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Vöhringen

21.07.2018

Musikerin will Vöhringer Kirchenchor zu neuer Stimme verhelfen

Maria Masnicakova ist seit zwei Jahren als Kirchenmusikerin in Vöhringen tätig.
Bild: Ursula Katharina Balken

Kirchenmusikerin Maria Masnicakova hat sich einiges vorgenommen. Eines ihrer Ziele: Sie will den Chor, der sich vor einigen Jahren zerschlagen hatte, neu aufbauen.

Maria Masnicakova hat Sinn für Humor. „Ich habe zwei Baustellen“, sagt sie, lacht und blättert dabei in einem Notenbuch. Die 33-Jährige sucht nach Chormusik, die sie mehrstimmig auch mit einem kleinen Ensemble umsetzen kann. Eines ihrer Ziele: Aus einer Gruppe ambitionierter Sänger einen Kirchenchor zu formen. Ein weiteres Ziel ist die Gründung eines Kinderchors. Zwei „Baustellen“, die Geduld erforderten. Doch die gebürtige Slowakin ist guten Mutes, dass ihr gelingt, was sie sich vorgenommen hat.

Seit zwei Jahren ist Masnicakova als Kirchenmusikerin in der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen tätig. Dass die Pfarrei St. Michael eine Zeit lang ohne Kirchenchor war, lag an Irritationen, die es zwischen dem damals bestehenden Chor und dem ehemaligen Pfarrer Michael Menzinger gegeben hatte. Die Sänger verließen ihre bisherige Wirkungsstätte und verstärken seit dieser Zeit den Kirchenchor in Regglisweiler. Interimslösungen brachten keinen dauerhaften Erfolg – also war die Pfarrei auf der Suche nach einem Chorleiter.

Liebe zu Orgelmusik entdeckt

Nach Vöhringen kam Masnicakova durch eine Ausschreibung im Internet. Sie bewarb sich und hatte Erfolg. Damit trat sie ihre erste Stelle als hauptamtliche Kirchenmusikerin an. Die Voraussetzungen brachte sie durch ihre Ausbildung mit.

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Dabei hatte die junge Frau zunächst alles andere im Sinn, als sich der Kirchenmusik zu widmen. Sie wollte nach Deutschland, um die Sprache zu lernen. Durch eine Bekannte kam sie nach Essen. Um ihr Deutschstudium zu finanzieren, arbeitete sie dort als Köchin und Küchenhilfe. In einer kleinen Kirche entdeckte sie dann ihre Liebe zur Orgelmusik. Masnicakova spielte zunächst nach Gehör, bis sie von der dortigen Organistin ermutigt wurde, doch nebenberuflich als Kirchenmusikerin tätig zu sein. Die mehrjährige Ausbildung, die sie dafür benötigte, absolvierte sie mit Erfolg. Und weil sie so begabt war, konnte sie in Rottenburg am Neckar auf der Kirchenmusikhochschule vier Jahre weiter studieren.

„Mir war die Kirchenmusik sehr ans Herz gewachsen, ich wollte das Hobby zu meinem Beruf machen“, erzählt die 33-Jährige. Dass sie dieses Vorhaben in Vöhringen gleich umsetzen konnte, mache sie glücklich. Masnicakova wusste aber auch, dass ihre Aufgabe in der Pfarreiengemeinschaft nicht leicht sein würde. Aus einer kleinen Sängerschar sollte und wollte sie einen Kirchenchor formen. „Nicht ganz einfach, wenn man eine Gruppe mit nur zehn Mitgliedern hat“, erinnert sie sich.

Der Kirchenchor soll eine Messe würdig mitgestalten

Mittlerweile ist die Gruppe auf 20 Sängerinnen und Sänger angewachsen, die regelmäßig proben und mit denen sich die Musikerin an zwei- oder dreistimmige Chorsätze wagt. Konsequent setzt Masnicakova auf Stimmbildung und ein Repertoire, das die Mitglieder nicht überfordert. „Ich weiß, dass ich keine große Mozart-Messe mit Orchester aufführen kann, aber das muss ja nicht sein. Wichtig ist, die Messe würdig mit Musik zu gestalten.“

Im neu erstandenen Chor herrsche ein gutes Klima, sagt die Dirigentin. Das freue sie besonders. Zwischen den Proben gibt es eine Pause, da werde viel gelacht und erzählt. Und hinterher treffe man sich in einer Gaststätte, was das Zusammengehörigkeitsgefühl stärke. Auch dass sich der Chor im Herbst der Pfarrwallfahrt nach Altötting anschließt, ist für Maria Masnicakova ein Zeichen guten Zusammenhaltes.

Zu tun hat die Kirchenmusikerin genug. Denn sie ist an Sonntagen in Vöhringen, Bellenberg, Illerberg und Illerzell unterwegs. Das empfinde sie jedoch nicht als Last, weil sie Musik liebe. Manchmal gibt es auch nebenberufliche Organisten, die einspringen, wenn es im Terminkalender zu eng wird.

Für einen Kinderchor gibt es bereits Anmeldungen

Was das Projekt Kinderchor angeht, gibt sich Masnicakova zuversichtlich. Sie ist durch die Grundschulen der Stadt buchstäblich gepilgert und hat für die Sache geworben. „Ich habe schon sieben Anmeldungen. Und wenn die Kinder zu allen möglichen Freizeitbeschäftigungen nachgehen, können sie sich ja auch für die Musik entscheiden.“

Ein großer Erfolg ist für sie, dass sie bei Messen, in denen Kantorengesänge vorgegeben sind, diese nicht mehr alleine von der Orgelbühne aus singen muss. Sie habe junge Leute gewinnen können, die diese Aufgabe gerne übernehmen. „Das ist doch wunderschön.“

Wer Lust am Singen habe, könne donnerstags um 19.30 Uhr ins Pfarrheim kommen, dann ist Probenzeit. Er wird herzlich aufgenommen werden, verspricht Maria Masnicakova.

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