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Kunsthandwerk

10.04.2013

Harte Arbeit mit viel Fingerspitzengefühl

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2 Bilder
Stolz präsentieren die Teilnehmer des von Monika Schmid (links) geleiteten Flechtkurses in Oberroth ihre selbst gebastelten Kunstwerke.

Weidenflechtkurs des Vereins für Gartenbau und Landespflege

Oberroth Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen zieht es Jung und Alt in den Garten. Um diesen einladend, aber auch naturnah zu gestalten, ist der Verein für Gartenbau und Landespflege Oberroth immer auf der Suche nach neuen Ideen. Warum nicht einmal dekorative Weidengeflechte basteln? Damit kann eine alte Handwerkstradition am Leben erhalten und gleichzeitig der jüngeren Generation nahe gebracht werden, dachte sich der Vorstand. Mit Monika Schmid aus Kadeltshofen fand er eine fachkundige Referentin.

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Trockene Weidenruten müssen im Wasser einweichen

Die gebürtige Oberrotherin hat vor rund fünf Jahren einen Weidenflechtkurs absolviert. Weil ihr diese Handwerkskunst sehr viel Spaß bereitete, hat sie daheim gleich weiter gemacht. Im Laufe der Jahre hat sie vielfältige Erfahrungen gesammelt, die sie jetzt in Kursen weiter gibt. Für den Flechtnachmittag in ihrem Heimatort hat sie bereits gute Vorarbeit geleistet und über den Großhandel Bündel aus Kopfweidenruten besorgt. „Wenn diese frisch gekappt sind, lassen sie sich noch leicht biegen“, weiß sie. Aber wenn sie schon trocken sind, müsse man sie wochenlang im Wasser einweichen. „Erst dann sind sie zum Flechten elastisch genug.“

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Um den Oberrother Gartlern den Start zu erleichtern, hat Monika Schmid außerdem kleine Holzsockel mit Löchern vorbereitet. In diesen befestigen die Teilnehmer stärkere Weidenruten, die je nach Bedarf teilweise über zwei Meter lang sind. Jetzt können die Bastler loslegen und ihre Grundgerüste umranken. Rasch ist das Oberrother Feuerwehrhaus zur Werkstatt umfunktioniert, in der kleine und große Handwerker eifrig flechten, biegen und verdrahten. Was auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, entpuppt sich als harte körperliche Arbeit, die auch viel Flexibilität erfordert.

„Weidenruten haben eine eigene Elastizität. Deshalb sollte man sie nicht einfach umbiegen, sondern mit Fingerspitzengefühl drehen, erklärt Monika Schmid. Unter ihrer fachkundigen Anleitung sowie mit Hilfe von nützlichen Tipps gelingt dies den Teilnehmern schon recht gut.

Manche versuchen sich erst einmal an dekorativen Windlichtern. Diese kann man an einem Stab befestigen oder auch aufhängen. Andere wagen sich schon an große Rankgerüste. Bereits nach einer Stunde konzentrierter Arbeit erkennt man individuelle Kunstwerke. „Das macht richtig Spaß“, erklärt die zehnjährige Sophia aus Betlinshausen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Carla aus Au ist sie zur Oberrother Oma gekommen, um beim Flechtkurs mitzumachen. In harmonischer Teamarbeit fertigen die Mädchen einen großen Fächer an. Dieser soll je nach Bedarf als Rankgerüst oder Sichtschutz im Garten dienen.

Auch die anderen Weidenflechter sind stolz auf ihre Arbeiten und überlegen schon, an welchen Plätzen die ganz individuell gefertigten Kunstwerke am besten wirken. „Nur keine Sorge! Weide ist ein Naturprodukt, das sich an jeden Standort anpasst und den Garten nicht überlädt!“, verrät Monika Schmid aus langjähriger Erfahrung.

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