Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. SEK-Einsatz in Gannertshofen: So laufen die Ermittlungen

Gannertshofen

08.01.2020

SEK-Einsatz in Gannertshofen: So laufen die Ermittlungen

In Gannertshofen hat die Polizei im November ein Haus durchsucht. Es ging um den Verdacht des illegalen Waffenhandels. Auch ein Sondereinsatzkommando war vor Ort.
Bild: Sabrina Schatz

Im November durchsuchten Einsatzkräfte ein Gebäude in Gannertshofen und nahmen einen Mann fest. Er hatte in dem Haus wohl verbotene Waffen aufbewahrt.

Es war wohl einer der spannendsten Tage des vergangenen Jahres in Gannertshofen: Ende November stürmte eine Spezialeinheit einen ehemaligen Bauernhof in dem Bucher Ortsteil. Das Gebäude wurde durchsucht, ein 55-jähriger Mann wurde festgenommen.

In den Tagen nach dem aufsehenerregenden Einsatz wurde in dem kleinen Ort viel spekuliert. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai, bestätigte damals, dass auf dem Anwesen Gegenstände sichergestellt worden seien, die nach dem Waffengesetz verboten sind. Nickolai kündigte an, dass im Zuge der Ermittlungen geprüft werden müsse, wo diese Gegenstände herstammen, wem sie gehören und wer Zugriff auf sie hatte. Schusswaffen seien nicht unter den Fundstücken gewesen, hieß es vonseiten des Sprechers. Der 55-jährige Gannertshofer wurde beschuldigt, mehrere illegale Waffen bei einer Hausräumung im Jahr 2017 gestohlen zu haben, um sie zu verkaufen. Der angebliche Diebstahl ereignete sich offenbar im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Augsburg. An dem Einsatz, bei dem ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Augsburg vollzogen wurde, waren neben der Kriminalpolizei und dem Sondereinsatzkommando Beamte der operativen Ergänzungsdienste aus Neu-Ulm und Kempten sowie Diensthundeführer vor Ort.

Auskünfte will die Staatsanwaltschaft in vier bis sechs Wochen geben

Jetzt, rund anderthalb Monate später, seien die Ermittlungen weit fortgeschritten, teilt Nickolai auf Nachfrage mit. Die Polizei sei mit ihren Ermittlungen im Wesentlichen fertig. Genauere Auskünfte könne der Sprecher der Staatsanwaltschaft derzeit aber noch nicht machen. In rund vier bis sechs Wochen sei man wohl soweit, die Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen, kündigt Nickolai an.

SEK-Einsatz in Gannertshofen: So laufen die Ermittlungen

Nach der Verhaftung des Mannes machte das Gerücht die Runde, der Verdächtige sei ein sogenannter Reichsbürger. Diese Verschwörungstheoretiker erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an, sondern sind der Ansicht, das „Deutsche Reich“ würde noch immer weiter bestehen. Eine Verbindung des Mannes zu dieser Gruppierung bestätigte sich allerdings nicht. Noch ist auch nicht klar, ob der 55-Jährige tatsächlich der Szene der Selbstverwalter angehört, wie es anschließend gerüchtehalber hieß. Die sogenannten Selbstverwalter fühlen sich dem Staat nicht zugehörig, erklären sich mitunter für unabhängig und markieren ihre Anwesen teilweise mit „Grenzen“.

Lesen Sie hier die ganz Vorgeschichte:SEK-Einsatz gegen mutmaßlichen Waffenhändler

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren