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Illertissen

11.10.2015

Mit brahmscher Tonkraft Barocksaal zum Beben gebracht

Am Flügel ist Kang-Un Kim voll Temperament und Spielfreude.
Bild: Regina Langhans

 Kang-Un Kim begeistert beim Festival "junge Künstler" durch virtuoses Spiel und vermag mit drei Klassikern neu zu faszinieren.

Illertissen Der Pianist Kang-Un Kim stand auf dem Programm für „Junge Künstler – Stars von morgen“ in Illertissen, da Valentina Babor kurzfristig abgesagt hatte. Doch das Publikum konnte sich nicht beklagen: Mit Spannung erlebte es im ausverkauften Barocksaal, wie der südkoreanische dritte ARD-Preisträger technisch perfekt einen Streifzug durch die Wiener Klassik unternahm, der hochromantisch endete.

Virtuos bediente sich der Pianist aller Regeln seiner Kunst, demonstrierte spielerische Leichtigkeit und schlug am Ende mächtig große Töne an. Er spielte den Flügel bis an seine Grenzen aus, gerade so, um nicht an Klang einzubüßen. Das Publikum belohnte ihn mit riesigem Applaus, der Künstler dankte mit Zugaben, zuletzt ein koreanisches Volkslied.

Für den Auftakt mit der C-Dur-Sonate von Joseph Haydn erlaubte sich der Pianist einen Moment der Sammlung, dann war er mit seiner Musik plötzlich da, raumfüllend und Aufmerksamkeit heischend. Er spielte Haydns Spätwerk sehr facettenreich voll Witz und Kraft. Für Ludwig van Beethovens d-Moll-Sonate, auch Sturmsonate genannt, ließ der Künstler unwetterartig und voll Dynamik Triller, Doppelgriffe und Tonleiterfolgen vorüberziehen. Wer dachte, wilder geht’s nicht mehr, den belehrte Kang-Un Kim, Sieger beim internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb, eines Besseren. Die von jugendlichem Elan geprägte Klaviersonate in C-Dur brachte der Pianist in ebensolchem Geist zu Gehör: Treffsicher und mit voller Wucht griff Kim in die Tasten, um selbst komplizierteste Akkordfolgen im Affentempo durchzujagen. Werk wie Interpretation gipfelten im Scherzo und Finale, wofür der Künstler optisch wie spielerisch größten Einsatz bewies, Leidenschaft empfand, ohne sich von ihr beherrschen zu lassen. Eine asiatische Wesensart vielleicht, die in Verbindung mit hochromantischen Empfindungen zum Charme das Abends beigetragen hat. (lor)

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