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Illertissen

08.09.2019

Am Flugtag in Illertissen geht es für die Besucher hoch hinaus

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Seit fast 40 Jahren veranstaltet der Lions Club Illertissen zusammen mit dem Luftsportverein einen Flugtag für benachteiligte Kinder und Erwachsene.

Am Flugtag des Illertisser Luftsportvereins wagen sich Besucher der Lebenshilfe und des Kinder- und Jugenshospizes in schwindelerregende Höhen.

Viel Sonne gab es beim Flugtag in Illertissen zwar nicht. Doch die Flieger des Luftsportvereins Illertissen hoben dennoch in Richtung Wolkendecke ab. Mit an Board waren keine Profis, sondern Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Lebenshilfe Donau-Iller und des Kinderhospizes im Allgäu. Möglich gemacht hat das der Lions Club Illertissen.

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„Bereits seit knapp 40 Jahren gibt es die Veranstaltung, bei dem kranke, benachteiligte oder behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Nachmittag lang etwas Außergewöhnliches erleben können,“ erzählt Dietmar Rothdach vom Lions Club. Zusammen mit dem Luftsportverein Illertissen werden jährlich wechselnde Einrichtungen aus der Region eingeladen, einen Tag auf dem Flugplatz in Illertissen zu verbringen. Dabei wird den Besuchern einiges geboten.

Mit zwei Maschinen geht es in den Himmel

Neben den Rundflügen standen heuer auch vier Oldtimer-Traktoren zum Anschauen und Mitfahren bereit. Darüber freuten sich die Besuchern der Lebenshilfe und des Hospizes genauso wie deren Familienmitglieder und Betreuer. Sie nahmen die Fahrzeuge unter die Lupe und tuckerten bei einer Rundfahrt über den Feldweg.

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Mit dem Traktor herumtuckern: Auch das war beim Flugtag möglich.

Doch noch aufregender waren die Rundflüge. „Jeder darf mitfliegen. Wir wollen allen Besuchern und Angehörigen einen besonderen Tag ermöglichen,“ sagte Pilot Mathias Dopfer, bevor er mit einigen Besuchern an Board abhob. Mit zwei Maschinen – einem Motorsegler und einem Motorflugzeug – brachten vier Piloten des Illertisser Luftsportvereins die Teilnehmern in die Luft. Wohin die etwa 15-minütige Reise geht, durften die Passagiere selbst entscheiden. „So können sie zum Beispiel ihr Elternhaus von oben betrachten,“ sagt Dietmar Rothdach vom Lions Club.

18 Besucher von der Lebenshilfe Donau-Iller sind mit dabei

Das kam bei den Besuchern an. Annabelle Zanor von der Lebenshilfe Donau-Iller war mit 18 Kindern und Erwachsenen vor Ort. Einige seien von der Einladung zum Flugtag begeistert gewesen. „Aber viele hatten auch Angst und wollten nicht fliegen“, erzählt Zanor. Davon war am Flugplatz nicht mehr viel zu spüren. „Jetzt trauen sich alle in die Luft“, freute sich Zanor. Nur die Betreuerin selbst blieb am Boden. Da verpasse sie etwas, waren sich die mutigen Passagiere einig, als nach ihren Rundflügen stolz aus dem Flieger stiegen.

Mit den Piloten des Luftsportvereins Illertissen ging es für die Besucher des Flugtages für etwa 15 Minuten in luftige Höhen.

Auch Jolin und ihre Mama Bianca Fumy wollten mit Schwester Luisa neue Höhen erreichen. Sie kamen zusammen mit Kathrin Pade vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst im Allgäu auf den Flugplatz nach Illertissen. „Zuerst wird geflogen und dann Traktor gefahren,“ sagte Mutter Bianca Fumy. Voller Begeisterung ging es für die sechsjährige Jolin in luftige Höhen.

Flugtag ist für viele eine willkommene Abwechslung

Doch der fast vierjährigen Luisa blieb der Rundflug verwehrt. Sie müsste allein auf dem Flugzeugsitz sitzen, doch das ist ihr nicht möglich. Seit ihrer Geburt kann das Mädchen keine Muskelspannung aufbauen. Dazu kommen epileptische Anfälle, immer wieder Sauerstoffmangel und Schnappatmung. Was genau ihr fehlt, konnte noch kein Arzt feststellen. „Wir haben schon alles testen lassen, auch genetische Defekte, doch es konnte keine Ursache für ihre Symptome festgestellt werden,“ erzählt Mutter Bianca Fumy. Im Oktober komme Luisa in den Kindergarten. Darauf freue sie sich. Denn Zuhause sei es ihr inzwischen zu langweilig.

Beim Rundflug sehen die Besucher die Region aus der Vogelperspektive.

Da bot der Flugtag in Illertissen eine willkommene Abwechslung. Nur das Wetter machte den Besuchern einen Strich durch die Rechnung. Nach einem Regenschauer machte sich Familie Fumy auf den Heimweg zurück nach Burgberg. „Wir haben ausgemacht, dass wir wiederkommen, wenn das Wetter besser ist,“ sagt Bianca Fumy. Tochter Jolin kann es kaum erwarten. Auch für die anderen Besucher ging ein ereignisreicher Nachmittag zu Ende. Mit einem Geschenk bedankten sich die Teilnehmer der Lebenshilfe beim Lions Club. Der Flugtag werde ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Damit haben der Lions Club und der Flugverein Illertissen ihr Ziel erreicht: den Besuchern eine Auszeit vom Alltag und ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.

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