Newsticker
Jens Spahn verteidigt Corona-Teststrategie der Bundesregierung
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Wie Ruku Event in Illertissen der Krise trotzt

Illertissen

20.02.2021

Wie Ruku Event in Illertissen der Krise trotzt

Solche Test-Kabinen bietet das Unternehmen unter anderem für Apotheken an, die jetzt Corona-Schnelltests durchführen.
Bild: Ruku Event

Plus Was macht ein Unternehmen, das auf Veranstaltungen spezialisiert ist, in Zeiten der Pandemie? Ruku Event in Illertissen hat kurzerhand sein Sortiment umgebaut.

Wer schon mal auf einem Dorffest in der Region gefeiert hat, saß garantiert schon einmal auf einer Ruku-Bierbank. Die Produkte der Unternehmenssparte Event der Illertisser Firma gelten als praktisch, schnell aufzubauen - und quasi unkaputtbar. Doch eine Zeit, in der Dorffeste nicht stattfinden dürfen, private Feiern ausfallen und sogar das Oktoberfest abgesagt werden muss, ist eigentlich keine gute Zeit für ein Unternehmen, das neben den Bierbänken und dazu passenden Tischen auch Zelte für Events aller Art im Sortiment hat. Trotzdem sagt Unternehmenssprecher Stefan Zingerle: "Eigentlich sind wir sehr gut durch das vergangene Jahr gekommen." Denn aus der Not hat die Event-Sparte eine Tugend gemacht.

Seit diesem Jahr hat die Sparte Ruku Event wieder ihren Sitz in Illertissen. In der Corona-Pandemie hat der Produzent von Klappmöbeln und Eventzelten ein ganz neues Segment für sich erschlossen.
Bild: Alexander Kaya

Seit Anfang dieses Jahres ist Ruku Event wieder am Stammsitz in Illertissen angesiedelt - der Abschluss eines Prozesses, der 2017 mit der Umbenennung der bisherigen Tochter-Firma HBS im hessischen Dornburg zu Ruku Event begonnen hatte. Jetzt sind die sieben Mitarbeiter am Ruku-Hauptstandort Illertissen zurückgekehrt. Hier sitzen auch die Sparten Saunabau sowie Tore und Türen. Sieben weitere Mitarbeiter von Ruku Event arbeiten über ganz Deutschland verteilt im Außendienst. Doch nicht nur in ganz Bayern, sondern eben auch in ganz Deutschland waren in den vergangenen Monaten Veranstaltungen und Feste kaum möglich. Die seit Jahrzehnten gefragten Klappmöbel und Klappzelte brauchte auf einmal niemand mehr, genauso wenig Bierstände oder aufblasbare Werbeträger, die das Unternehmen ebenfalls im Portfolio hat.

Das Illertisser Unternehmen hat eine Covid-19-Produktlinie gestartet

"Aber wir haben rechtzeitig unsere Hausaufgaben gemacht", erzählt Stefan Zingerle im Gespräch mit unserer Zeitung. "Vor allem im Zeltbereich haben wir uns ein Stück weit ganz neu erfunden." Die Illertisser starteten kurzerhand eine Covid-19-Produktlinie. Kabinen für Schnelltests, Drive-in-Teststationen und Desinfektionsschleusen sind jetzt im Programm. Auch Trennwände beispielsweise für die Gastronomie wurden hergestellt.

Von der Idee zur Umsetzung sei es relativ schnell gegangen, sagt Zingerle. Schließlich gab es zuvor schon Erfahrung mit Zelten für den Zivilschutz - das THW nutzt bereits die Produkte des Unternehmens. Die Herstellung - der Stoff wird in Rumänien produziert, die Zelte in Italien gefertigt - geht entsprechend schnell. Eine Woche dauere es etwa von der Bestellung bis zur Auslieferung, schätzt Zingerle. Zwischenzeitlich sei es sogar noch schneller gegangen, weil die Produkte auf Lager waren.

Etwas länger dauerte die Zertifizierung beispielsweise für die Testkabinen, an die hohe Ansprüche gestellt werden. "Das war für uns tatsächlich komplettes Neuland." Solche Kabinen können beispielsweise bei Apotheken zum Einsatz kommen, die Corona-Schnelltests anbieten. Ruku Event habe durch diese Produkte ganz neue Segmente des Marktes erschließen können, so Zingerle. "Das hat uns im vergangenen Jahr geholfen und hilft und auch dieses Jahr weiter."

Covid-Produkte bleiben auch nach der Pandemie im Sortiment

Und es werde auch bei der Weiterentwicklung des Unternehmens eine Rolle spielen. Natürlich hofften alle, dass mit dem Abklingen der Pandemie auch Events und Veranstaltungen wieder stattfinden und das Kerngeschäft des Unternehmens wieder Fahrt aufnehmen könne. Das Rad zurückdrehen will man bei Ruku Event aber nicht. Im Gegenteil: "Wir haben durch die neue Produktlinie ganz neue Möglichkeiten entdeckt, die wir weiter nutzen wollen", erklärt Zingerle.

Eine Drive-In-Teststation gehört zum neuen Sortiment von Ruku Event
Bild: Ruku

Eine zentrale Rolle spielt dabei ein mobiles Patientenzimmer, das ebenfalls seit dem letzten Jahr angeboten wird. Das Krankenhaus Sindelfingen beispielsweise nutze das Modell bereits, wenn zusätzlicher Platz für die Behandlung von Kranken gebraucht werde. Damit könnten in kürzester Zeit große Gebäude wie Messehallen und Turnhallen zu Notunterkünften für Obdachlose, Behandlungszentren oder sogar Ad-hoc-Kliniken für Covid-19-Patienten umgebaut werden. "Das ist beispielsweise auch für Flüchtlingslager ein großes Thema", weiß der Unternehmenssprecher. Hier könnten sich in Zukunft noch mehr Möglichkeiten ergeben. Für Ruku Event steckt mit seinem neuen Segment in der Krise damit auch eine große Chance.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren