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26.06.2009

Allgäu-Airport: Sicherheit ist das A und O

Senden/Memmingerberg Zur Polizei zu gehen, das war schon ein Kindheitstraum von Erwin Zanker. Heute ist er Hauptkommissar, hat zahlreiche Karrierestationen hinter sich und leitet jetzt die Dienstgruppe Flughafen der Polizei Memmingen. Mit seinem starken Team ist Erwin Zanker zuständig für alles, was am Allgäu-Airport in Memmingerberg mit dem Thema Sicherheit zu tun hat. Und das ist eine Menge.

Gestern schreckte eine Untersuchung der Pilotenvereinigung Cockpit auf: Die Experten bemängelten Sicherheitsstandards auf dem Airport, meinten damit aber Pistenbeleuchtung und Schilder. "Das ist nicht Sache der Polizei", stellt Erwin Zanker klar. "Darum muss sich das Luftamt und der Betreiber kümmern." Für die polizeiliche Seite indes kann Zanker beruhigen: Alles ist im grünen Bereich.

Am 1. Februar hat er das Amt übernommen, was absolutes Neuland war. Auch für die Polizei Memmingen, denn einen zivilen Flughafen gab es bislang nicht. Seit der Allgäu-Airport eröffnet wurde, boomt er. Waren es im ersten Jahr um die 460 000 Fluggäste, erreichen die Betreiber heuer schon über das Doppelte - Tendenz steigend. Und darauf muss freilich auch und vor allem die Flughafenpolizei vorbereitet sein. Für Erwin Zanker und seine Mannschaft heißt das: Wachsen. Denn die Anforderungen werden immer größer.

Mit weinendem Auge

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Sechseinhalb Jahre war Zanker, bevor er zum Allgäu-Airport wechselte, stellvertretender Polizeichef in Senden. Dann bewarb sich der 45-Jährige auf die neue bayernweit ausgeschriebene Stelle - mit Erfolg. Aber er ging auch mit einem weinenden Auge. "In Senden ist einfach ein Superteam, das habe ich trotz allem nur sehr ungern verlassen", sagt Zanker.

Da er aber im südlichen Landkreis daheim ist, war die Chance, in Memmingerberg die Flughafenpolizei zu leiten, ebenfalls sehr reizvoll. Und es macht ihm Spaß. "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit."

In seinen 26 Polizeijahren hat Erwin Zanker schon viel gesehen. Das gibt ihm die Erfahrung. Angefangen hatte er bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg, war in Dachau und danach Gruppenführer beim Unterstützungskommando, arbeitete später bei der Kriminalpolizei und kümmerte sich um Brandstiftung und Tötungsdelikte. Zanker kennt die Wachen in Weißenhorn, Neu-Ulm. Und er studierte auf der Beamtenfachhochschule für den gehobenen Dienst in Fürstenfeldbruck.

Viel Kontakt zu Menschen

In Memmingerberg unterscheidet sich der Arbeitsbereich total von dem etwa eines Streifenpolizisten. Auch ist der Kontakt zu den Menschen intensiver und vielfältig, internationaler. Dabei ist die Polizei gerade an einem Flughafen Ansprechpartner für alles - vom Diebstahl der Handtasche bis zum verlorenen Schlüssel.

Kooperiert wird eng mit den Flughäfen Nürnberg und München. "Hier kommt es zum dauernden Erfahrungsaustausch mit den Kollegen in der Abwicklung des Flugverkehrs", sagt Zanker. Doch anders, als bei den genannten zwei großen Airports, ist Memmingerberg nur von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Nachts findet kein Flugverkehr statt. Dennoch muss die Frühschicht um vier Uhr anfangen.

Besonders beäugt werden müssen die sogenannten Non-Schengen-Flüge aus Großbritannien, Irland, der Türkei oder aus Israel. "Jeder Passagier muss nach dem Ausstieg durch die Pass- und Zollkontrolle, wird zu 100 Prozent durchleuchtet", erklärt Erwin Zanker. Polizei und die Flugsicherheit arbeiten da eng zusammen. Für die Abfertigung des Gepäcks und den Personen-Check vor Flugbeginn ist die Sicherheitsgesellschaft Memmingen zuständig, eine Tochter des Luftamtes Südbayern.

Der Dienstplan richtet sich nach dem Flugplan. Erwin Zankers Aufgabe als Polizeichef ist es, alles zu organisieren, dass die Begleitung der Flüge passt.

Die drei Hauptaufgaben umfassen die Luftsicherheit, die grenzpolizeilichen Einsätze und die Allgemeinpolizeilichen, wie Unfälle und so weiter. Dazu kommt - verdachtsunabhängig - noch die Schleierfahndung auf dem Gelände. Die Polizeibeamten patrouillieren hier ständig. Zanker: "Rein zur Gefahrenabwehr".

Ohnmächtiger Hund

Doch erfreulicherweise musste der Hauptkommissar in seiner Zeit am Allgäu-Airport noch keine wirklich schlimmen Vorkommnisse bewältigen, auch wenn sich in manchen Koffern immer wieder auch gefährliche Dinge finden lassen, wie Messer oder Flüssigkeiten. "Der 11. September lässt grüßen." Rauschgift war indes noch nicht dabei und auch nicht der berüchtigte "vergessene" Koffer, zu dem die Polizei im Notfall ein Sprengstoffkommando rufen und den Flugplatz evakuieren müsste. Zum Glück.

Aber auch in manch kuriosen Bereichen muss die Polizei als Freund und Helfer eingreifen. "Einmal hatten wir einen ohnmächtigen Hund, dem war wohl der lange Flug nicht bekommen", erzählt Erwin Zanker schmunzelnd. Aber das Tier konnte schnell wieder belebt werden.

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