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Unterallgäu

08.03.2019

Kinderpornos: Angeklagter aus dem Unterallgäu gibt sich reumütig

Ein Rentner aus dem nördlichen Unterallgäu soll kinderpornografische Bilder und Videos gekauft und verbreitet haben. Nun wurde er vom Amtsgericht Memmingen verurteilt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Ein Rentner aus dem nördlichen Unterallgäu soll kinderpornografische Bilder und Videos gekauft und verbreitet haben. Nun wurde er verurteilt.

Ein 63-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis Unterallgäu soll zwischen 2015 und 2017 kinderpornografische Bilder und Videos gekauft und verbreitet haben. Die Inhalte der Dateien, die die Ermittlern auf seinem sicher gestellten Computer fanden, sind schockierend und ekelerregend zugleich: Kinder, Jugendliche und Kleinkinder werden darin laut Anklageschrift zu teils eindeutigen sexuellen Handlungen missbraucht – auf einem der Fotos sogar mit einem Tier. Nun kam es vor dem Amtsgericht Memmingen zum Prozess – und an dessen Ende sprach Richterin Barbara Roßdeutscher ein Urteil.

Schon nach Verlesung der Anklage legte der Mann ein umfassendes Geständnis ab: „Ich will mich gar nicht herausreden“, sagte er und rang anschließend nach einer Erklärung für seine Taten: Schon seit geraumer Zeit habe er schwere Zeiten durchlebt und mit ernsten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt, die sich auch auf sein Sexualleben ausgewirkt hätten: „Mit meiner Frau ist deswegen schon lange nichts mehr gelaufen“, sagte er. Die kinderpornografischen Bilder und Videos seien schließlich zu einer Art Ersatzbefriedigung geworden, gab er zu Protokoll.

Unterallgäuer sah Kinderpornos als "reinen Zeitvertreib"

Gezielt gesucht habe er danach am Anfang aber nicht. In einem Erotikchat sei er von einem Kinderporno-Händler unvermittelt angeschrieben worden: „Dadurch ist das Ganze dann ins Rollen gekommen.“ Der Angeklagte betonte immer wieder, dass die Bilder und Videos danach als „reiner Zeitvertreib“ gedient hätten. Krankhaft sei sein Verhalten seiner Meinung nach nicht gewesen: „Wenn ich pädophil wäre, hätte ich es inzwischen wieder getan.“ Verteidiger Guntram Marx meinte, dass sein Mandant aus „Dummheit“ und „Unwissenheit“ gehandelt habe.

Kinderpornos: Angeklagter aus dem Unterallgäu gibt sich reumütig

Auf die Schliche kamen die Ermittler dem Angeklagten vor rund eineinhalb Jahren durch einen anderen Fall: Im Großraum Nürnberg war ein Tauschpartner des 63-Jährigen aufgeflogen – bei der Auswertung seines Computers rückte auch der Unterallgäuer ins Visier der Ermittler. Auch seine engste Familie hat dadurch Wind von der Sache bekommen. „Ihnen habe ich versprochen, so etwas nie wieder zu tun. Mir tut das alles wahnsinnig leid, aber ich kann es nicht rückgängig machen“, sagte der Angeklagte.

Angeklagter Unterallgäuer akzeptiert Urteil

Richterin Roßdeutscher verurteilte ihn schließlich zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird, und lag damit zwei Monate über der Forderung der Staatsanwältin.

Außerdem muss der Unterallgäuer insgesamt 1400 Euro Strafe zahlen, die an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden. In ihrer Urteilsbegründung hielt die Richterin ihm zugute, dass er keine Vorstrafen hat, Reue zeige – und nun endlich verstanden habe, dass man Kinderhandel nicht auf diese Weise unterstützen darf. Der Angeklagte und Verteidiger Marx gaben unmittelbar danach an, das Urteil akzeptieren zu wollen.

Ein blutiger Streit in Illertissen beschäftigte das Schöffengericht in Neu-Ulm. Welches Urteil gesprochen wurde, lesen Sie hier:

Ein blutiger Streit mitten in Illertissen

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