21.12.2010

Striptease-Tänzer in Oberroth

Theater Schauspieler strapazieren mit dem Stück „Moral ist, wenn man es trotzdem macht“ gehörig die Lachmuskeln

Oberroth „So etwas Unmoralisches hat Oberroth noch nie gesehen!“ Schließlich gehört ein „Night Club“ mit spärlich bekleideten Damen und Striptänzern einfach nicht in ein kleines Dorf. Erst recht nicht, wenn ein „Moralistenverein“ die guten Sitten überwacht. Wenn es jedoch dessen Vorsitzende sowie weitere „anständige Leute“ ins „Lokal der Extraklasse“ zieht, sind peinliche Situationen vorprogrammiert. So wie derzeit auf der Bühne im Reitinger-Saal. Bis sich alles zum Happy-End wendet, werden die Lachmuskeln der Besucher gehörig strapaziert.

Mit dem Schwank „Moral ist, wenn man es trotzdem macht“ von Ute Tretter-Schlicker hat die Oberrother Theater-Gruppe einen guten Griff getan. Dies bewiesen die bei der Premiere vorherrschende heitere Stimmung und der begeisterte Applaus.

Drei Akte bietet den Hobby-Schauspielern ausgiebig Gelegenheit, ihre komödiantischen Fähigkeiten voll auszuleben. Dass der Funke gleich aufs Publikum übersprang, lag an der gelungenen Mischung aus unnachahmlicher Mimik und Gestik und witzigen Dialogen der Akteure sowie nahezu ununterbrochener Situationskomik.

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Mit Benno (Matthias Roth), dem „Verlobten“ ihrer einzigen Tochter Sabine (Christine Böhm) sind Erwin (Johann Deininger) und Helga (Jasmin Hatzelmann) nicht gerade glücklich. Dass der „Macho“ ihnen mit einem „Lokal der Extraklasse“ Konkurrenz machen möchte, passt den Wirtsleuten überhaupt nicht. Das ganze Dorf ist zur Eröffnung eingeladen.

Alle, auch die Vorsitzende des „Moralistenvereins“ (Sabine Heil), gehen natürlich hin. Obwohl sie nach außen hin empört über das Geschehen im „Night Club“ sind, möchte ihn jeder unbedingt noch einmal besuchen. Moral ist schließlich, wenn man es trotzdem macht.

Schlitzohriger Macho steckt in Finanznöten

Die scheinheiligen Besucher denken nicht daran, dass Benno in Finanznöten steckt und durch kompromittierende Fotos Geld erpressen will. Doch da hat der schlitzohrige Macho seine Rechnung ohne die beiden Hausangestellten Erna (Heidi Schmid) und Karl (Winfried Riedlberger) gemacht. Das „Fast-Pärchen“ ist nämlich nicht so naiv, wie es wirkt.

Dass das muntere Geschehen so gelungen über die Bühne geht, ist Verdienst vieler – vor und hinter den Kulissen. Während Johann Deininger die Fäden der Regie routiniert in der Hand hält, sorgte Monika Deininger für die Maske und ist auch als Souffleuse im Einsatz.

Karten gibt es im Vorverkauf täglich ab 18 Uhr unter Telefon (08333) 925813 oder 0170/3150674.

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