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Günzburg

22.07.2016

Was im Legoland alles geplant ist

Der Freizeitpark Legoland Resort in Günzburg darf im Feriendorf weiter bauen. Der Stadtrat gab grünes Licht für eine Bebauung in Richtung Osten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Legoland will weiter wachsen. Was alles im und um den Günzburger Freizeitpark geplant ist und was die Genehmigungsbehörden dazu sagen.

Es ist nichts weniger als die Grundlage für eine millionenschwere Entwicklung: Der Bau- und Umweltausschuss des Günzburger Stadtrats hatte am Dienstagabend den Entwurf des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans „Freizeitresort Legoland“ auf dem Tisch. Der Plan regelt, wie das Unternehmen auf seinem Gelände weiter wachsen kann – aus diesem Grund nahm auch Legoland-Geschäftsführer Martin Kring im Zuhörerraum des Großen Sitzungssaals Platz. Zu beraten hatten die Stadträte über Stellungnahmen zu den Plänen, darunter auch aus den Nachbarkommunen.

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Die Vorgeschichte von Legoland in Günzburg

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig erklärte in der Sitzung die Vorgeschichte der Legoland-Planung, die sich mittlerweile bereits über 20 Jahre, von der ersten Anfrage im Rathaus, hinzieht. „Damals hatte man den Freizeitpark in den Bebauungsplan des Kimmerle-Areals aufgenommen, um keine Zeit zu verlieren“, so Jauernig. Schließlich hatte die Kleinstadt Günzburg damals mit der Millionenmetropole Tokio um die Ansiedlung konkurriert. Später, als der Park dann tatsächlich da war, wurde der Bebauungsplan geteilt, die Vorgaben passten jedoch noch nicht ganz zu den tatsächlichen Unternehmensplänen.

In den vergangenen Monaten hatte Legoland immer wieder Bauvorhaben bei der Stadt eingereicht – weil der neue Bebauungsplan 81 jedoch noch immer in Bearbeitung war, mussten jeweils Befreiungen von den bisher gültigen Plänen erteilt werden, zuletzt beispielsweise für die Lego Ninjago World, den neuen 9,2 Millionen Euro teuren Themenbereich, den der Freizeitpark in der kommenden Saison eröffnen möchte.

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Legoland muss für Expansion Waldflächen roden

Die jetzt besprochenen Pläne sollen künftige Bauvorhaben vereinfachen. Hier ist geregelt, wo gebaut werden darf, wie und wie groß Verkaufsflächen aussehen dürfen und welche Vorgaben über einen zusätzlichen städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Das betrifft unter anderem den Ersatz von Waldflächen, die Legoland für seine weitere Expansion auf dem Gelände roden muss.

Dieser Punkt hatte unter anderem die Aufstellung der Pläne lange verhindert, jetzt wurde eine flexible Lösung gefunden: Die Ausgleichsflächen müssen nicht auf einmal für insgesamt 21,17 Hektar Rodungsfläche nachgewiesen werden, sondern quasi portionsweise. Insgesamt hat Legoland Deutschland derzeit eine Fläche von 140 Hektar.

Legoland hat Genehmigungen für Luxushotel und Freizeitbad

Dort könnte noch einiges geschehen – ein großes Luxushotel hatte Legoland vor einiger Zeit bereits beantragt und genehmigt bekommen, aufgrund von Kundenbefragungen jedoch wieder zurückgestellt. Im neuen Bebauungsplan ist es nach wie vor ein Thema, die dafür notwendige Gebäudehöhe von bis zu 25 Metern wurde auf einer Fläche im Feriendorf vorgesehen. Ein ganz besonderes Vorhaben ebenfalls: Auch ein mögliches Freizeitbad mit Wellnesseinrichtungen kann Legoland den Vorgaben zufolge bauen. Das gefällt der Stadt Leipheim nicht – sie hatte bereits 2014 in ihrer Stellungnahme zu den Plänen gefordert, die entsprechenden Nutzungen aus dem Plan zu streichen. Diese könnten „gleichartige öffentliche Einrichtungen, die bereits im Umfeld bestünden und steuerfinanziert seien, im Bestand gefährden“, heißt es in der Begründung.

Ein Wunsch, den die Günzburger Räte einhellig ablehnten. Jauernig: „Wir können nicht als Stadt aktiv werden, indem wir eine von uns allen gewünschte Einrichtung verbieten. Wir brauchen im nördlichen Landkreis ein Angebot für Schule und Vereinssport, und wir wären glücklich, wenn wir darüber hinaus auch ein Freizeitbad nach Günzburg holen.“ Ein steuerfinanziertes Sportbad könne keine Konkurrenz zu einem Spaßbad eines privaten Anbieters darstellen – das ergebe sich schon allein aus den Eintrittspreisen, die verlangt würden.

Geplante Trasse würde Freizeitparkgelände schneiden

Einem weiteren Wunsch aus der Nachbarschaft wollten die Günzburger ebenfalls nicht entsprechen: Die Stadt Ichenhausen und das staatliche Bauamt Krumbach wollten die neue Osttrasse der B 16-Umfahrung in die Pläne eingetragen wissen – mit allen Konsequenzen, wie Abständen zu Gebäuden und Bepflanzung, die sich dadurch ergeben würden. Die Trasse, die weiterhin hoch umstritten ist, würde nördlich der Waldsiedlung in Richtung der bestehenden Bundesstraße laufen und dabei das Freizeitparkgelände an einer Ecke schneiden.

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Bild: Ulrich Wagner

„Für diese Umfahrung gibt es noch kein Baurecht – und wir beziehen uns bei der Planung auf die Gegenwart und nicht auf das, was einmal kommen könnte“, so der Oberbürgermeister. Die Gemeinde Kötz hatte die Änderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplans rundweg abgelehnt – unter anderem auch mit der Begründung, dass dadurch die Umfahrung nicht mehr an die bestehende Trasse angeschlossen werden könne. Stadtrat Günter Treutlein (CSU): „Mit unserem Beschluss stellen wir uns nicht gegen die Trasse, wir halten uns aus der Debatte einfach heraus. Da müssen erst die Hauptverantwortlichen ihre Hausaufgaben machen.“

Günzburg erlebt gerade einen Boom

Ihre Hausaufgaben gemacht haben dagegen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die an Planungen und Stellungnahmen intensiv gearbeitet haben, wie Oberbürgermeister Jauernig betonte. „Das war ein riesiges Pensum, das unsere Bauverwaltung ohne Personalmehrung geleistet hat - und trotzdem ist praktisch nichts liegen geblieben.“ Die Stadt erlebe derzeit einen Boom, der sich auch in der Arbeit und zahlreichen Überstunden im Rathaus bemerkbar mache. Gerade seien neue Gespräche mit einem Investor geführt worden, der sich für die Bebauung einer Industriebrache in der Stadt interessiere.

Einen Großteil des Booms habe die Stadt freilich der Legoland-Ansiedelung vor fast 15 Jahren zu verdanken. „Mittlerweile sind wir touristisch in Bayern und Deutschland eine große Nummer“, so Jauernig. Die vom Bauausschuss gefassten Beschlüsse seien eine gewaltige Standortabsicherung für das Unternehmen mit 200 Festangestellten und 800 Saisonkräften und zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Besuchern jährlich.

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