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Illertissen

15.10.2015

Rotes Kreuz sagt Bruno-Gröning-Veranstaltung ab

Örtliche Bruno-Gröning-Anhänger werben derzeit für ihre Veranstaltungen in Illertissen.
Bild: Verena Mörzl

Nach Recherchen zweifeln die Verantwortlichen nun an dem Verein und seinen Zielen.

Das Rote Kreuz hat die für dieses Wochenende geplante Veranstaltung des „Bruno-Gröning-Freundeskreises/Kreis für natürliche Lebenshilfe“ im Illertisser Rot-Kreuz-Haus abgesagt. Das teilte Kreisgeschäftsführer Stefan Kast auf Nachfrage der Illertisser Zeitung mit. Nach Recherchen seien ihm Zweifel an den Praktiken des Vereins gekommen, so Kast, „das ist mir dann doch nicht so recht“. Zunächst hatte das Rote Kreuz die Räume zur Verfügung stellen wollen, wie das bei Veranstaltungen von örtlichen Vereinen üblich ist.

Wie berichtet, hat sich in Illertissen ein Ortsverband des umstrittenen Freundeskreises gegründet. In den vergangenen Wochen hatten die Mitglieder offensiv für Veranstaltungen im Rot-Kreuz-Haus und in der Schranne die Werbetrommel gerührt. Kirchen hingegen kritisieren die Vereinigung und ihre Lehre und nennen sie „sektenartig“. Im Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages wurde neben Scientology auch vor dem Gröning-Freundeskreis gewarnt.

Die Anhänger des selbst ernannten Wunderheilers Bruno Gröning (1906-1959) werben mit Slogans wie „medizinisch beweisbar“ für „Heilungen auf geistigem Wege“ unter anderem von Depressionen, Alkoholsucht, Allergien und Krebs. Kritiker weisen darauf hin, dass bisher keine der angeblichen Heilungen einer objektiven Überprüfung standgehalten hat. Stattdessen werde den Kranken oft selbst die Schuld gegeben, wenn keine Genesung eintritt – mit fatalen psychischen Folgen für die Betroffenen. Die Diözese Augsburg berichtet sogar von Gröning-Anhängern, die den Kontakt zu ihren Verwandten oder Freunden abgebrochen haben, wenn diese Zweifel äußerten oder kritische Fragen stellten.

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Auch in der Illertisser Schranne hat der Freundeskreis für November eine Veranstaltung angemeldet. Kämmerer Markus Weiß verwies darauf, dass sich der Ortsverein auf die Benutzungsordnung berufen könne und berechtigt sei, die Schranne für die Veranstaltung zu nutzen. Die Stadt könne nichts dagegen tun.

In der Region sind die Gröning-Freunde schon länger aktiv. Unter anderem in Neu-Ulm und Ulm luden sie zu Veranstaltungen und zeigten einen selbst produzierten, beinahe fünfstündigen Film über den vermeintlichen Wunderdoktor. Die Diözese erklärt, dass durch den Kult, den seine Anhänger pflegten, Gröning zu einem „Wunderapostel“ und neuen Jesus stilisiert werde. Das sei mit dem katholischen Glauben unvereinbar, so die Diözese.

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