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Gemeinderat

31.10.2015

Punktlandung beim Holz geschafft

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Hier in der Schwende in Kettershausen soll ein Biotop entstehen. Jagdpächter Karl Holzinger stellte sein Konzept dafür im Gemeinderat vor.

Die Waldbewirtschaftung war Thema in Kettershausen

Mit Themen rund um Wald und Natur hat sich der Gemeinderat in Kettershausen in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Hier eine Übersicht:

Zunächst informierte Andreas Schäfer von der Forstbetriebsgemeinschaft Memmingen über die Waldbewirtschaftung im Kettershauser Gemeindewald, die der Verein seit sieben Jahren betreut. „Die Zusammenarbeit verläuft reibungslos“, stellte Bürgermeisterin Susanne Schewetzky zufrieden fest. Schäfer präsentierte in der Sitzung unter anderem viele Zahlen und Fakten: Mit einer Gemeindewaldfläche von 333 Hektar sei Kettershausen „Großwaldbesitzer“ und komme nach Memmingen (1235 Hektar) und Niederrieden (349 Hektar) gleich an dritter Stelle. Außergewöhnlich sei der Umstand, dass diese „gewaltige Fläche komplett an einem Stück“ vorhanden sei, wobei auf den Bebenhauser Wald gut 196 Hektar und auf den Kettershauser Wald knapp 137 Hektar entfallen. Die Bewirtschaftung erfolge nach dem vorgegebenen Forstwirtschaftsplan (aufgestellt für den Zeitraum 2002 bis 2021). In dem nun zweiten Zeitabschnitt von 2012 bis 2021 beträgt der aktuelle Hiebsatz pro Jahr 4680 Festmeter. Dies entspricht etwa 14,4 Festmetern pro Jahr und Hektar. Der Abgleich nach 14 Jahren Laufzeit habe nun ergeben, dass die Gemeinde mit insgesamt 51000 Festmetern rund 1400 Festmeter weniger als geplant genutzt hat. Diese Differenz reduziere sich durch einzelne Brennholzmengen etwas, sodass man hier beinahe eine „Punktlandung“ geschafft habe, so Schäfer. Beim Sturm „Niklas“ im März dieses Jahres sei Kettershausen mit einem Schaden von 300 Festmetern Sturmholz mit „einem blauen Auge davongekommen“. Auch der Anteil des Käferholzes sei aufgrund sofortiger Maßnahmen wie Abtransport und stetigen Kontrollen „verschwindend gering“. Als einen der zukünftigen Schwerpunkte nannte Schäfer den „Waldumbau“ und meinte damit auch die Einbringung von klimatoleranten Mischbaumarten, beispielsweise Buche und Tanne. Ein ganz spezielles Augenmerk müsse nach diesem trockenen Jahr auf die Käferkontrolle im Jahr 2016 gelegt werden.

Anschließend stellte der Kettershauser Jagdpächter Karl Holzinger sein geplantes Konzept eines Biotops vor, bei dem er ein bestehendes Feldgehölz in der Schwende in Kettershausen als Rückzugs- und Brutgebiet für heimische Tierarten verbessern will. Dies soll in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft geschehen. „Momentan ist rings um das zukünftige Biotop eine riesige, 700 Hektar große Agrarwüste, in der kaum Wild ganzjährig überleben kann“, nannte er als Begründung. Für die Gemeinde könne das Biotop ein Vorzeigeprojekt werden, das zudem die Gemeindekasse nicht belaste, so Holzinger. Jens Classen ist Holzingers angestellter Berufsjäger. Bei einem Termin mit der IZ erklärte er das Konzept vor Ort. Eigentlich habe die Fläche schon „Biotop-Charakter“, sagte Classen. Er deutete auf den mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen, rund 400 mal 60 Meter messenden geplanten Biotopbereich, der von landwirtschaftlich genutzten Äckern und Wiesen umgeben ist. Im Prinzip sei noch etwas Aufwertung, etwa durch das Pflanzen von Streuobstbäumen, Sichtschutzhecken und regelmäßigen Pflegemaßnahmen der bestehenden Gehölze und Flächen notwendig, damit sich hier Wildtiere, Vögel und Insekten wohlfühlen könnten.

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