wurde dieser Bereich der Firmengruppe mit Dexter Axle (USA) zusammengebracht. Das neue Unternehmen Dexko Global bietet Kunden mehr als 20 000 Artikel. Alko Fahrzeugtechnik erzielte 2015 einen Umsatz von 393 Millionen Euro. 2016 sollte das auf 420 Millionen Euro gesteigert werden. Neben 26 Millionen Achsen wurden bis Ende des vergangenen Jahres 1,5 Millionen Caravan-Chassis und 270 000 Motor-Chassis für Reisemobile und Nutzfahrzeuge hergestellt.

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