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Illertissen

13.09.2019

Wenig Andrang beim Illertisser Friday for Future

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Das Jugendparlament organisierte in Illertissen einen eigenen „Friday for Future“ – die Teilnehmer packten kräftig mit an.
Bild: Dominik Stenzel

Nicht viele folgten am Freitag dem Aufruf des Jugendparlaments zu einer Müllsammelaktion. Der Stadtjugendpfleger kennt die Gründe – und ist am Ende trotzdem zufrieden.

Die Aktion „Saubere Stadt“ im vergangenen April war in Illertissen ein Erfolg. Rund 700 Freiwillige zogen durch die Straßen und sammelten dabei allerlei Dinge auf, die dort eigentlich nicht herumliegen sollten: Alte Wahlplakate, Pizzakartons, ein Fünf-Euro-Schein und sogar eine Kloschüssel. Schon damals sagte Stadtjugendpfleger Harald „Harry“ Heckenberger allerdings auch: „Ich habe vor allem Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren vermisst.“ Jene Altersgruppe, die in der Vöhlinstadt durch das Jugendparlament vertreten wird. Dem Gremium liegt das Thema Umwelt jedoch am Herzen und daher fasste es den Entschluss: Ein eigener „Friday for Future“ soll in Illertissen auf die Beine gestellt werden – und am Freitag war es nun so weit.

Wenige Minuten bevor es um 14 Uhr losgehen soll, steht Heckenberger schon am Marktplatz bereit. Neben ihm eine große, blaue Kiste, darin Müllsäcke und Müsliriegel, die vom Illertisser Eine-Welt-Laden zur Verfügung gestellt wurden. Der Stadtjugendpfleger hat schon so eine Vorahnung. „Ehrlich gesagt rechne ich mit sehr wenigen Teilnehmern.“

Illertisser "Friday for Future" hat nicht viel mit der namensgebenden Bewegung gemeinsam

Das habe vor allem damit zu tun, dass die Aktion mit der namensgebenden, globalen Fridays-for-Future-Bewegung wenig zu tun hat. Die Kinder und Jugendlichen sollen in Illertissen selber aktiv werden, statt nur zu demonstrieren. „Ich habe aber die Vermutung, dass sie sich an einem Freitagnachmittag nicht die Hände schmutzig machen wollen“, sagt Heckenberger. Ironischerweise finde er allerdings gerade an der Bushaltestelle am Schulzentrum immer besonders viel Müll.

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Ursprünglich war die Aktion während der Schulzeit geplant – Real- und Mittelschule hätten den Teilnehmern dafür sogar eine Stunde unterrichtsfrei gegeben. Nachdem über Facebook von einigen Nutzern allerdings Kritik geäußert wurde, sei man davon abgerückt: „Wir wollten dem Ärger aus dem Weg gehen“, erklärt Heckenberger. Wenn die Schüler unterrichtsfrei bekommen hätten, wären wohl mehr erschienen, mutmaßt er.

Tatsächlich versammeln sich bis 14 Uhr nur zwölf Teilnehmer am Treffpunkt, die aber fleißig mitanpacken. Ein Paar ist mit seinen beiden vier- und sechsjährigen Söhnen gekommen. Sie sollen schon früh für das Thema Umwelt sensibilisiert werden und sehen, wie viel Unrat sich auf den Straßen befindet.

Flaschen, Zigarettenschachteln und ein Topf gehörten zur „Ausbeute“.
Bild: Dominik Stenzel

Müllsammelaktion in Illertissen soll wiederholt werden

Vom Illertisser Jugendparlament sind vier Mitglieder dabei. Auch wenn das Gremium vor allem dafür da sei, etwas für junge Menschen zu tun, wolle man das „wichtige“ Thema Umwelt nicht außer Acht lassen, sagt Nicklas Böhm. „Wir werden in einem halben Jahr sicher wieder zusammen kommen, um gemeinsam Müll zu sammeln.“

Heckenberger lässt sich unterdessen die Laune nicht verderben. Ursprünglich sei angedacht gewesen, dass Gruppen in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen. Nun werde eben gemeinsam losgezogen: „Wenn man demonstrieren will, muss man sowieso zusammen bleiben“, sagt er schmunzelnd.

Vom Marktplatz geht es in Richtung Bahnhof, nach einem kurzen Zwischenstopp in der Eisdiele sind weitere Stationen der Weiherspielplatz und das Vöhlinschloss. Jeder der Teilnehmer ist mit einem großen Müllbeutel ausgestattet, die nach zweieinhalb Stunden allesamt gefüllt sind. Mit Flaschen, Zigarettenschachteln, einem Topf oder einer Dose Bremsenreiniger.

Am meisten Unrat hat am Ende die zehnjährige Jona eingesammelt und bekommt als Belohnung einen Eisgutschein über 15 Euro. Heckenberger ist zufrieden: „Die Aktion hat großen Spaß gemacht und die Kinder und Jugendlichen waren voll dabei.“

Im "Kaktus-Treff" des Illertisser Familienstützpunkts soll Eltern pubertierender Kinder geholfen werden. Mehr dazu lesen Sie hier:

Problemfall Pubertät: In Illertissen finden Eltern Rat

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