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Vöhringen

05.01.2021

Corona trifft Vöhringens Patendiözese hart

In einer mit Vöhringer Hilfe entstandenen Klinik wurden 400 Corona-Patienten behandelt.
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In einer mit Vöhringer Hilfe entstandenen Klinik wurden 400 Corona-Patienten behandelt.

Plus Seit vielen Jahren unterstützt die Michaelspfarrei die Diözese Gorakphur in Indien. Der dortige Bischof berichtet von aktuellen Entwicklungen und dem Kampf gegen die Pandemie.

Die Corona-Pandemie hat die Vöhringer Patendiözese Gorakhpur, an der Grenze zu Nepal gelegen, nicht nur erreicht, sondern macht dort den Menschen schwer zu schaffen.

Seit Jahren unterstützt die Vöhringer Michaelspfarrei die Diözese in Norden Indiens. Aber Corona stellt die Diözese in Uttar Pradesh vor eine Riesenaufgabe, von der Bischof Thomas Thuruthimattam als eine „beispiellose Erfahrung, die wir machen müssen“, spricht. Der Bischof wandte sich in einem Brief an die Vöhringer Pfarrei und berichtet über die aktuellen Entwicklungen. Gleichzeitig dankt er aber auch den zahlreichen Menschen, die in Vöhringen der Diözese helfen.

Shut-Down in Indien macht Arbeitern das Leben schwer

Die schwierigste Phase ergab sich durch die vollständige Sperrung im Land. Man habe versucht, den Arbeitern, die in die Stadt kommen, um Geld zu verdienen, zu helfen. Denn durch das Herunterfahren aller wirtschaftlichen Aktivitäten waren vor allem die migrantischen Arbeiter betroffen. Sie kommen vom Land in die Stadt, um den Unterhalt für ihre Familien daheim zu verdienen.

„Sie kamen in die Stadt, kehrten aber mit leeren Händen in ihre Dörfer zurück“, berichtet der Bischof. Die Diözesanleitung hat versucht, mit Lebensmittelpaketen die Menschen zu unterstützen, die in verschiedenen Townships, Busstationen und Bahnhöfen gestrandet waren. Eine große Anzahl der Pakete waren insbesondere für Kinder und Frauen gedacht.

Medizinisch bereitete sich das mit Vöhringer Hilfe entstandene Fatima-Hospital für die Behandlung von Covid-Patienten vor. 400 Corona-Patienten konnten überleben und gesunden, es gab drei Todesfälle. Die Gesundheitsbehörden und die Bevölkerung haben das Engagement der Kirche sehr geschätzt, schreibt Bischof Thomas. Der Oberhirte nennt die Helfer „Corona-Krieger.“

Ärzte und Pfleger arbeiten ehrenamtlich

Pflegepersonal und Mediziner hätten sich freiwillig gemeldet, um im Spital Dienst zu tun. Davon infizierten sich auch einige, ebenso die Priester, aber keiner verstarb. Betroffen waren Waisenhäuser, Pflegezentren für behinderte Kinder und andere soziale Einrichtungen. Doch keine davon musste geschlossen werden. Die Arbeit lief weiter.

Das Mühen um behinderte Menschen wurde bei den Anstrengungen trotz des Kampfes gegen Covid-19 weiter verfolgt. Es wurde geholfen, sie wieder in ein normales Leben zurückzuführen. Hilfreich waren dabei 120 Dreiräder, die auf die Bedürfnisse der Behinderten zugeschnitten waren. „Das befähigt sie zu einer besseren Mobilität und Eigenständigkeit“, erklärt Bischof Thomas.

Das Projekt für 2020 war die Errichtung eines Palliativ-Hospizes für arme, ältere und obdachlose Kranke. Doch das Projekt wurde durch die Pandemie zurückgeworfen. Aber es soll 2021 fortgeführt werden. Fertig wurden auch in ländlichen Gebieten zwei Schulen. Nächste Projekte sind Beratungszentren für die steigende Zahl der seelisch und psychisch gestörten Menschen.

Ein freudiges Ereignis war das 60 Priesterjubiläum von Bischof Dominic Kokkat, dem Vorgänger von Bischof Thomas Thuruthimattam. Der Geistliche war auch in Vöhringen bekannt. Im Distrikt von Gorakhpur leben rund 4,4 Millionen Menschen, die überwiegend dem Hinduismus angehören. Die Zahl der Katholiken ist dagegen gering. Mit rund 3200 Frauen und Männer bilden sie die absolute Minderheit. Die kämpft für eine moderne Entwicklung, die vor allem die Bildung der Kinder in den Mittelpunkt rückt. Mit einem Segens- und Dankesgruß schließt der Bischof seinen Bericht.

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