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Memmingen

13.11.2019

24-Jähriger steht wegen fünf Vergehen vor Gericht

Für Vergehen in Babenhausen muss sich ein 24-Jähriger Oberschwabe vor dem Memminger Amtsgericht verantworten.
Bild: Werner Mutzel

Schlagen, Spucken, Drohen: Ein junger Mann ist wegen einer ganzen Liste an Vergehen angeklagt. Einige davon sollen in Babenhausen stattgefunden haben.

Memmingen Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung und vorsätzliche Körperverletzung warf die Staatsanwaltschaft einem 24-Jährigen aus Oberschwaben vor. Auch wegen Beleidigung und Bedrohung musste er sich zusammen mit Bekannten vor Gericht verantworten.

Laut Anklage sei der Mann, der zu diesem Zeitpunkt keinen Führerschein besaß, im September vergangenen Jahres mehrfach mit einem Auto in Babenhausen unterwegs gewesen. Anders habe er seinen Umzug einfach nicht organisieren können, versuchte der Mann sich herauszureden. Mit der Sachbeschädigung, die einen Monat später ebenfalls in Babenhausen stattfand, habe er nichts zu tun gehabt. Vorgeworfen wurde ihm, spät abends in einem Wohnhaus Sturm geklingelt zu haben. Als niemand öffnete, soll er gegen die Hauswand geschlagen, sowie die Kreidetafel einer Gaststätte und die Klingelanlage beschädigt haben. Der Schaden am Haus soll rund 2000 Euro betragen.

Freundin erinnert sich vor Gericht nicht mehr an die Schläge

Weiter soll der 24-Jährige seine in Babenhausen wohnende Freundin ins Gesicht geschlagen haben – und zwar so heftig, dass ein Zahn locker war und die Lippe der Frau aufplatzte. Zu Hilfe gerufene Polizeibeamte haben geringe Alkoholwerte bei den Beiden festgestellt. Während die Geschädigte gegenüber der Polizei von lediglich einem Faustschlag sprach, gab deren Mutter an, dass die Tochter sieben bis acht Mal geschlagen wurde. Vor Gericht konnte die Mutter allerdings nicht aussagen. Sie befindet sich gerade in psychiatrischer Behandlung und ist nicht vernehmungsfähig. Die Töchter will bei ihrer jüngsten Aussage nichts mehr von Schlägen wissen. Es sei ein „ganz normaler Streit“ gewesen, bei dem es lediglich zu einem Gerangel kam. Infolgedessen sei sie wohl gegen die Tischplatte gefallen und habe sich so den Zahn locker geschlagen.

24-Jähriger steht wegen fünf Vergehen vor Gericht

Die Zeugin, die von dem Angeklagten bedroht und beleidigt worden sein soll, konnte sich an weit mehr Details erinnern. Sie sei dem 24-Jährigen in einer verkehrsberuhigten Zone begegnet. In der engen Straße sei der Angeklagte und sein Bekannter mit einem Hund mitten auf der Fahrbahn gelaufen. Die Zeugin gab an, den beiden erst hintergefahren zu sein. Weil sie den Eindruck habe, die Männer hätten sie nicht bemerkt, habe sie gehupt. Daraufhin sei es zum Eklat gekommen. Der 24-jährige Hauptangeklagte habe ihr vorgeworfen, dass sie seinen Hund überfahren wollte. Anschließend drohte er ihr mit dem Tod und trat gegen den Scheinwerfer des Wagens.

Der zweite Angeklagte spuckt einer Frau ins Auto

Am Ende der Straße hätten sie die zwei Angeklagten nicht ausfahren lassen, sondern den Weg blockiert und auf das Auto gespuckt. Der Bekannte des Hauptangeklagten, den die Zeugin lose als Nachbar ihrer Eltern kennt, habe ihr weiterhin vorgeworfen, sie hätte einen Behinderten überfahren wollen. Denn nach 18 Notoperationen vor zwei Jahren sei er zu 80 Prozent behindert. Er behauptete vor Gericht, dass auch die Zeugin ihn provoziert habe. Sie soll im vorgeworfen haben, dass er sich nur sein Bein gebrochen habe, um an die behindertengerechte Dachgeschosswohnung in dem Haus, in dem auch ihre Eltern wohnen, zu kommen.

Daraufhin habe der Nebenangeklagte ihr ins Gesicht und das Innere des Autos gespuckt und gedroht, sie solle aufpassen, sonst seien ihre Kinder bald Pflegekinder, sagte die Zeugin weiter aus. Dies bestreitet der Mann jedoch. Er, selbst Vater, würde so etwas nie sagen. Für seine Spuckattacke entschuldigte er sich jedoch: „Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Sie hat über meine Gesundheit gesprochen, ohne zu wissen, was ich durchgemacht habe.“ Als die Polizei eintraf, seien die beiden Beschuldigten bereits nicht mehr am Tatort gewesen. Die als Zeugin geladene Polizistin erklärte, dass die Angeklagten noch Gegenanzeige erstatten wollten, jedoch dazu nicht auf der Dienststelle erschienen seien.

Richterin hält Aussagen der Zeugin für sehr glaubhaft

Letztlich sieht die Staatsanwaltschaft sowie Richterin Katrin Krempel die Aussage der Geschädigten als sehr glaubhaft an, was für den geständigen Nebenangeklagten in Anbetracht seiner finanziellen und gesundheitlichen Umstände eine Geldstrafe von 40 mal 30 Euro. Für den Hauptangeklagten aus Oberschwaben plädiert die Staatsanwältin auf eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, die noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Richterin Krempel sieht das Fahren ohne Fahrerlaubnis, Beleidigung und Bedrohung als belegt und verurteilt den Hauptangeklagten dafür zu sechs Monaten auf Bewährung. Weiter soll er 1500 Euro Strafe bezahlen und bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

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