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Weißenhorn

12.12.2020

Tennisplätze ohne Genehmigung: Landratsamt soll Lärmbelastung prüfen

Die Stadt Weißenhorn bittet das Landratsamt Neu-Ulm um ein Lärmgutachten für Tennisplätze, die es schon lange gibt.
Bild: Archivfoto Alexander Kaya

Plus Bei den Planungen für das Bauprojekt am Ahornweg fällt auf, dass für drei mehr als 40 Jahre alte Spielfelder des TC Weißenhorn keine Genehmigung vorliegt.

Mit einem ungewöhnlichen Bauantrag hat sich der Weißenhorner Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst. Der Tennisclub Weißenhorn möchte die nachträgliche Genehmigung von drei Tennisplätzen auf seinem Gelände, die bereits seit mehr als 40 Jahren genutzt werden. Sie wurden zwischen 1975 und 1978 errichtet.

Bevor das Landratsamt Neu-Ulm im Nachhinein die Genehmigung erteilen kann, müsse ein Lärmgutachten erstellt werden, sagte Roman Brandt, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen bei der Stadtverwaltung. Der Bauherr müsse nachweisen, dass vom Spielbetrieb keine Lärmbelästigung ausgehe, ergänzte er. Und das macht die Angelegenheit pikant.

Wegen einer möglichen Lärmproblematik hatte der Tennisclub Weißenhorn geklagt

Denn das Thema Lärm war auch ein Knackpunkt im Hinblick auf die geplante Bebauung auf dem benachbarten Grundstück am Ahornweg. Bekanntlich hatten der Tennisclub und Anlieger gegen den 2017 beschlossenen Bebauungsplan für das Areal geklagt – und recht bekommen. „Aufgrund der Klage wissen wir, dass wir hier ein Lärmproblem haben“, sagte Bürgermeister Wolfgang Fendt in der Sitzung. Er hielt es für angebracht, das Landratsamt um eine Prüfung der Auswirkungen in Sachen Lärm zu bitten.

Warum es vor mehr als 40 Jahren versäumt wurde, die Genehmigung für die Tennisplätze einzuholen, lässt sich heute nicht mehr klären. Wie Holger Weber, der Vorsitzende des Tennisclubs, auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet, sei das Landratsamt über den Bauträger beim Projekt im Ahornweg darauf aufmerksam geworden, dass es die drei Anlagen eigentlich gar nicht geben dürfte. Aus Webers Sicht handelt es sich beim nun vorliegenden Antrag des TC um eine Formalie: In 40 Jahren habe sich niemand über die Spielfelder beschwert, sagt er. Der Verein habe auch mit den Nachbarn Kontakt aufgenommen.

Weber saß am Montagabend als Zuhörer in der Bauausschusssitzung. Dabei missfiel ihm, dass das Gremium den Fall nicht gesondert betrachtete, sondern mit der juristischen Auseinandersetzung vermengte. Stadtrat Michael Schrodi (CSU) sprach von einer „leichten Genugtuung“, die er verspürt habe. „So kommt alles zurück“, sagte er. Einen Vorwurf könne man der jetzigen Vereinsführung jedoch nicht machen, sagte Schrodi. Auch der Stadtverwaltung hätte in all den Jahren auffallen können, dass die Genehmigung fehlt. Mehrfach sei die Erbpacht verlängert worden und die Stadt habe vor einigen Jahren auch einen Zuschuss für die Sanierung der Plätze gegeben. „Wir haben uns damals dafür eingesetzt, dass der TC dort bleiben darf“, betonte Schrodi.

Ein Gutachten sagt: Es braucht keine Lärmschutzwand zwischen Tennisplätzen und Neubauten

Bürgermeister Fendt sprach von einer „blöden Situation“. Er teilte bei der Gelegenheit mit, dass ein Gutachten eine Lärmschutzwand zwischen der künftigen Bebauung am Ahornweg und dem Tennisplatz nicht für nötig halte. Der Tennisclub fordert eine solche, damit sich die künftigen Nachbarn nicht durch den Spielbetrieb gestört fühlen.

Andreas Ritter (FDP) plädierte dafür, die nachträgliche Genehmigung für die Plätze zu erteilen. „Der Club dort oben hat Tradition“, sagte er. Eine Stadt wie Weißenhorn lebe auch von den sportlichen Aktivitäten. Herbert Richter (SPD) ergänzte, dass das Gelände im Bebauungsplan und im Flächennutzungsplan als Sportfläche ausgewiesen sei. „Wenn man es aus rein städtebaulicher Sicht betrachtet, was ja unsere Aufgabe als Ausschuss ist, dann sollte man das genehmigen“, sagte Richter. Für die Zukunft sollte sich die Stadt seiner Ansicht nach allerdings Gedanken machen, wie es mit Sportflächen in Wohngebieten weitergeht.

Bis auf Jürgen Bischof (Freie Wähler/WÜW) sprachen sich alle Mitglieder des Gremiums dafür aus, dass das Einvernehmen erteilt wird, das Landratsamt aber gebeten wird, die emissionsrechtlichen Auswirkungen der Tennisplätze zu prüfen. Bischof argumentierte, den Zusatz hätte man getrost weglassen können, da das Landratsamt diese Prüfung ohnehin vornehme.

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