1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Zupfen, schlagen und auf der Gitarre trommeln

Offingen

30.10.2018

Zupfen, schlagen und auf der Gitarre trommeln

Virtuos und emotionsgeladen präsentierten sich die Voggbrothers an der Konzertgitarre am Sonntag im Klaiberhaus in Offingen. Matthias (links) und Sebastian Vogg vereinigten sämtliche Musikgenres zu einem Konzert.
Bild: Peter Wieser

Die Voggbrothers begeistern das Publikum im Offinger Klaiberhaus mit ihren virtuosen Fähigkeiten.

Zwei Stühle, zwei Fußschemel und zwei große Gläser Mineralwasser – viel mehr brauchte es für Matthias und Sebastian Vogg nicht. Jetzt gaben die Voggbrothers im Klaiberhaus in Offingen ein Gitarrenkonzert, ihr erstes eigenes überhaupt. Eingeladen hatte die Volkshochschule Günzburg mit der Außenstelle Offingen in Zusammenarbeit mit dem Markt Offingen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Dass die Vhs extra das schlechte Wetter bestellt habe, damit möglichst viele Besucher kämen, wie Geschäftsführerin Petra Demmel scherzend bemerkte, erwies sich schnell als ein Gerücht. Die wären nämlich auch bei strahlendem Sonnenschein gekommen, denn der Saal im ersten Stock war voll. Dass die beiden Brüder aus Deubach nicht nur die klassische Gitarre perfekt beherrschen, sondern auch Modernes in ihrer eigenen Version interpretieren, das ist unter denen, die sie schon einmal gehört haben, bekannt. Also: Keine Mikrofone, keine Verstärker, sondern mit zwei Konzertgitarren einfach nur nahe am Publikum sein.

Die zwei verstehen ihr Handwerk

Schon mit dem Eingangssong „Tamacun“ des mexikanischen Gitarrenduos Rodrigo y Gabriela bewiesen die Voggbrothers, dass sie ihr Handwerk verstehen. Vor allem, wie man das Publikum mit einer Mischung aus virtuosem, an Flamenco erinnerndem Gitarrenspiel und einem Rhythmus, bei dem der Gitarrenkorpus schon einmal zum Schlaginstrument wird, in seinen Bann zieht. Aber die Voggbrothers konnten auch anders, indem sie sämtliche Musikgenres in ihrem Konzert vereinigten.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Von Brahms’ „Ungarischem Tanz“ und Mozart’s „Türkischem Marsch“, mit ein bisschen Filmmusik, wie Christina Perri’s „A thousand Years“ und Ramin Djawadi’s „Game of Thrones Theme“, bis hin zu Led Zeppelin’s „Stairway to Heaven“. Aber auch einige selbst komponierte Stücke standen auf der Setlist. „Man schreibt drauf los und irgendwann kommt auch etwas dabei heraus“, bemerkte Matthias Vogg. Dass die Eigenkompositionen englische Titel hätten, liege daran, dass diese eben besser klängen, erklärte Sebastian Vogg. Ganz unrecht hatte er damit nicht. „Voggbrothers“ höre sich halt auch besser an als möglicherweise „Die Vogg-Buam“ oder so ähnlich.

Ein munterer Schlagabtausch mit Gitarren

Nach der Pause erinnerte die „Löwenzahn-Titelmelodie“ an den Bauwagen von Peter Lustig, bei Leonard Cohen’s „Halleluja“ durfte man sich ruhig auch einmal den Text dazudenken und Queen’s Bohemian Rhapsody erweckte den Eindruck eines munteren Schlagabtausches zweier Vogg-Gitarren untereinander. Offensichtlich hatte mancher aus dem Publikum eine derartige Präzision und Fingerfertigkeit an der Konzertgitarre nicht erwartet, das zeigte allein schon der Applaus. „Des isch so genial“, bemerkte eine Besucherin und zwei Offingerinnen zeigten sich nicht weniger begeistert, was die Voggbrothers da alles aus ihren Gitarren herausholten.

Zwei Zugaben hatten sie ebenfalls mit dabei und auf eine hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt schon selbst gewartet: Metallica’s „Nothing else matters“, emotional geladen und sicherlich auch eines ihrer Lieblingsstücke. Noch einmal mit „Hanuman“ ein Song von Rodrigo y Gabriela, so wie das Konzert begonnen hatte: Zupfend, schlagend und nebenbei mit den Fingern auf die Gitarren trommelnd verabschiedeten sich die Voggbrothers von ihrem Publikum. Eine Stimme von irgendwo aus dem Saal brachte es kurz und bündig zum Ausdruck: „Schön war’s.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren