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Bürgerversammlung

19.11.2016

Ein Radweg an der Steig?

Flüchtlinge zeigen Interesse an der Stadtpolitik: Dieter Schwehr vom Asyl-Helferkreis (links) hatte die jungen Somalis Dahir Mahamut, Abdiaziz Mohamed und Khalid Ibraahim (von links) mit zur Bürgerversammlung gebracht. Hinten Dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann.
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Flüchtlinge zeigen Interesse an der Stadtpolitik: Dieter Schwehr vom Asyl-Helferkreis (links) hatte die jungen Somalis Dahir Mahamut, Abdiaziz Mohamed und Khalid Ibraahim (von links) mit zur Bürgerversammlung gebracht. Hinten Dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann.

Rund 80 Besucher geben Antrag von Gerhard Reisinger eine breite Mehrheit. Probleme am Pausenhof

Zahlengenau ließ sich der Ausgang der Abstimmung nicht feststellen. Die Mehrheit war aber eindeutig. Nahezu alle der rund 80 Besucher der Bürgerversammlung in der Illertisser Kernstadt wollen, dass die Stadt im Zuge der Sanierung an der Vöhlinstraße einen kombinierten und beleuchteten Geh- und Radweg baut. Ebenso soll am oberen Ende der sogenannten Steig, an den Abzweigungen in Tiefenbacher Weg und Schlossallee ein für das Stadtbild attraktiver Kreisverkehr geschaffen werden. Den Antrag, über den Bürgermeister Jürgen Eisen abstimmen ließ, hatte Gerhard Reisinger eingereicht.

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In der Schranne endete die Reihe der Illertisser Bürgerversammlungen 2016. Erstmals, so hatte Eisen entschieden, sollten die Versammlungen auch themenorientiert angesetzt werden können. Das war schließlich nur in Au der Fall. Dort fand die Bürgerversammlung im Frühsommer statt, weil sich zu dem Zeitpunkt die Stadtratsgremien mit der Sanierung der Auer Dorfstraße und des dortigen Friedhofs befassten. Die Bürger trafen sich auf dem Friedhof und wurden anschließend in der Weikmann-Halle über die Ausbaupläne für die Dorfstraße unterrichtet. In den anderen Stadtteilen fanden die Bürgerversammlungen herkömmlich im Herbst statt. Die Kernstadt bildete nun den Abschluss. Dort gab es im Verhältnis zu Jedesheim, Betlinshausen und Tiefenbach einige, aber auch nicht viele Wortmeldungen.

Nach Reisinger meldete sich Sandra Ott zu Wort. Die junge Mutter vermisst einen Zebrastreifen an der Kreuzung Auer Straße und Fabrikweg. Sie sei häufig mit dem Kinderwagen auf der Auer Straße unterwegs und müsse den Fabrikweg queren. „Ich stehe dort und keiner der Autofahrer lässt mich über die Straße“, beklagte Sandra Ott. Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr kennt das Problem, das durch viele abbiegende Autos noch verschärft werde. Um eine Querungshilfe für Fußgänger anlegen zu können, müsste auf der Ostseite des Fabrikwegs ein Gehweg angelegt werden. Doch dazu benötigte die Stadt einen Streifen vom Bahngelände. Aber: „Verhandeln mit der Bahn ist schwierig. Kürzlich sind wir wieder bei dem Gesprächspartner gelandet, der uns schon mal weitergeleitet hatte“, berichtete Eisen. Die Stadt wolle aber weiterverhandeln. Allerdings müsste der Zebrastreifen auf dem Fabrikweg etwa 20 Meter nach Süden abgerückt werden. Direkt an der Kreuzung seien sie nicht mehr zulässig, so Hillemeyr.

Ein Radweg an der Steig?

Uwe Reimers richtete das Augenmerk ebenfalls auf die Bahn. Der Stadt drohten ab 2017 wichtige Zugverbindungen verloren zu gehen, vor allem am späteren Vormittag. Denn die Bahn wolle wichtige Regionalzüge aus dem Fahrplan streichen. „Neuerdings wird nur noch auf das Bähnle nach Weißenhorn geschaut. Wir müssen aufpassen, dass die Illertalstrecke nicht kaputt geht“, warnte Reimers.

Reisinger schlug vor, mittelfristig solle eine bessere Busverbindung zwischen Illertissen und Weißenhorn geschaffen werden. So könnten die Illertisser – nachdem das frühere Service-Taxi gestrichen wurde – besser das Weißenhorner Krankenhaus erreichen und die Weißenhorner in die Regionalexpresszüge, die in Senden nicht halten, in Illertissen einsteigen.

Herbert Lanzedelli beklagte als Anwohner der Anton-Kanz-Straße das nächtliche Treiben auf dem Pausenhof der Bischof-Ulrich Grundschule, speziell um die dort stehenden Spielgeräte herum. „Die tagsüber dort spielenden Kinder machen uns nichts aus. Aber ab 19 Uhr sollte Ruhe sein. Wir Anlieger sind lauter ältere Leute“, so Lanzedelli. Aber nachts gehe auf den Spielgeräten die Party ab, sei zuletzt sogar ein Lagerfeuer entzündet worden. Laut Bürgermeister denkt die Stadt darüber nach, den Platz mit einem Tor abzusperren. Gleichzeitig soll im Umgriff des Jugendhauses ein Platz geschaffen werden, an dem sich die Jugendlichen aufhalten könnten.

Bernward Wambach kritisierte, dass Papiercontainer von Bürgern als Mülleimer missbraucht werden.

Für Radfahrer unzureichend geregelt und gefährlich ist die Vöhlinstraße im jetzigen Zustand, findet Gerhard Reisinger. Der weiße Trennstreifen bringe nichts, vor allem bei Schnee im Winter. Die Stadt solle deshalb den Ausbau nutzen, um die Situation mit einem Geh- und Radweg zu verbessern. Zumal dies für Kinder ein wichtiger Schulweg sei. Der Bürgermeister lässt den Antrag nun im Stadtrat behandeln. Ein Problem könnte in seinen Augen die Straßenausbau-Beitragssatzung sein. Denn nach der müssten auch die Kosten für den Radweg auf die Anlieger umgelegt werden. „Ob die das wollen?“ Reisinger glaubt, die Anlieger müssen den Radweg nicht mitbezahlen. Er hat die Stadt gebeten, eine Auskunft zur Rechtslage einzuholen. Tiefbauamtsleiter Hillemeyr sieht eine Gefahr bei der Kombination von Geh- und Radweg im hohen Tempo, das die Radler bergab fahren. Insgesamt zeigte er sich aber zuversichtlich, mit dem Ausbau der Staig auch eine Verbesserung für Radfahrer erzielen zu können.

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