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Ulm

21.05.2018

Raser wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

In diesem Wrack eines hochmotorisierten Mercedes starben zwei Menschen.
Bild: Thomas Heckmann

Ein 28-Jähriger wollte Mitfahrern den Nervenkitzel des „gefühlten Abhebens“ zeigen.

Ein 28-jähriger Autofahrer wurde jetzt wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen angeklagt. Der tragische Unfall hatte im Oktober vergangenen Jahres für Bestürzung gesorgt: Der Angeklagte fuhr nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit seinem über 500 PS starken Mercedes AMG am Nachmittag des 8. Oktober mit drei Mitfahrern auf der ihm bekannten Strecke, die er auch Freunden hochmotorisierter Kraftfahrzeug empfohlen haben soll.

Die Strecke zwischen Schalkstetten und Amstetten ist wegen mehrerer Kuppen als gefährlich eingestuft, mit einem Überholverbot versehen und die Höchstgeschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde beschränkt. Gleichwohl soll der Angeschuldigte auf der Unfallstrecke etwa 200 Sachen schnell gefahren sein, um seinen Mitfahrern den Nervenkitzel des „gefühlten Abhebens“ von den Kuppen zu verschaffen. Aus maßloser Selbstüberschätzung und aus Gleichgültigkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern habe er keine Bedenken gegen seine gefährliche Fahrerweise aufkommen lassen.

Aufgrund der viel zu hohen Geschwindigkeit habe der hochgerüstete Mercedes auf der zweiten Kuppe die Bodenhaftung und der Angeschuldigte sodann die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Das Fahrzeug schanzte in einer Höhe von etwa 3,5 Metern gegen Bäume, die aufgrund der Wucht des Aufpralls umknickten. Die Beifahrerin wie auch der hinter dem Fahrer sitzende Mitfahrer starben noch am Unfallort. Ein hinter dem Beifahrersitz befindlicher Mitfahrer erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen und befand sich tagelang im Koma. Er leidet bis heute an den Folgen des Unfalls, der Angeschuldigte wurde nur leicht verletzt.

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Über seinen Verteidiger räumte der Angeschuldigte die Vorwürfe ein.

Von der Tat liegt den Ermittlungsbehörden aber auch eine von einem Mitfahrer gefertigte Videoaufnahme der Fahrt vor. Nur wenige Tage nach diesem Unfall kam es auf der Landstraße 1230, die von Blaubeuren nach Machtolsheim führt, erneut zu einem tödlichen Unfall mit einem Mercedes AMG mit über 500 PS. (az/heo)

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