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Illertissen

24.01.2021

Bauprojekt für Senioren in Illertissen: Den Nachbarn gefällt nicht alles

Die Jahnhalle des TSV Illertissen soll durch einen Neubau ersetzt werden – doch seit Monaten hörte man in der Stadt nichts mehr von dem Projekt. Beim Neujahrsempfang des TSV erklärte Vorsitzender Ulrich Hartmann jetzt, warum sich das Projekt verzögert hat.

Plus Die Planungen für die Seniorenwohnanlage der Caritas rund um die Illertisser Jahnhalle kommen voran. Anlieger haben aber eine Reihe von Bedenken angemeldet.

Das große Bauprojekt der Illersenio in Illertissen ist einen Schritt weiter gekommen: Der Bau- und Umweltausschuss des Illertisser Stadtrats stimmte einhellig für die Satzung. Zuvor hatte sich das Gremium mit den Einwendungen befasst, die von öffentlicher und privater Seite gegen das Vorhaben rund um und mit der historischen Jahnhalle vorgebracht wurden. Drei Nachbarn hatten ihre Bedenken und Wünsche zu dem Bauvorhaben geäußert.

So wünscht sich der nördliche Anlieger an das ehemalige Gelände des TSV Illertissen einen Fußweg von seinem Gelände zur Theodor-Heuss-Straße, der über das Areal führen würde. Außerdem hat er Sorge um seinen Walnussbaum, der an der Grenze zu dem Areal steht, und würde gerne im Zuge der Bauarbeiten seinen eigenen Stromanschluss erneuern. Alles Dinge, die der Bebauungsplan nicht regeln könne, so Iris Haas vom Büro Zint und Häußler, die die Einwendungen vorstellte. Bei Fußweg und Stromanschluss muss der Grundstückseigentümer mit den Unternehmen verhandeln. Für den Walnussbaum komme allenfalls ein Pflegeschnitt infrage, sollten die Äste in den Bereich der Neubauten ragen.

Anlieger fürchtet um Privatsphäre seines Hauses in Illertissen

Ein weiterer Anlieger auf der Westseite des Grundstücks sieht sich deutlich stärker durch die geplanten Bauten beeinträchtigt. Er kritisierte in seiner Einwendung mangelnden Abstand zu seinem Gebäude. „Durch die Höhe der Gebäude und die zu uns ausgerichteten Balkone und Terrassen sind die Bewohner unseres Hauses einer permanenten Beobachtung ausgesetzt“, heißt es in dem Schreiben, das bei der Stadt einging. Dies sei eine erhebliche Beeinträchtigung der Privatsphäre, außerdem werde der große Garten durch die Höhe und Nähe der Gebäude extrem beschattet.

Eine geplante Mülltonnen-Anlage möchte der Nachbar ebenfalls nicht auf seiner Seite des Grundstücks sehen. Außerdem befürchten die Grundstücksbesitzer, dass der alte Baumbestand dem Bau zum Opfer fallen könnte. Die Befürchtung konnte Iris Haas entkräften: Lediglich dort, wo Stellplätze und die innere Erschließung des Areals vorgesehen sind, müssten Bestandsbäume gerodet werden.

Im Übrigen entsprechen die Bauabstände und Gebäudehöhen laut Iris Haas den Vorgaben und dem Bestand in der Umgebung, wo mit viergeschossigen Gebäuden sogar höhere Häuser als die geplanten Bauten mit drei Geschossen stehen. Bei der Ausrichtung der Balkone und Terrassen musste die Planerin den Einwender enttäuschen: Hier gibt es keine rechtliche Handhabe, somit können diesbezüglich keine Regelungen im Bebauungsplan getroffen werden.

Gibt es genügend Parkplätze auf dem Gelände?

Ein dritter Nachbar führte ebenfalls die Größe der Gebäude ins Feld – und brachte auch das Thema Parken ins Spiel. Seine Befürchtung: Besucher könnten auch am Wochenende intensiv die Zufahrten nutzen und auch in der Theodor-Heuss-Straße parken. Ein Thema, das auch die Stadtratsfraktionen diskutiert hatten. Weil es sich um eine Seniorenwohnanlage handelt, ist rechtlich gesehen ein niedrigerer Stellplatz-Schlüssel von 0,2 pro Wohnung vorgesehen. Man geht dabei davon aus, dass Menschen in höherem Alter weniger Fahrzeuge besitzen. Für das Illersenio-Vorhaben habe man allerdings schon einen etwas höheren Schlüssel von 0,5 angesetzt, so Bürgermeister Jürgen Eisen.

Denn die Illersenio plant, einen Teil der Wohnungen auch an Mitarbeiter zu vermieten oder zu verkaufen. Eisen: „Demnächst ist Einzug in das Illersenio-Projekt in der Beethovenstraße. Es wird spannend, ob da dann die Parkplätze reichen.“ Allerdings plane der Anbieter für das Jahnhallen-Gebiet auch, Carsharing anzubieten und somit die Zahl der Autos zu verringern. Die Planungen für das Gebiet können nun jedenfalls mit dem einstimmig gefassten Satzungsbeschluss in die nächste Phase gehen.

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