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Vöhringen

06.02.2017

1000 Lichter für Toleranz

Menschen mit Kerzen und Fackeln wollten in Vöhringen ein Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen. Rund 250 Bürger waren gekommen, um ihren Willen zu mehr Gerechtigkeit und mehr Toleranz zu bekunden.
Bild: Ursula Katharina balken

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung erinnern Volkshochschule und Stadt Vöhringen daran, wie wichtig Menschlichkeit in diesen Zeiten ist. Und daran, dass jeder Einzelne gefragt ist.

Das flackernde Licht der Kerzen und Fackeln hat fast einen Hauch von Romantik. Aber es ist alles andere als das. Bürger von Vöhringen wollen ein Zeichen setzen gegen Terror und Gewalt, wollen die Sinne schärfen für das Unrecht, das jeden Tag weltweit geschieht. Sie haben sich auf dem Hettstedter Platz versammelt und folgten damit dem Ruf der Volkshochschule (Vhs) im Landkreis Neu-Ulm und der Stadt Vöhringen, die gemeinsam die Aktion „1000 Lichter für Frieden und Toleranz“ initiiert hatten. Man könnte auch sagen, es ist ein stummer Hilfeschrei gegen Grausamkeit: Denn Menschen wünschen sich nichts mehr als in Frieden gemeinsam auf dieser Erde leben zu können.

Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen, sagt Bürgermeister Karl Janson: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Terror und Krieg, Unrecht und Gewalt, dass Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land jemals wieder eine Chance bekommen.“ Die Sorge um den Frieden wachse. „Die größte Gefahr ist nämlich, dass man glaubt, er sei selbstverständlich und für immer gesichert“, so Janson. Jeden Tag müsse man dafür kämpfen, dass Frieden neu erarbeitet werde, in der Familie, Schule, in der Nachbarschaft, in Vöhringen und im ganzen Land. Gewalt dürfe man als Mittel der Auseinandersetzung nicht akzeptieren, dem müsse man sich entschlossen entgegenstellen.

Die jüngere Generation muss, so Janson, in die Pflicht genommen werden. Die Gesellschaft müsse von Intoleranz, rassistischem Gedankengut und antidemokratischen Tendenzen befreit werden. Die Werte der Toleranz, des Respektes, der Gleichheit, der Solidarität und des Friedens zu achten und zu schützen, diese Werte dann auch zu leben, das sei ein gemeinsamer Auftrag. Janson: „Miteinander statt gegeneinander, für Einbeziehung statt Ausgrenzung.“ Bürgermeister Janson rief dazu auf, „ein Netz des Friedens und des Dialogs zu knüpfen“.

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Die Mitglieder der Feuerwehr waren zur Stelle, sie trugen Fackeln und umsäumten die Bürger, die gekommen waren. Felix Schmid am E-Piano ließ sich musikalisch durch das Thema der Veranstaltung inspirieren. Lama Alhamada und Masoud Golmochammadi aus den Übergangsklassen der Uli-Wieland-Mittelschule sprachen davon, dass niemand Krieg wolle und wie erstrebenswert Friede sei. Patrizia Rapp und Lilli Wiedenmann trugen Gedichte vor und das Trio Cédric Broderson, Sena Ergözen und Celine Kunze vom Illertal-Gymnasium sangen ein französisches Lied, das ans Herz ging. Zudem spielte die weithin bekannte Klezmerband Mesinke.

Mit Sylvia Rohrhirsch, Beate Altmann und Andrea Kümpfbeck saßen drei Frauen auf dem Podium, die menschliche Schicksale sowie die Folgen von Terror, Hass und Intoleranz in verschiedenen Situationen hautnah miterlebt (siehe eigener Bericht). Ronald Hinzpeter, Redaktionsleiter der Neu-Ulmer Zeitung und der Illertisser Zeitung moderierte einfühlsam und hakte immer dann vorsichtig nach, wenn zu einem Thema noch Fragen greifbar waren. Bei Beiträgen aus dem Publikum ging es unter anderem um deutsche Waffenexporte und die Furcht davor, dass IS-Kämpfer mit dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland gekommen sein könnten. Zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich danach die Organisatoren Dieter Rösch und Bürgermeister Janson.

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