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Illertissen

28.06.2017

Wie das Kolleg in Zukunft aussehen könnte

Das Kolleg der Schulbrüder in Illertissen soll ausgebaut werden (im Bild eine Abiturprüfung).
Bild: Helmut Frank (Archiv)

Das Gymnasium soll für viele Millionen Euro ausgebaut werden – nur wie? Darum geht es nun im Stadtrat

Wenn die Stadträte bei ihren Sitzungen in der Schranne über die Zukunft Illertissens diskutieren, tun sie das oft vor einer recht überschaubaren Besucheranzahl: Am Donnerstagabend könnte das anders aussehen – zumindest wenn es nach Bürgermeister Jürgen Eisen geht. Er erwartet volle Ränge, immerhin stehe eines der wichtigsten Themen der näheren Zukunft der Vöhlinstadt auf der Tagesordnung: der viele Millionen Euro teure Ausbau des Kollegs der Schulbrüder. Dabei geht es aus Sicht des Rathauschefs darum, Illertissen für den Wettbewerb der Schulen in der Region zu rüsten. „Ein gutes Gymnasium ist ein Standortfaktor.“ Dadurch könnten Kinder und Jugendliche in der Stadt gehalten werden, glaubt Eisen.

Bislang gab es zu der Modernisierung drei Ideen, die Reparaturen und Neubauten in unterschiedlichem Ausmaß ins Auge fassen. Die Kosten dafür liegen nach ersten Schätzungen zwischen rund 34,2 und rund 37,6 Millionen Euro.

Kürzlich hat das mit diesen Überlegungen betraute Architekturbüro eine vierte Möglichkeit vorgelegt. Nach Meinung von Eisen bringt der neue Vorschlag große Vorteile mit sich: Doch ob man tatsächlich in diese Richtung überlegt, sei am Donnerstag Sache des Stadtrats. Eisen: „Das wird sicher spannend.“

Bröckelnde Wände, alte Holzböden und marode Elektro-Installationen: Einige Gebäudeteile des nahezu 100 Jahre alten Kollegs befinden sich in einem „unzeitgemäßen Zustand“, heißt es in einer Bilanz der Stadtverwaltung, die zu den Unterlagen der Ratssitzung gehört. „Dass etwas getan werden muss, dürfte jedem klar sein“, sagt Bürgermeister Eisen. Ein Neubau sei nach Ansicht von Architekten sowie Mitarbeitern von Schulleitung und Verwaltung sinnvoller als eine komplette Sanierung. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie ist die teuerste aller Varianten, zudem gelten einige Gebäudeteile, was den Brandschutz angeht, als nicht sanierungsfähig. Und während der Umbauten müsste der Unterricht in Containern abgehalten werden – nach Auffassung von Eisen für viele Eltern ein Ausschlusskriterium, wenn die Wahl der Schule für ihre Kinder ansteht. Allein die neue Variante vier komme ohne Container aus, heißt es. Demnach könnte die Stadt ein etwa 9300 Quadratmeter großes Areal beim Kolleg zur Verfügung stellen, auf dem ein Neubau errichtet werden könnte. Erst nachdem die Schüler umgezogen sind, würden weitere Arbeiten stattfinden. Dieses Vorgehen wäre wohl günstiger: Die Kosten sind auf rund 33,4 Millionen Euro taxiert.

Die Schulbrüder hätten sich immer wieder um den Unterhalt Gebäude gekümmert, betont Eisen. „Das muss man ihnen hoch anrechnen.“ Heutzutage seien die Anforderungen an eine Schule jedoch hoch, etwa was die technische Ausstattung angeht. Allerdings könnte ein Teil des historischen Gebäudes erhalten bleiben, ein „Stück Illertisser Identität“, so Eisen.

Er hofft, dass die Räte am Donnerstag beschließen, mit dem Landkreis (als sogenannter Sachaufwandsträger für Realschulen und Gymnasien zuständig) in Verhandlungen um die Finanzen zu treten. Geht es nach Eisen, dann sollte der Kreis für die schulische Zukunft Illertissens in die Kasse greifen: In den vergangenen Jahren sei andernorts viel Geld investiert worden.

Der Ausbau des Kollegs könne einige Jahre in Anspruch nehmen. Doch der erste Schritt sei es, die Finanzierung zu klären. „Ohne die machen wie gar nichts“, sagt Eisen. Danach könnten Mitglieder der Schulfamilie die Planungsvorgaben formulieren – also festlegen, wie das Kolleg der Zukunft aussehen soll. Dann würde wohl ein Architektenwettbewerb stattfinden.

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