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15.05.2018

Wird’s was mit der Erdbeerernte?

Für die Erdbeeren in der Region sieht es sehr gut aus.
Bild: Uwe Anspach, dpa (Symbol)

Regen sorgt bei den meisten Menschen für Unmut. Eine Berufsgruppe würde sich über mehr davon freuen: Landwirte aus der Region. Wie es um ihre Erträge steht

Knallig rot müssen sie sein. Erst dann sind Erdbeeren auch wirklich reif und schmecken besonders gut. In knapp zwei Wochen beginnt die jährliche Saison. Dann gibt es die Erdbeeren auch aus regionalem Anbau wieder zu kaufen – oder zum selber Pflücken auf den Plantagen. Auf die Landwirte kommt jetzt im Frühling wieder besonders viel Arbeit zu – nicht nur wegen der Erdbeeren. Auch Salate und Spargel haben Saison.

Wie viel Aufwand der Frühling mit sich bringt, weiß Andreas Wöhrle, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands in Neu-Ulm, ganz genau. Er sagt: „Wir Landwirte haben um diese Zeit viel zu tun.“ Vor allem in diesem Jahr seien die Frühlingsmonate besonders stressig gewesen. „Wir hatten einen sehr langen und kalten Winter. Als es dann warm wurde, ist die Natur ‚explodiert‘“, erklärt er. Die Feldbesitzer mussten sich in kürzester Zeit um ihre Äcker kümmern und Gülle und Pflanzenschutzmittel ausbringen. „Da geraten vor allem viele der kleinen Betriebe in unserer Region schon mal an ihre Grenzen“, sagt Wöhrle.

Generell kämen durch die aktuelle Wetterlage einige Herausforderungen auf die Landwirte zu: „Die Trockenheit ist ein großes Problem.“ Auch wenn es in den vergangenen Tagen immer wieder geregnet hat, sei das noch zu wenig, damit die Früchte auf den Feldern genug Wasser bekommen. Deshalb hoffe Wöhrle in den nächsten Tagen auf mindestens 30 Liter Regen pro Quadratmeter. „Das würde den Pflanzen gut tun.“ Vor allem die Wintergerste benötige das Wasser. Denn die habe erst vor Kurzem geblüht.

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Das Schlimmste an der Wetterlage der vergangenen Jahre sei aber nicht die Trockenheit. „Es sind die Extreme. Die machen uns das Leben wirklich schwer“, sagt der Landwirt. Andauernde Hitze wechsele sich mit teils enormen Regengüssen ab. „Wenn es vier Wochen lang heiß ist und dann vier Wochen am Stück regnet, ist das nicht gut.“ Denn der trockene Boden könne das viele Wasser nicht aufnehmen. Viele Pflanzen, wie auch die Erdbeere, würden dann faulig werden. Derzeit gebe es das Problem aber zum Glück noch nicht. Noch warten die Landwirte auf mehr Regen.

Aber nicht alles am Wetter ist schlecht. Vom vielen Sonnenschein und wenigen Regen profitiert vor allem eine: die Erdbeere. Das bestätigt Rudolf Siehler, Fachberater für Naturschutz und Landschaftsplanung im Landratsamt Neu-Ulm. Er geht davon aus, dass die Ernte in diesem Jahr besonders gut ausfallen wird. „Nachts hat es über Null Grad und nach Frost sieht es auch nicht aus“, sagt er. Nur Frost könne den Erdbeeren, die zur Gattung der Sammelnussfrüchte gehören, noch gefährlich werden, so Siehler. „Gott sei Dank hat es in den letzten Tagen geregnet. Wenn es jetzt noch ein wenig so weiter geht und um Pfingsten wieder die Sonne scheint, wird der Ertrag sehr hoch sein“, sagt er. Landwirt Wöhrle sieht das ähnlich: „Für die Erdbeere ist das aktuelle Wetter sehr gut.“

Für Hobbygärtner, die selbst Erdbeeren anbauen, hat Siehler einen Tipp: „Jetzt sollte man die Pflanzen nicht mehr gießen und auch nicht mehr abdecken.“ Denn durch den Regen sei das nicht mehr nötig.

Nicht nur für die Erdbeeren prognostiziert Siehler reichen Ertrag. Auch andere Pflanzen würden von den milden Temperaturen profitieren: „Vor allem Birnen und Johannisbeeren sehen gut aus.“ Das Wetter nutze aber auch anderem Baumobst. Das sei im vergangenen Jahr anders gewesen. „Da gab es nur sehr wenige Früchte.“ 2017 habe das Wetter einfach nicht mitgespielt.

Andrea Haas, die mit ihrem Ehemann Udo Haas Biolandwirtschaft und eine Erdbeerplantage in Betlinshausen betreibt, erklärt: „Die wochenlange Trockenheit war ein ziemliches Problem für uns.“ Teilweise hätten die Felder sogar künstlich bewässert werden müssen. Dass es jetzt endlich regnet, tue ihrer Plantage deshalb besonders gut. Bisher gehe sie davon aus, dass die ersten Erdbeeren Ende Mai reif sind. Dann werden wohl auch auf ihrer Plantage wieder die roten Früchte gepflückt.

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