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Illertissen

14.01.2019

Jetzt geht’s los: Narren starten in Illertissen in die fünfte Jahreszeit

Narrensprung in Illertissen 2019
Video: Wilhelm Schmid

Hunderte Maschkerer aus der Region feiern beim Narrensprung in Illertissen. Für die Besucher gab es bei dem ersten Umzug der Umgebung viel Kunterbuntes zu sehen

Zum 15. Mal hat die Narrenzunft der Illertaler Wasserbätscher in Illertissen den Auftakt der närrischen Jahreszeit eingeläutet – und bei der fröhlichen Brauchtumspflege alle Feierfreudigen in der Stadt mitgerissen. Allemannischem Brauch folgend waren beim Narrensprung nur Hästräger dabei: In 32 Fußgruppen zogen sie über Memminger Straße und Innenstadt Richtung Festplatz. Dort und in Illertisser Lokalen wie der Kronen-Bar wurde noch kräftig weitergefeiert.

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Sabine Baum, Zunftmeisterin der Wasserbätscher, schätzt, dass 1500 Fasnachtsfreunde dem Umzug zugeschaut haben – und bei den Partygästen am Festplatz beziffert sie die Zahl auf rund 3000. Auch an öffentlichen Plätzen herrschte Partylaune.

Hexen und Dämonen ziehen beim Narrensprung durch Illertissen

Der farbenprächtige Zug mit Hexen, Dämonen und Geisterwesen bis von der Alp und dem Allgäu wurde begleitet von nicht minder ungewöhnlicher Musik: etwa der Schalmeiengruppe „D’ Riedspatzen Bad Wurzach“, „Staiger Gugga-Bätschern“, „Leipheimer Gassaheul’rn“ oder den „Stäära Gugga Donzdorf“. Ihr Ruf „Mir send dia, mit dene ihr als Kinder it spielen defa hand“ mochte wie andere urschwäbische Begriffe Sprachkundige erfreuen und alle anderen zum Schmunzeln bringen. Gewissermaßen zu Insidern zählten Kim Lepschy und ihre Freunde aus Klosterbeuren. Sie wollten ihre besondere Aufmerksamkeit der „Booser Lumpenkapelle“ und den „Klosterbeurer Dreckspatzen“ schenken. Sie betrachten sich als Stammgäste des Illertisser Umzugs und freuten sich schon aufs Weiterfeiern im großen Partyzelt.„Das ist die richtige Entfernung von zu Hause, um sich später abholen lassen zu können.“

Jetzt geht’s los: Narren starten in Illertissen in die fünfte Jahreszeit
Die „Dalabudl“ aus Untersulmetingen bei Laupheim sind erstmals beim Narrensprung in Illertissen dabei und führten sich sogleich mit furchterregendem Gefährt ein.
Bild: Regina Langhans


Am Straßenrand war auch die Familie Baumgartner aus Buch, natürlich verkleidet. Seit Jahren kommen sie regelmäßig zum Narrensprung nach Illertissen, „weil er eben für die Region eine Art Auftaktveranstaltung ist“. Inzwischen ist Töchterchen Juna dabei, sodass die Eltern den familiären Charakter der Veranstaltung ohne bedrohliche Wagenbauten und wummernde Lautsprecher schätzen. „Sonst wären wir nicht da“, sagen sie und genießen die Vielfalt der Kostüme und Masken. Unter den lächelnden oder schaurig blickenden Larventrägern gab es viele Hexen – sie dürften in Vorzeiten wohl eine große Rolle gespielt haben. Die Donzdorfer Hexen treten in Begleitung zweier Teufel auf, aus Kirchberg kamen Burghexen, aus Osterberg die Henker-Hexa mit Scharfrichter, und zu den Guten zählten die Kräuter-Hexa aus Achstetten bei Biberach. Oberdischingen im Alb-Donau-Kreis mit 100-jähriger Fasnachtstradition sandte Malefizweiber, Gauner, Hexentrommler und Schlossgeister mit fahrender Burg.

Faschingsauftakt in Illertissen: Hunderte Maschkerer sind am Samstag beim Narrensprung in Illertissen durch die Straßen gezogen. Tausende Besucher aus der Region schauten ihnen dabei zu und feierten mit. Winterliches Wetter tat der Laune dabei keinen Abbruch. Der Illertisser Narrensprung gehört zu den ersten größeren Faschingsveranstaltungen in der Region.
80 Bilder
Trotz Winterwetter: Hunderte Narren ziehen durch Illertissen
Bild: Andreas Brücken

Auch heuer sei der Umzug „toll“ gewesen, sagten Lissy Hanschke und Uwe Tornehl. Vor Jahren hätten sie sich dabei kennengelernt und würden seither Jahr für Jahr zu Fuß von Betlinshausen herlaufen.

Weniger heiter verlief das Narrentreiben in Illertissen aus Sicht der Polizei: Zahlreiche Beamte waren vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen. Größere Einsätze seien ausgeblieben, sagte ein Sprecher am Sonntag auf Anfrage. Einige kleinere Zwischenfälle habe es aber gegeben, wie üblich bei größeren Faschingsveranstaltungen. Oft sei Alkohol im Spiel gewesen. So wie in einem Fall, als mehrere Besucher aneinandergerieten: Es sei zu einem „Geschubse“ gekommen, nun wird wegen Körperverletzung ermittelt. „Aber es war keine Katastrophennacht, überhaupt nicht“, sagte der Polizeisprecher.

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