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Illertissen

21.07.2019

Jugendparlament plant Friday for Future in Illertissen

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Im April organisierte das Jugendparlament eine Müllsammel-Aktion.
Bild: R. Langhans (Archivfoto)

Seit einem Jahr hat die Vöhlinstadt wieder ein Jugendparlament. Stadtjugendpfleger Harald Heckenberger zieht Bilanz und verrät, welche Themen junge Menschen derzeit besonders beschäftigen.

Dass Skater und BMX-Radler seit knapp vier Jahren in Illertissen ein eigenes Mekka haben, ist auf ein besonderes Gremium zurückzuführen. Denn die Skate-Anlage an der Friedhofstraße entstand auf Initiative des Jugendparlaments. Ein Erfolg für die Jugendvertreter. 2017 stellten sie ihre Arbeit dennoch ein. „Die Luft war damals offenbar raus“, sagt Harald „Harry“ Heckenberger, seit April vergangenen Jahres Illertisser Stadtjugendpfleger, im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Stadtrat bedauerte diesen Schritt. Bürgermeister Jürgen Eisen, Stadtjugendpflegerin Kathrin Grimm und Schulamtsdirektor Ansgar Batzner setzten sich schon bald bei Infoveranstaltungen dafür ein, dass das Gremium wiederbelebt wird. Mit Erfolg.

Seit einem Jahr hat Illertissen wieder ein Jugendparlament, mit Vertretern von allen drei weiterführenden Schulen der Stadt. Von den acht derzeitigen Mitgliedern, die alle zwischen 14 und 16 Jahre alt sind, besuchen vier die Mittelschule, drei die Realschule und eins das Kolleg der Schulbrüder. „Es war richtig, das Gremium wieder einzuführen. Es zeigt auch, dass junge Menschen bei uns ernst genommen werden“, sagt Heckenberger. Der Stadtjugendpfleger spricht von einem „Aushängeschild“ Illertissens, für das viele Kommunen in der Region die Stadt beneiden würden.

Das Parlament sei vor allem da, um herauszufinden, was junge Menschen in Illertissen wollen und was man für sie tun kann. Außerdem sollen die Abgeordneten für Kommunalpolitik begeistert werden: Aus dem jetzigen Gremium kann sich Heckenberger durchaus den ein oder anderen später im Stadtrat vorstellen. Alle drei Wochen treffen sich die Mitglieder zu Sitzungen, die in der Regel zwei Stunden dauern. Dabei werde durchaus kontrovers diskutiert. „Allerdings harmonieren die Jugendlichen hervorragend. Es wird immer ein Konsens gefunden.“ Auch Heckenberger selbst ist immer anwesend, um den Sitzungen „Struktur zu verleihen“.

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Jugendparlament hat jetzt eigenen Instagram-Account

In den ersten zwölf Monaten hat das Jugendparlament Heckenberger zufolge einiges auf die Beine gestellt. Hervorzuheben sei der Kinotag, der in den Herbstferien in der Schranne stattfand. In drei Vorstellungen wurden die Filme „Heidi“ und „Landrauschen“ gezeigt. Dass die Aktion auch bei Senioren gut ankam, sei besonders erfreulich, sagt Heckenberger: „Wenn nicht nur junge Menschen vom Parlament profitieren, sondern alle, ist das ein schöner Nebeneffekt.“ Inzwischen steht auch das Programm für dieses Jahr. Am Donnerstag, 31. Oktober, läuft ab 14 Uhr für Kinder der Film „101 Dalmatiner“, anschließend für die Älteren ab 17 Uhr „100 Dinge“. Den Abschluss ab 20 Uhr macht „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.

Seit einem Jahr gibt es in Illertissen wieder ein Jugendparlament. Die acht Mitglieder haben seitdem einiges auf die Beine gestellt.
Bild: F. Macketanz (Archivfoto)

Ansonsten steht das Thema Umwelt bei den Jugendlichen hoch im Kurs. Mit Simon Ziegler, Illertissens Klimaschutzmanager, hat das Parlament im April die Müllsammelaktion „Saubere Stadt“ organisiert. Mehr als 700 Menschen nahmen teil. Am Freitag, 13. September, wird das Gremium in der Vöhlinstadt zudem einen eigenen „Friday for Future“ veranstalten. Die Schüler wollen selbst aktiv werden: Mit Abfallsäcken ausgestattet, werden sie durchs Stadtgebiet streifen und es von Unrat befreien. Von der Mittel- und Realschule bekommen sie dafür eine Stunde frei. „Dem Jugendparlament ist es wichtig, dass die Schüler auch selbst handeln und nicht nur demonstrieren“, erklärt Heckenberger.

Außerdem steht ein weiteres Großprojekt auf der Agenda: Wenn es nach dem Parlament geht, soll am Skatepark in naher Zukunft auch eine Tartanfläche mit Basketballkörben und Fußballtoren entstehen. Ein Jugendlicher war mit diesem Wunsch auf das Gremium zugekommen. Ende dieses Monats soll ein Vorgespräch bei Bürgermeister Jürgen Eisen stattfinden. Heckenberger baut auf die Zusammenarbeit mit ihm und der Stadt: „Sie haben immer ein offenes Ohr für uns.“

Ein weiteres Anliegen wurde kürzlich schon umgesetzt: Seit Ende Juni ist das Jugendparlament mit einem eigenen Instagram-Account auch in den sozialen Medien vertreten. „Es musste Instagram sein. Die Mitglieder haben mir erklärt, dass junge Leute Facebook nicht mehr interessiert“, sagt Heckenberger und grinst. Über den Kanal wollen die Abgeordneten über ihre Tätigkeit und aktuelle Themen informieren. Laut dem Stadtjugendpfleger ist es auch denkbar, künftig Tagesordnungen der Sitzungen zu posten. Denn diese sind öffentlich: „Besucher kommen aber nur, wenn sie etwas brennend interessiert – genauso wie im Stadtrat.“

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