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Bellenberg

31.01.2020

Ministerpräsident ehrt Bellenberger Kirchenpfleger

Ernst Heidl hat die Kirche St. Peter und Paul nachgebaut.
Bild: R. Langhans

Ernst Heidl war außerdem Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Ort. Für so viel Engagement gab es eine besondere Auszeichnung.

Als der Bellenberger Ernst Heidl hörte, dass ihn der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder für besondere Verdienste im Ehrenamt mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnen werde, wusste er zunächst nicht wofür. „Als Kirchenpfleger hat mich doch die Diözese geehrt“, hatte der 79-Jährige überlegt. Ob es diesmal vielleicht um sein Engagement bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Egerländer Gmoi gehe? Letztlich hat beides den Ausschlag gegeben für die hohe Ehrung: 25 Jahre im Dienst von Kirche und Pfarrei sowie Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft bis zur Auflösung des Ortsvereins.

Die Auszeichnung hat ihm im Auftrag von Markus Söder kürzlich Landrat Thorsten Freudenberger überreicht. Sehr gefreut habe Heidl, wie der Landrat es würdigte, dass Ehrenamtliche Projekte am Laufen hielten, die anders kaum realisierbar wären. Umgekehrt war sich Heidl bewusst: „Mir war klar, dass ich als Kirchenpfleger eine Verpflichtung eingehe, die bindet und Kraft abverlangt.“ Dem Heimatvertriebenen aus Witschin, Kreis Tepl im Egerland, der ab 2005 den Ortsverband in Bellenberg leitete, haben sich die Erlebnisse ins Gedächtnis gebrannt. Sie bleiben präsent. Beim Erzählen kommt Heidl aber auch auf vieles zu sprechen, was über seine Aufgabe als Kirchenpfleger für das alte Gotteshaus St. Peter und Paul und die neue Pfarrkirche Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz hinausging. Zum Beispiel, als der Kirchenpfleger „verschollen“ war. In Nachhinein eine lustige Begebenheit, die beispielhaft für sein Engagement ist: Der Kirchenpfleger hatte morgens gegen neun Uhr einen Termin im Pfarrbüro. In einer kurzen Angelegenheit. Als er um 11.30 Uhr noch nicht zurück war, begann die Familie sich Sorgen zu machen. Gegen zwölf Uhr kam er dann nach Hause, schmutzig und voller Taubenkot. Heidl verstand die Aufregung seiner Familie nicht. Er erklärte, es habe sich so ergeben, dass er den Dachboden der alten Kirche putzte. „Damit die Generalreinigung nicht umsonst war, haben wir die Fenster vergittert“, beendet Heidl die Geschichte.

Die Kirchenverwaltung profitierte von Heidls handwerklichem Geschick

Der von 1989 bis 2014 amtierende Kirchenpfleger hat auch Hausmeisterdienste übernommen. Der gelernte Maurer und Bautechniker beherrschte das Plänezeichnen und übernahm Bauleitungen. Von seinen Fähigkeiten profitierte die Kirchenverwaltung. Auch für Außenarbeiten um beide Kirchen war sich Heidl nicht zu schade. Er pflegte Rosen und schnitt Hecken. Er habe die Glocken geputzt und im Winter Schnee geräumt – am Kirchberg oft eine Knochenjob. Zwar konnte er sich Helfer holen, doch alles lag in seiner Verantwortung. In einem Vierteljahrhundert hat er viel Interessantes erlebt und am Ende noch – für Bellenberg nicht unerheblich – Geschichte geschrieben. Er klingt ernst als er sagt: „2014 wurde Bellenberg der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen angeschlossen und ich habe mit Hans Huber, Bellenbergs letztem eigenen Pfarrer, den Vertrag unterschrieben.“

Ministerpräsident ehrt Bellenberger Kirchenpfleger

Langweilig ist dem Ex-Kirchenpfleger als vierfachem Vater sowie Opa und Uropa aber nicht. Unter anderem ist er Ehrenmitglied beim Fußballverein und Athletiksportverein. Und dann sind ja noch die Ehemaligen des inzwischen aufgelösten Ortsvereins der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Für sie will er weiter da sein und eine Art Stammtisch pflegen.

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