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Unterroth

03.01.2019

Warum in Unterroth seit Wochen die Leitungen tot sind

Sei mehreren Wochen funktionieren in vielen Haushalten in Unterroth weder Telefone noch das Internet. Die Telekom hatte wohl Probleme, eine Baufirma zu finden.
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Sei mehreren Wochen funktionieren in vielen Haushalten in Unterroth weder Telefone noch das Internet. Die Telekom hatte wohl Probleme, eine Baufirma zu finden.
Bild: Matthias Balk, dpa (Symbol)

Plus In vielen Haushalten funktionieren weder Telefone noch Internetanschlüsse – und das seit Wochen. Der Grund: Ein Wasserschaden. Mit der Reparatur dauert es noch.

Kein Internet, kein Telefon: Seit einigen Wochen geht in Teilen Unterroths fast nichts mehr. Wer den Hörer abnimmt, hört oft ein Störgeräusch, noch öfter gar nichts. Schuld daran ist ein Wasserschaden in der Hauptleitung, heißt es vonseiten des Netzbetreibers Telekom. Wie viele Haushalte betroffen sind, scheint nicht ganz klar. Das Unternehmen hat laut Pressesprecherin Susanne Bruns dazu keine gesicherten Informationen. Es sollen jedoch bis zu 100 Haushalte sein – und das in einer Gemeinde, die nur knapp 1000 Einwohner zählt.

Seit Mitte Dezember müssen viele ohne Telefon und Internet auskommen. Bruns zufolge ist bei manchen auch der Fernseher betroffen: Wer den Dienst MagentaTV nutzt, empfängt kein Signal.

Die Ursache für den Schaden ist unklar. Zwar spricht das Unternehmen von einem Wasserschaden in der Hauptleitung. Wie das Nass jedoch in das Kabel gelangen konnte, weiß niemand. Laut Bruns könnten bei Erdbewegungen oder Tiefbauarbeiten die Isolierungen der Kabel beschädigt worden sein. Die Sprecherin versichert, an einer Lösung werde gearbeitet. Gestern wurde der Schaden lokalisiert. Wie lange es noch dauert, bis die Störungen behoben sind, kann die Telekom noch nicht sagen. „Die Techniker versuchen ihr Möglichstes. Jetzt kommt es darauf an, wie schnell das Ersatzkabel geliefert wird“, so Bruns.

Bürgermeister Gerhard Struve ärgert sich über die Telekom

In Unterroth ärgern sich derweil viele über die andauernden Störungen. Bürgermeister Gerhard Struve sagt: „Vor allem ältere Bürger sind von den Ausfällen betroffen. Was ist, wenn es einen Notfall gibt?“ Der Telekom wirft er Fahrlässigkeit vor. „So etwas kann ja mal passieren, aber dann muss das nach zwei, drei Tagen wieder laufen.“ Dass der Schaden auch zwischen Weihnachten und Neujahr bestand, als viele Menschen Freunde und Verwandte anrufen wollten, sei unzumutbar. Pressesprecherin Bruns erklärt das wiederum so: „Die Tiefbau-Ressourcen über die Feiertage waren erschöpft. Dadurch kam es zu den Verzögerungen.“ Erst im neuen Jahr habe man eine geeignete Baufirma finden können.

Der Bürgermeister kritisiert auch die Informationspolitik der Telekom. Er selbst habe erst kurz vor Weihnachten von den Störungen gehört – durch Bürger, die ihn darauf ansprachen. Der Netzbetreiber habe die Gemeinde über die weitreichenden Ausfälle nicht informiert. Struve, selbst von den Störungen nicht betroffen, hat sich daraufhin beim Unternehmen gemeldet – mit wenig Erfolg. „Von der Telekom Infos zu bekommen ist fast unmöglich. Die können machen, was sie wollen.“ Lediglich die seit gestern laufenden Bauarbeiten habe der Betreiber von der Gemeinde genehmigen lassen. Sie seien auf vier Tage angesetzt.

Auch der Geldautomat der Raiffeisenbank funktioniert nicht mehr. Ein Zettel auf dem Display vertröstet die Kunden auf die zweite Januarwoche.
Bild: Jonathan Mayer


Doch nicht alle sind mit der Telekom so unzufrieden, wie der Bürgermeister. Das zeigt ein Beispiel aus der Ortsmitte: Dort hat ein älteres Ehepaar als Ersatz für das nicht funktionierende Telefon ein Seniorenhandy von der Telekom erhalten. Das erzählt die 43-jährige Schwiegertochter des Paares im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihren Namen möchte sie lieber nicht in der Zeitung lesen. Ihre Schwiegereltern seien auf das Telefon angewiesen. „Wenn irgendwas passiert, können sie so wenigstens Bescheid geben.“ Auf mehrfache Anfrage bei der Telekom habe man das Handy als Ersatz erhalten. Das sei für die beiden knapp 80-Jährigen zwar eine Umstellung gewesen – aber besser als nichts.

Wie ernst es werden kann, wenn der Telefonanschluss nicht funktioniert, zeigt die Erzählung einer weiteren Bürgerin. Bei einem über 80-jährigen Nachbarn sei vor einigen Tagen ein Krankenwagen benötigt worden, weil er stark blutete. Da im Haus das Telefon nicht funktionierte, eilte die Ehefrau nach nebenan und wählte von dort aus den Notruf. So berichtet es die Nachbarin. Dem Mann geht es wieder gut. Trotzdem sagt sie: „Wenn was ist und das Telefon geht nicht, ist man aufgeschmissen.“

Wer Geld bei der Raiffeisenbank abheben will, muss woanders hinfahren

Doch nicht nur die Hausanschlüsse sind von den Ausfällen betroffen. Auch der Geldautomat der Raiffeisenbank funktioniert nicht mehr. Auf dem Display ist eine Mitteilung aufgeklebt, in der die Kunden auf die zweite Januarwoche vertröstet werden. Bis dahin müssen die Unterrother ihr Geld an anderen Automaten holen.

Vonseiten der Telekom ist derweil zu hören, dass man die Ausfälle und die Verzögerungen bei der Reparatur bedauere. „Wir wissen, wie ärgerlich das ist“, sagt die Pressesprecherin Susanne Bruns. Sobald ein neues Kabel geliefert werde, funktioniere aber wieder alles.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich vergangenes Jahr in Wemding: Dort sorgte ein Blitz für monatelange Störungen beim Anschluss eines Ehepaares. Lesen Sie hier, wie das Problem gelöst wurde: Blitz: Telefon und Internet über Monate defekt

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