Newsticker
Corona-Zahlen: 10.810 Neuinfektionen und 294 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Roggenburg will Fairtrade-Gemeinde werden: Wie macht sich das bemerkbar?

Roggenburg

30.01.2021

Roggenburg will Fairtrade-Gemeinde werden: Wie macht sich das bemerkbar?

Fairtrade-Produkte, wie zum Beispiel Kaffee aus fairem Handel, werden auch in Roggenburg künftig häufiger angeboten.
Foto: Alexander Kaya

Plus Schon bald starten in Roggenburg erste Aktionen auf dem Weg zur Fairtrade-Kommune. Das Bildungszentrum beteiligt sich mit einer Vortragsreihe.

Die Gemeinde Roggenburg will „Fairtrade Town“ werden und hat mittlerweile eine Steuerungsgruppe gegründet, die dieses Ziel weiter vorantreiben soll. Schon bald starten erste Aktionen: Im Bildungszentrum wird eine Vortragsreihe zum Thema vorbereitet, die ersten Termine finden online statt. Örtliche Geschäfte nehmen Produkte aus fairem Handel ins Sortiment auf.

Die Gründung der Steuerungsgruppe gehört zu den Voraussetzungen für das Fairhandelssiegel „Fairtrade Town“, das mehrere Kommunen in der Umgebung und auch der Landkreis Neu-Ulm selbst schon erhalten haben. Vergeben wird es vom gemeinnützigen Verein „TransFair“ mit Sitz in Köln. Auch die Klostergemeinde will sich jetzt im fairen Handel engagieren und entsprechende Projekte sowie Produzenten unterstützen.

Auf welchem Weg das geschieht, soll die Steuerungsgruppe koordinieren, die aus Vertretern der Gemeinde, des Bildungszentrums, der Pfarrei, der örtlichen Wirtschaft sowie der Grundschule und der katholischen Landjugend (KLJB) besteht. Zu den beiden Vorsitzenden wurden bei der Gründung im Dezember Dörte Fischer und Stephan Einfalt bestimmt.

Das Bildungszentrum neben dem Kloster Roggenburg plant spezielle Kochkurse

Die Idee, sich für die faire Auszeichnung zu bewerben, war schon im Herbst bei den Roggenburger Gemeinderäten auf offene Ohren gestoßen. Die Gemeindeverwaltung will das Vorhaben im eigenen Haus mit dem Ausschank von fair gehandeltem Kaffee und Säften sowie der Verwendung entsprechender Produkte in Geschenkkörben unterstützen.

Dazu passt, dass sich das Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur das Jahresmotto „Laudato Si – Konsum/alternative Lebensstile“ überlegt hat, das auch den fairen Handel thematisiert. So finden nun die ersten Veranstaltungen in Kooperation statt: Auftakt ist ein informativer Abend, betitelt mit: „Was bedeutet fairer Handel?“ am Donnerstag, 18. Februar. Ein Referent der Fairtrade-Handelsorganisation Gepa wird über die Grundsätze des fairen Handels aufklären. Wie die weiteren geplanten Vorträge wird der Abendtermin wohl online stattfinden. Es folgen Referate unter anderem zu den Themen Gewürze und Zucker, Kleidung sowie Fußbälle. Zudem plant das Bildungszentrum Kochkurse mit fairen Produkten und einen Themenstand beim Ökomarkt.

Fairer Kaffee und regionale Milch im Café "Vielharmonie" in Biberach

Doch auch weitere Akteure haben sich gefunden: So will der Klosterladen einige fair gehandelte Produkte ins Sortiment nehmen und die örtliche Bäckerei Hörmann bietet ebenfalls Waren aus fairem Handel an. Die KLJB überlegt, bei Veranstaltungen faire Produkte auszuschenken. Und sobald es möglich ist, will auch die Grundschule ein Projekt zum Thema starten.

Auch beim Roggenburger Gewerbeverein „Gern“ habe man sich schon mit den Ideen befasst, berichtet Fischer. Das ehrenamtlich betriebene Café „Vielharmonie“ in Biberach will fairen Kaffee und regionale Milch ausschenken, und örtliche Vereine sind für die Verwendung entsprechender Produkte bei Veranstaltungen offen.

Das Siegel „Fairtrade Town“ führen derzeit rund 700 deutsche Städte und Gemeinden. Weltweit sind es 2000 Städte in 36 Ländern.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren