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Babenhausen

16.03.2020

Diese 20 Männer und Frauen sitzen nun im Babenhauser Marktrat

Ein neuer Marktgemeinderat nimmt im Babenhauser Sitzungssaal Platz.
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Ein neuer Marktgemeinderat nimmt im Babenhauser Sitzungssaal Platz.
Bild: Sabrina Schatz

Plus Die Freien Wähler freuen sich über ein „historisches Ergebnis“, während die CSU Federn lassen muss. Die Grünen feiern Premiere im Gremium.

Große Freude bei den Freien Wählern, ein „Es ist okay“ vonseiten der CSU: Die Kommunalwahl 2020 bringt einige Veränderungen im Babenhauser Marktgemeinderat mit sich. Das Gremium wird vielfältiger: Es gibt eine zusätzliche, eine fünfte Fraktion. Außerdem wandelt sich das Kräfteverhältnis der in der vergangenen Amtsperiode vertretenen Fraktionen, was sich auf die künftige Entscheidungsfindung auswirken dürfte. Eine Analyse der Ergebnisse und Reaktionen:

Die Freien Wähler können sich freuen: Sie bilden die stärkste Fraktion. Die Kandidaten erhielten am Sonntag rund 40 Prozent der Stimmen. „Das ist historisch für uns. Wir haben uns toll entwickelt“, resümiert Dieter Miller, der seine fünfte Amtsperiode antritt. „Wir freuen uns wahnsinnig über das Ergebnis.“ Acht FW-Mitglieder – und damit eines mehr als zuletzt – nehmen künftig am Ratstisch Platz: Neben Dieter Miller sind dies Thomas Bihler, Walter Miller, Armin Schröter, Georg Sailer, Christian Zahner, Karsten Körper und Walter Kalischek. Letzterer strebte auch das Bürgermeisteramt an. Mit 31,7 Prozent der Stimmen unterlag Kalischek letztlich jedoch Amtsinhaber Otto Göppel. Mehr dazu: Keine Stichwahl: Göppel bleibt Babenhauser Bürgermeister

Ein großer Vertrauensbeweis für die Freien Wähler: In ihren Reihen befindet sich der Stimmenkönig der Marktgemeinderatswahl. Wie bei vergangenen Wahlen trägt Dieter Miller diesen Titel. Mehr als 3600 Stimmen fielen am Sonntag auf ihn. Weitere Fraktionskollegen folgen: Den zweiten Platz erklomm Thomas Bihler, den dritten Walter Miller.

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Die CSU muss indes Federn lassen. Die Liste des Ortsverbands erzielte rund 28 Prozent der Stimmen. Die Christsozialen stellen nun sechs Ratsmitglieder sowie den alten und neuen Bürgermeister Otto Göppel, der sich mit einem Ergebnis von 51,2 Prozent knapp gegen seine zwei Mitbewerber durchsetzte und eine Stichwahl abwehrte. „Das war das oberste Ziel“, sagt CSU-Ortsvorsitzender und bislang Dritter Bürgermeister Christian Pfeifer. Er wird im Gremium unterstützt von Werner Sutter, Michael Sell, Sonja Henle, Robert Sigg und – als Nachrücker für Bürgermeister Otto Göppel – Andreas Birk. „Wir hätten natürlich gerne einen Sitz mehr gehabt, aber sind trotz allem zufrieden“, bilanziert Pfeifer. „Es ist kein Desaster, es ist okay.“


Zwischen 2014 und 2020 hatte die CSU zusammen mit „ihrem Nachwuchs“, der Jungen Wähler Union, noch die Mehrheit im Marktgemeinderat inne (mit sieben und drei Sitzen). Das ändert sich nun. Die JWU, die auf etwas mehr als zwölf Prozent der Stimmen kam, stellt mit Quirin Rothdach und Martina Gleich nur noch zwei Räte. Somit belegen CSU und JWU insgesamt acht Sitze – und sind gleichauf mit den Freien Wählern.

Kommunalwahl 2020 in Babenhausen: Alle Ergebnisse zur Bürgermeister- und Gemeinderat-Wahl

Die Entscheidungsfindung bei strittigen Themen dürfte sich also künftig anders gestalten. Die zwei weiteren, kleineren Fraktionen im Marktrat könnten in Zukunft bisweilen das Zünglein an der Waage sein. „Die Parteienlandschaft ist bunter geworden. Das zeigt sich auch im Wahlverhalten: Die Stimmen splitten sich mehr auf“, analysiert Christian Pfeifer. Wie sich dies auf die inhaltliche Arbeit auswirken wird? „Alleingänge kann keine Partei machen. Es wird immer notwendig sein, Mehrheiten zu bekommen“, sagt Pfeifer. „Aber ich mache mir da keinen Kopf: Bei den großen Themen werden wir auch mit anderen Mehrheiten finden. Und ein gewisser Diskurs ist ja gut.“

Zu den kleinen Fraktionen gehört die Partei Bündnis 90/Die Grünen, die sich rund zehn Prozent der Stimmen sicherte und ihre Premiere im Marktgemeinderat feiert. Wie berichtet, gründete sich der Ortsverband Babenhausen im Sommer 2018. Die Newcomer-Fraktion besteht aus zwei Markträten, die verheiratet sind: Sandra und Benedikt Neubauer. Sie ist Kreissprecherin der Grünen im Unterallgäu, er ging bei der Wahl ins Rennen um den Chefsessel im Babenhauser Rathaus. Mit knapp 17,1 Prozent der Stimmen erreichte der 38-Jährige dieses Ziel zwar nicht, ist aber froh darüber, weiterhin als Marktrat mitwirken zu können. Sandra Neubauer: „Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten eine kleine Liste und freuen uns, dass wir beim ersten Mal zwei Markträte stellen.“

Ein Videointerview mit Otto Göppel finden Sie hier:

Der Amtsinhaber setzt sich auf Anhieb gegen seine zwei Konkurrenten durch, wenn auch knapp. Wie seine Reaktion ausfällt.
Video: Sabrina Schatz

Die Liste engagierter Bürger bildet ebenfalls eine der kleinen Fraktionen. Die parteiunabhängige Gruppe erhielt genau neun Prozent der Stimmen. Karin Lepschy legt weitere sechs Jahr als ehrenamtliche Markträtin drauf, David Ott zieht neu in das Gremium ein. Einer der bis dato drei LeB/SPD-Sitze fällt weg.

Unter dem Strich entschieden sich die Wähler für eine Mischung aus bereits bekannten und neuen Räten: Elf der nun gewählten Frauen und Männer haben in den vergangenen Jahren Erfahrung in diesem Ehrenamt gesammelt. Neun bringen frischen Wind ins Gremium. Wie viele Sitze zur Verfügung stehen, hängt übrigens von der Einwohnerzahl ab. Babenhausen mit etwa 5600 Einwohnern kommt auf 20 Sitze.

Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist weniger ausgewogen als in der vergangenen Amtsperiode. Zuletzt saßen acht Frauen am Babenhauser Ratstisch, jetzt sind es nur vier.

Vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung bei rund 54 Prozent. Am vergangenen Sonntag gingen mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten aus Babenhausen und den Ortsteilen Klosterbeuren und Unterschönegg an die Urnen – trotz der Sorge um das Coronavirus.

Lesen Sie außerdem:

Die Kommunalwahl-Ergebnisse im Kreis Unterallgäu - mit Landrat und Kreistag

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