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Leipheim

20.09.2019

Wie geht es mit dem Schwarzfelderhof weiter?

Zahlreiche Feriengäste erholen sich bereits auf dem Gelände des Schwarzfelderhofs zwischen Leipheim und Riedheim. Das Angebot soll nun erweitert werden. Doch nicht alle Pläne stoßen bei den Stadträten auf Begeisterung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Schwarzfelderhof bei Leipheim möchte erweitern. Doch die Pläne sorgen im Stadtrat für Kritik. Der Betreiber spricht dabei allerdings von einem großen Missverständnis.

Die Betreiber des Schwarzfelderhofs zwischen Riedheim und Leipheim wollen erweitern. Das ist bekannt (Lesen Sie dazu:Neue Ferienhäuser und eine Gaststätte am See ) . Fünf neue Ferienhäuser sollen entstehen und ein Gasthaus, das nicht nur für die Feriengäste des Campingplatz zur Verfügung steht (wie es bislang der Fall war), sondern auch Gäste aus dem Umkreis anlocken soll. Dieser Öffnung haben die Leipheimer Stadträte bereits zugestimmt.

Dafür muss aber der Bebauungsplan geändert werden. Bei der Diskussion über die Stellungnahmen öffentlicher Träger kam dann in der jüngsten Sitzung aber ein ganz anderes Aspekt auf den Tisch.

Läden auf einer Gesamtfläche von 1500 Quadratmetern wären möglich

Zum ersten Mal hörten die Räte, dass auch Läden auf einer Gesamtfläche von 1500 Quadratmetern möglich wären. Brigitte Mendle (Grüne) sah darin eine Konkurrenz zum Dorfladen in Riedheim. „Ich finde es ja schön, wenn Unternehmer Ideen haben und sich entwickeln wollen.“ Diesen Schritt sah sie aber kritisch. Ein weiteres Problem aus ihrer Sicht: das zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen, wenn die Gastronomie für alle offen steht und eben nicht, wie bislang, nur für die Feriengäste des Schwarzfelder Hofs.

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Volkhard Schreiner (CSU) kritisierte vor allem die Flächengröße von 1500 Quadratmetern, auf der Läden realisiert werden könnten. „So groß kann man nicht mal im Zweckverbandgebiet bauen.“ Auch er sah darin eine Konkurrenz zu anderen Einrichtungen in Leipheim. Der Öffnung der Gastronomie hat die CSU-Fraktion zugestimmt. Dabei sollte es bleiben, doch was die Läden betreffe, spreche sich die CSU dagegen aus. Alexander Besdetko (FWL) war hingegen „absolut dagegen“.

UWG kritisiert "Salami-Taktik"

Es sei, so kritisierte er, „kein Ende absehbar, es kommt immer noch was dazu“. Horst Galgenmüller warf dem Antragsteller eine „Salami-Taktik“ vor. Er plädierte dafür, die Möglichkeit, Läden zu errichten, herauszunehmen, um den Dorfladen in Riedheim zu schützen. „Was soll auf 1500 Quadratmetern entstehen?“, fragte Dieter Ammicht (SPD). Es sei verwunderlich, dass bislang nur über die Gastronomie gesprochen worden sei. „Von Läden und von dieser Größe war nicht die Rede.“

Bauamtsleiter Jürgen Mößle klärte über die Zusammenhänge auf. Dabei stellte sich heraus, dass die Läden und die Größe der Fläche keinesfalls neu sei. Seit 2006 besteht der aktuelle Bebauungsplan, darin ist auch geklärt, welche Nutzung erlaubt ist. Und dort wurde bereits aufgeführt, dass Läden erlaubt seien. Ebenso die Fläche von 1500 Quadratmetern. Wenn diese Nutzung verhindert werden soll, muss der Bebauungsplan erneut geändert werden, das Verfahren würde damit von vorne beginnen, erläuterte Bauamtsleiter Jürgen Mößle.

Zu einer Entscheidung kamen die Stadträte in ihrer Sitzung nicht. Der Tagesordnungspunkt wurde auf die kommende Sitzung, die bereits Ende September stattfindet, vertagt.

"Es handelt sich um ein großes Missverständnis"

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Stefan Mannes, der das Gasthaus und die Ferienhäuser betreiben möchte, gestern: „Es handelt sich um ein großes Missverständnis.“ Er machte deutlich, dass ein großer Laden oder mehrere Läden auf dieser großen Fläche nie geplant gewesen seien und auch in Zukunft nicht geplant sind. Die Option bestehe bereits seit etlichen Jahren und sei nie realisiert worden. Erst bei der öffentlichen Auslegung habe sich das Landratsamt an dem Passus, der seit 2006 gilt, gestört. „Das ist nicht unser Geschäft. Wir sind Gastronomen und Touristiker“, betonte er.

Wie Stefan Mannes erklärte, habe er bereits Kontakt zu der Stadt aufgenommen. Wenn überhaupt könne er sich einen kleinen Laden, beschränkt auf maximal 100 Quadratmetern, vorstellen, in dem Waren vom Hof gekauft werden können – allerdings nicht von der Allgemeinheit, sondern nur von Feriengästen. So soll es auch festgehalten werden.

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