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Illertissen

20.04.2017

Stadt legt Stiftungsgeld in Aktienfonds an

Auf dem Konto liegt das Geld nicht nur sicher – es vermehrt sich auch: Diese Sparer-Weisheit gehört wegen der Niedrigzinsphase der Vergangenheit an. Das Thema beschäftigt auch die Stadt Illertissen wegen ihrer Stiftungen.
Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Weil das Vermögen auf dem Konto keine Zinsen bringt, geht Illertissen nun neue Wege.

Auf dem Konto liegt das Geld nicht nur sicher – es vermehrt sich auch: Diese Sparer-Weisheit gehört wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase der Vergangenheit an. Will sagen: Wer sein Vermögen aktuell zur Bank bringt, kann es allein dadurch nicht wirklich vermehren. Das Thema beschäftigt auch die Stadt Illertissen, etwa wenn es um die durch sie verwalteten Stiftungen geht: Denn deren Aufgabe ist es, Geld für soziale und kulturelle Zwecke auszuschütten. Das Problem: Ohne die Erträge aus der Anlage sind keine Zuschüsse möglich und die Stiftungen können ihr Ziel nicht mehr erfüllen. Deshalb sollen neue – sprich: gewinnbringende – Anlagemöglichkeiten gefunden werden. Damit hat sich nun der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigt. Dabei wurden Aktien-Fonds als Retter aus der Misere ins Auge gefasst.

„Null ist einfach zu wenig“ – mit diesen Worten machte Kämmerer Markus Weiß deutlich, dass der Stifterwillen (und damit der Daseinsgrund) der vier durch die Stadt verwalteten Stiftungen durch das niedrige Zinsniveau in Gefahr ist. Die Einrichtungen sollen wohltätige Zwecke finanziell unterstützen und sind auf Zinsgewinne angewiesen. Die Franz-Xaver-Rahn-Stiftung, die Franz-Eugen-Huber-Stiftung sowie die Stiftung Brunhilde Wambach und Marie Novotny verfügen derzeit insgesamt über Festgeldanlagen in Höhe von rund 120000 Euro. Dazu kommt die Reinhard-Berger-Stiftung mit 6000 Euro. Über sogenannte Stiftungsfonds könnten nach Schätzungen Renditen in Höhe von zwei bis drei Prozent erwirtschaftet werden. In diesen Portfolios fänden sich zahlreiche verschiedene Anlageformen, neben Aktien (bis zu 30 Prozent) auch Rentenpapiere und Staatsanleihen, erklärte Weiß. Das soll die Sicherheit erhöhen, die nach Gemeindeordnung und Stiftungsrecht stets vor dem Ziel Ertrag stehen sollte. Wertpapier-Geschäfte mit hohem Risiko seien deshalb ausgeschlossen. Zwar könnten die Kurse auch bei Stiftungsfonds schwanken – wodurch sich der Wert des Depots ändern könnte: Durch eine langfristige Anlage sei das allerdings auszugleichen, hieß es.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung an die Mitglieder des Finanzausschusses: Sobald die Konditionen für die Anlage des Stiftungsgelds auslaufen (Mitte Mai), soll das Vermögen in Fonds angelegt werden. Keine schlechte Idee, fand Stadtrat Helmut Unglert (Freie Wähler), von Beruf Banker. „Anders macht man das Geld kaputt.“ Susanne Kränzle-Riedl (CSU) fragte, ob nicht die Kontrolle der Geldanlagen in die Hände eines Beraters gelegt werden sollte. Die Fonds würden ohnehin verwaltet, sagte Kämmerer Weiß. Zudem sehe er regelmäßig danach, wenn auch nicht täglich. Aus Sicht von Unglert reiche es, „alles Viertel Jahr“ nachzusehen. Die Fonds seien breit gestreut, er erwarte keine großen Schwankungen. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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