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Vandalismus im Landkreis: Die Täter schaden sich am Ende selbst

Vandalismus im Landkreis: Die Täter schaden sich am Ende selbst
Kommentar Von Rebekka Jakob
13.07.2019

Wieder sind Schmierereien an öffentlichen Plätzen aufgetaucht, diesmal in Günzburg. Die Täter schaden damit nicht nur der Allgemeinheit. Sie schneiden sich mit ihren Aktionen ins eigene Fleisch.

Wieder einmal muss die Stadt Günzburg in die Kasse greifen, um die Spuren von Vandalismus zu beheben. Mitarbeiter der Stadtverwaltung entdeckten am Aufgang zum Turniergarten an die Wände geschmierte Botschaften, zum Teil kryptische Buchstabenkombinationen und Zahlenreihen, die manche wohlwollend als letzte Ziffern der Günzburger Postleitzahl lesen wollen.

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Andere sehen hinter „312“ allerdings eher einen Code, der in Buchstaben übersetzt für eine üble Beleidigung gegen Polizeibeamte steht. Aber wer weiß schon wirklich, was in den Köpfen von Leuten vorgeht, die meinen, sich derart ausdrücken zu müssen. Bei der Stadt Günzburg waren die Gedanken in dieser Sache jedoch ganz klar: Das lassen wir uns nicht gefallen. 1000 Euro Belohnung hat der Oberbürgermeister für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

Mit den künstlerischen, bunten Graffiti, die von echten Street-Art-Künstlern gestaltet werden (inzwischen übrigens meist legal), haben diese Schmierereien nichts zu tun. Den Machern geht es nicht darum, etwas zu schaffen, sondern zu zerstören. Den Tätern sind die Stadt, in der sie leben, das Eigentum anderer Leute, die Gefühle anderer Menschen einfach egal. Die Schmierereien – egal ob im Günzburger Turniergarten, an der Bühne im Ichenhauser Hindenburgpark oder am „Galgenbrünnele“ im Stadtpark von Thannhausen – zeigen im Grunde nur einen erschreckenden Mangel an Respekt und Gemeinsinn. Deswegen ärgern sich die Betroffenen, besonders in den Rathäusern, auch so sehr darüber. Denn sie stellen schon Berufs wegen den Gemeinsinn an erste Stelle – und würden das Geld statt für sachdienliche Hinweise oder eimerweise neue Farbe lieber für Dinge ausgeben, die den Menschen in der Stadt tatsächlich nutzen.

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Somit schaden die Täter tatsächlich allen – und auch ein Stück weit sich selbst. Gezielte Jugendarbeit und Angebote für Jugendliche in einer Stadt beispielsweise stehen vielerorts auf dem Prüfstand, weil den Kommunen das Geld ausgeht. Den Städten und Gemeinden aus Frust über einen vermeintlichen Mangel mit solchen Attacken zu schaden, wird sicher nicht dazu beitragen, dass das Geld für Jugendhäuser und Treffs lockerer sitzt.

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