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Illertissen

06.07.2018

Asylhelfer erhalten in Illertissen weiterhin Hilfe

In Illertissen können sich Mitglieder des Helferkreises bei Fragen rund ums Thema Asyl auch weiterhin an eine städtische Mitarbeiterin wenden.
Bild: Uli Deck, dpa

Die Koordinationsstelle im Rathaus wird vorerst verlängert. In der Vöhlinstadt werden indes mehr Flüchtlinge erwartet.

Es war eine gute Nachricht für die Ehrenamtlichen des Illertisser Asylhelferkreises: Die städtische Stelle für Asylarbeit wird um zwei Jahre verlängert. Das wurde im Kulturausschuss einstimmig beschlossen – und sorgte unter den Freiwilligen, von denen einige zur Sitzung gekommen waren, für Applaus. Auch in Zukunft wird es im Rathaus also eine Schnittstelle zwischen Helfern, Asylbewerbern, anerkannten Flüchtlingen und Ämtern geben.

Wie wichtig die 25-Prozent-Stelle für die Beteiligten ist, das machte der Helferkreis bereits in einem Schreiben an Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) deutlich. Melitta Balaban, die bei der Stadt derzeit für die Asylarbeit zuständig ist, übernehme wichtige Koordinationsaufgaben – sei aber auch bei der Wohnungs- und Arbeitssuche für Vermieter und Arbeitgeber eine „wichtige und vertrauenswürdige Anlaufstelle“, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Und weiter: „Anfragen der Stadt haben ein ganz anderes Gewicht als solche einzelner Asylhelfer.“ Obwohl die Zahl der ankommenden Flüchtlinge im Landkreis Neu-Ulm insgesamt zurückgegangen ist, erlebe Illertissen derzeit einen deutlichen Zuzug in die bestehenden Unterkünfte, schreibt Wilhelm Schulte, Sprecher der ehrenamtlichen Unterstützer.

Die Ursache: Aufgrund der sinkenden Flüchtlingszahlen löst das Landratsamt immer mehr Unterkünfte auf, die zuvor angemietet worden waren. Was greift, ist nach Angaben der Behörde die Weisung der Bayerischen Staatsregierung, die besagt, dass es keine Leerstände mehr geben soll. In den Jahren 2016 und 2017 wurden deshalb bereits 20 Unterkünfte aufgelöst. In diesem Jahr sollen elf weitere folgen.

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Nicht betroffen sind davon die beiden Unterkünfte, die in Illertissen angemietet wurden. Für diese bestehen laut Eisen Verträge mit einer längeren Laufzeit. Die Konsequenz: Flüchtlinge, die zuvor in anderen Gebäuden untergebracht waren, werden unter anderem der Vöhlinstadt zugewiesen. Kommende Woche etwa, so der Bürgermeister, werden 14 Neuankömmlinge erwartet. Die Zahl der in Illertissen wohnenden Asylbewerber steigt dann auf 169 – knapp ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Gemessen an der Einwohnerzahl sind das mehr als in den meisten anderen Kommunen im Kreis. In Neu-Ulm und Senden etwa liegt der Anteil an der Bevölkerung bei rund 0,5 Prozent; in Weißenhorn und Vöhringen bei knapp 0,7 Prozent. Einzig in Kellmünz leben prozentual gesehen derzeit mehr Flüchtlinge als in der Vöhlinstadt.

Für ein Aufatmen in den Rathäusern hat dagegen jüngst ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs gesorgt: Demnach ist die Unterbringung anerkannter Asylbewerber Aufgabe des Staates und nicht der Kommunen. Eisen begrüßte diese Entscheidung im Ausschuss. Denn bislang herrschte Unklarheit darüber, wie es mit anerkannten Flüchtlingen, die aus einer Gemeinschaftsunterkunft eigentlich ausziehen müssen, die aber keine neue Wohnung finden, weitergeht. Nun ist zumindest klar: Der Staat muss für die Sorge tragen.

Das Problem der Wohnungsnot lindert diese Entscheidung allerdings nicht. Nicht nur deshalb lag auch den Ausschussmitgliedern die Verlängerung der Asylstelle am Herzen. „Für die ehrenamtlich Engagierten ist sie absolut unverzichtbar“, sagte Stadtrat Ansgar Batzner (Freie Wähler).

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