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Vöhringen

08.05.2019

Mit einem Klick zu den „sprechenden“ Bäumen

An der Grünen Lunge soll ein digitaler Spielplatz entstehen.
Bild: Ursula Katharina Balken (Archiv)

Ein digitaler Spielplatz soll die Grüne Lunge in Vöhringen aufwerten. Wie das gelingen soll.

Kann ein Baum sprechen? Nein, natürlich kann er das nicht. Aber dank digitaler Technik kann man ihn zum „Reden“ bringen, wenn man so will. Informationen wie die, zu welcher Baumart er gehört oder wie viel Wasser er benötigt, werden per App angezeigt und lassen so den Baum gewissermaßen „sprechen“. Möglich machen dies Sensoren, die rund um den Baum in die Erde gebracht werden. Sebastian Almer, Diplom-Ingenieur und Spezialist auf dem Gebiet der Digitalisierung aus der Nachbarstadt Senden, war nun Gast im Vöhringer Haupt- und Umweltausschuss und stellte das Projekt „Digital-Natur-Spielplatz“ vor.

Gemeint ist damit ein naturnah gestaltetes Areal, das mit digitalen Elementen ausgestattet wird. So könne Kindern Natur und Technik näher gebracht werden, hieß es. Das Angebot richtet sich an Mädchen und Buben im Alter bis zu zehn Jahren, die diesen besonderen Spielplatz mit der Familie oder der Schulklasse besuchen können.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort wurde die Stadt Vöhringen schnell fündig: der Spielplatz an der Grünen Lunge. Die dortigen Geräte müssten aus Sicherheitsgründen dringend ersetzt oder erneuert werden, weil sie nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen. Die Vorteile, so war man sich im Ausschuss einig, würden auf der Hand liegen: gute Erreichbarkeit, naher Parkplatz und zudem werde das Naherholungsgebiet Grüne Lunge aufgewertet.

Mit einem Klick zu den „sprechenden“ Bäumen

Kindern soll Natur und Technik näher gebracht werden

Mit Beispielen machte Digitalexperte Almer deutlich, welche Möglichkeiten ein digitaler Spielplatz bieten würde. Sensoren signalisieren ihm zufolge beispielsweise, dass die Mülltonnen überquellen oder die Wasserqualität in Ordnung ist. Interessierte könnten den Alltag eines Bienenvolkes visuell nachvollziehen, es gebe Erkundungswege, an denen man erfährt, was gerade blüht. Auch wäre ein Blick in die Vergangenheit möglich. Das alles wäre über ein Handy zu erfahren.

Und: Für das Projekt gibt es Zuschüsse. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 200000 Euro geschätzt. Die Beteiligung der Stadt Vöhringen wird mit etwa 20000 Euro angegeben. Die Finanzierung der neuen Einrichtung soll im Wesentlichen durch eine Förderung von Leader erfolgen. Aber auch der Naherholungsverein könnte das Projekt finanziell unterstützen.

Lesen Sie auch, wie das Areal am Illerzeller Baggersee genutzt wird: Palmen, Boot und Sonnensegel: Neue Aussichten für Vöhringer Strandbar

Die Kindertagesstätte St. Michael hat bereits Interesse bekundet, weil der Spielbereich an der Grünen Lunge gerne von den Mädchen und Buben aufgesucht werde. Almer sieht durchaus Bedarf für einen digitalen Spielplatz in diesem Bereich. Die Schulen könnten etwa Innovationsworkshops veranstalten. Almer sieht das Projekt als „Real-Labor“.

Digitaler Spielplatz: Der Bürgermeister ist von der Idee begeistert

Bürgermeister Karl Janson kommentierte den Vorschlag als eine „tolle Investition“ und er erkannte darin ein Alleinstellungsmerkmal für Vöhringen, ja für den gesamten süddeutschen Raum, weil seiner Kenntnis nach solche digitalen Spielplätze nur aus dem Norden bekannt seien. Auch eine Kooperation mit dem Illertal-Gymnasium biete sich an.

Stadtrat Roland Bader (SPD) war wie sein Fraktionskollege Volker Barth begeistert. Vor allem, weil es offenkundig finanzielle Unterstützer gebe und weil der pekuniäre Rahmen für die Kommune überschaubar sei. Barth plädierte für Nachhaltigkeit des Projekts, die digitalen Anlagen müssten entsprechend solide ausgestattet werden. Einige Bedenken hatte Sascha Frick (FWG). Für ihn ist das Gelände Hochwassergebiet. Die erforderliche Elektrik müsse deshalb bestens installiert werden. Bürgermeister Janson teilte diese Befürchtung nicht, es sei denn, es würde ein Jahrtausend-Hochwasser geben. Umgesetzt werden könnte das Spielplatzkonzept in den Jahren 2019/2020.

Auf welche Idee die Grünen beim Thema Entsorgung gestoßen sind, erfahren Sie hier: Entsorgung: Grüne setzen auf Wertstofftonne in Vöhringen

Das steckt hinter Leader: Mit dem EU-Programm Leader unterstützt der Freistaat Bayern seine ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer selbstbestimmten und eigenständigen Entwicklung. So sollen innovative Ideen und Projekte, die den ländlichen Raum beeinflussen, gefördert werden. Prägende Elemente sind die Vernetzung, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung.

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