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Jedesheim

30.01.2019

Zum Geburtstag kommen die fünf Urenkel

Erika Lempik freut sich über die Glückwünsche von Bürgermeister Jürgen Eisen. Mit auf dem Bild Urenkel Elias.
Bild: Regina Langhans

Erika Lempik kam als Heimatvertriebene nach Illertissen. Mit ihrem Mann hat sie ein Haus gebaut - warum sie mit 90 Jahren noch fit und zufrieden.

Ein Häuschen gebaut, im Garten gearbeitet und ihre Familie umsorgt – Erika Lempik hat viele Gründe, um heute zufrieden zu sein. Sie bewältigt ihren Haushalt großteils noch selbst und hat kürzlich ihren 90. Geburtstag mit dem einzigen Sohn, der einzigen Enkelin und fünf Urenkeln gefeiert. Über deren Besuche freut sie sich ganz besonders.

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Dabei hat sie in jungen Jahren eine schwere Zeit erlebt: Die rüstige Seniorin wurde in Mühlberg bei Neudeck in der Nähe von Loket/Elbogen (im heutigen Tschechien) geboren. Sie ging zur Mittelschule, als sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihrer Familie vertrieben wurde. Eine erste Unterkunft gab es im Kolleg der Schulbrüder – weiter die Schule besuchen konnte die 14-Jährige jedoch nicht mehr. Sie sollte als Haushaltshilfe arbeiten und begann bei einer Metzger-Familie. Dort hielt sie es nur eine Woche aus, wie sie sich erinnert. Als sie dann bei der Vogtmühle in Jedesheim „in Stellung“ kam, ging es ihr besser. Auch ihren späteren Mann Eduard Lempik lernte sie dort kennen. Als nächstes arbeitete sie in der Hutfabrik Meixner an der Dietenheimer Straße in Illertissen. Dort stellte sie Filz aus Hasenhaaren her. Insgesamt sechs Jahre war sie dort tätig. Im Jahr 1952 heiratete sie und 1954 begann ihr Mann, ein gelernter Gipser, mit dem Bau des eigenen Häuschens in Jedesheim. Die ganze Familie half mit. Sogar den Boden haben sie selbst ausgehoben. Noch im selben Jahr zogen sie ein. Erika Lempik erinnert sich: „Fertig waren wir nicht, aber im November konnten sich meine Eltern und mein jüngerer Bruder, die sehr beengt wohnten, im Obergeschoss einrichten und im Dezember wir im Erdgeschoss.“

Sie baute Obst und Gemüse in Jedesheim an

Dann seien die Zeiten ruhiger geworden, erzählt Erika Lempik. Ihr Sohn kam zur Welt und sie ging in der Haus- und Gartenarbeit auf, baute Obst und Gemüse an, erntete Beeren und kümmerte sich um die Familie. Lempik wäre selbst gerne Schneiderin geworden. Nun schaute sie ihrer Cousine, einer Damenschneiderin, immer fleißig über die Schulter, um nach Schnittmustern zu nähen. Von ihrer Arbeit profitierte sie selbst, ihr Sohn und später auch ihre Enkelin, die oft zu Besuch war.

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Lempiks Mann ist vor sechs Jahren gestorben. Dass sie selbst ein so hohes Alter erreicht, hätte sie nie gedacht. Sie genießt ihre Selbstständigkeit, und sagt: „Ich bin zufrieden, was will ich mehr?“ Sie sei es gewohnt, nicht aufzugeben und immer etwas zu tun zu haben. „Man darf sich nicht hängenlassen.“ (lor)

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